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Heimat

Die Geschichte des Altenhofs

Stadtarchivar Dr.Frank Präger hat in seiner Freizeit in den Archiven gestöbert. Er setzte ein Puzzle des Stadtteils zusammen.
Von Josef Wittmann

  • Auf Prägers historischer Karte reihten sich die Altenhof-Altmühl und viele andere Mühlen im Altenhof aneinander wie eine Perlenkette. Fotos: Wittmann
  • Alfons Dürrs Schicksalsmühle ist die Eichenmühle. Sie steht noch.

Neumarkt.Es war einmal eine Zeit, da zogen die deutschen Wanderkönige auf dem Weg zu ihrer Pfalz in Lauterhofen durch den Altenhof. Dort kreuzten sich bereits im 11. Jahrhundert im sumpfigen Gelände der sogenannten Bernfurt die Handelsstraßen aus Nürnberg, Regensburg und Pilsen.

Die Aktiven vom „Begegnungszentrum Altenhof-Kohlenbrunnermühle“ versuchen seit Jahren, gesellschaftliches Leben in ihre „Wohn- und Schlafstadt“ ohne Kirche und Wirtshaus mit mehr als 5000 Seelen zu bringen, die sich dort seit 1982 ausgebreitet hat.

Nun zeigen sie bis 2. Oktober jeweils von 18 bis 20 Uhr im Begegnungszentrum in der Dresdner Straße 38 eine Ausstellung mit 30 Werken des Künstlers Alfons Dürr. Der stammt selbst aus der Dr.-Kurz-Straße und hat mit Aquarellpinsel und Bleistift die Mühlen, Menschen, Tiere und Szenen festgehalten, die hier vor Tempo-30-Zone und Flächenversiegelung lebten und arbeiteten.

Viele Puzzleteilchen

Zur Eröffnung am Freitagabend hatte Historiker und Stadtarchivar Dr. Frank Präger in seiner Freizeit die Geschichte des uralten Stadtteils aus den Archiven in Neumarkt und Amberg ausgegraben. Ist der Kaiser damals nur durchgezogen oder gab es im Altenhof sogar einen Königshof? Oder gar ein inzwischen untergegangenes Schloss?

Schon der Historiker Johann Baptist Kurz habe 1954 bestätigt: „(...) der ursprüngliche Handelsplatz war (...) der Altenhof in der Bernfurt. Dieser war kein Bauernhof, sondern (...) ein Platz, an dem sich die Kaufleute trafen und auch die Fürsten zusammenkamen, um Hof zu halten“. Und 1960 habe dann Karl Ried gleich auf der dritten Seite seines Werkes „Neumarkt in der Oberpfalz“ ergänzt „(...) und im Gegensatz hierzu soll die neue Siedlung Neuer Markt genannt worden sein“.

Aus vielen Teilchen, von einer Schenkung Kaiser Heinrichs an die Alte Kapelle in Regensburg im Jahr 1004 bis zum „Heirathscontract Hanns Georg Haunfelder mit Barbara Conrad Walthers von der Altmühle Tochter 20. Marty 1764“, puzzelte Präger für die vielen Interessierten die Geschichte ihres Stadtteils. Ja, da habe es ganz bestimmt eine „Altmühl“ gegeben. Weil auch Historiker nicht immer ganz genau seien, sei er sich sicher, dass die mit dem Altenhof identisch sei, der erst in unseren Tagen an der Kreuzung Altdorfer Straße/Mussinanstraße neuem Wohnungsbau weichen musste.

Schicksalsmühle für Dürr

An einen Königshof im Altenhof mochte Präger nicht glauben. Mit 54 Tagwerk Grund gegenüber zum Beispiel 84 Tagwerk des benachbarten Blomenhofs sei die Versorgung des königlichen Trosses nicht sichergestellt gewesen. Aber ausschließen könne er seine Existenz nicht. Die Erinnerungen der Bewohner hängen auch ohne ein solches Juwel an ihrem Altenhof. Wie zum Beispiel die von Alfons Dürr. Die Altenhofer Eichenmühle sei seine Schicksalsmühle. Bei der Befreiung Neumarkts durch die Amerikaner entging er mit Mutter und Geschwistern dort nur knapp der Erschießung.

Stadtteil

  • Mittelalter: Kaiser Heinrich schenkt 1004 ein königliches Gut an die Alte Kapelle in Regensburg. Vielleicht den Altenhof.

  • Neuzeit: 1982 begann der Bau von 844 Wohneinheiten und Tiefbauten für 2,5 Millionen Mark.

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