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Region Neumarkt
Mittwoch, 15. August 2018 25° 6

Kirche

Die guten Hirten der KAB

Mit einem Festgottesdienst sowie einer Feierstunde beging Dietfurt das zehnjährige Bestehen. Die Predigt hielt Richard Distler.

Die geehrten KAB-Mitglieder – soweit sie anwesend sein konnten – mit Stadtpfarrer Gerhard Schlechta und Monsignore Richard Distler (links) sowie Pfarrvikar Franz Scheliga und Pfarrer i. R. Markus Harrer (rechts). Fotos: ufb
Die geehrten KAB-Mitglieder – soweit sie anwesend sein konnten – mit Stadtpfarrer Gerhard Schlechta und Monsignore Richard Distler (links) sowie Pfarrvikar Franz Scheliga und Pfarrer i. R. Markus Harrer (rechts). Fotos: ufb

DIETFURT.Bescheiden, aber doch in würdiger Form, feierte am Sonntag die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Dietfurt ihr 100-jähriges Bestehen. Der langjährige Kreispräses Monsignore Richard Distler forderte die Mitglieder auf, sich aus der Kraft des Glaubens für Solidarität, Liebe zum Menschen und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Bürgermeisterin Carolin Braun gratulierte dem Jubelverein und versicherte, dass die KAB-Gemeinschaft aus dem Leben der Stadt nicht wegzudenken sei.

Distler kam wieder nach Dietfurt

Das Jubiläum begann mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Ortspräses Stadtpfarrer Gerhard Schlechta freute sich, dass Monsignore Distler als Hauptzelebrant gekommen war – von Anfang an habe man sich das gewünscht, weil die KAB viele Jahre bestens mit ihm zusammengearbeitet habe. Er sei mit großer Freude ins Altmühltal gefahren, sagte Distler. „Mit Euch das Jubiläum begehen zu dürfen, ist ein Geschenk – allein schon deshalb, weil wir oft gemeinsam gekämpft haben.“ Stellvertretend für andere Mitstreiter nannte er den langjährigen Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden Johann Geitner.

Der Jubelverein beim festlichen Kirchenzug Foto: ufb
Der Jubelverein beim festlichen Kirchenzug Foto: ufb

In der Predigt ging Distler zunächst auf die Zeit ein, in der in Dietfurt ein Katholischer Arbeiterverein als Vorläufer der heutigen KAB entstanden ist. Er erinnerte an das Evangelium, in dem es heißt „der gute Hirte gibt sein Leben für seine Schafe“. Vor mehr als 100 Jahren hätten im Ersten Weltkrieg „miserable Hirten“ wie der deutsche Kaiser Wilhelm II. Millionen Menschen in den Tod getrieben, sagte Distler.

Deutschland habe den Versailler Vertrag unterzeichnen müssen, aus dem die Nationalsozialisten die Zündschnur für den Zweiten Weltkrieg gelegt hätten. Laut neuesten Forschungen hätten sich in dieser Zeit gerade Katholiken politisch stark engagiert und seien eine Stütze der Weimarer Republik geworden. Dies habe man auch in Dietfurt erkannt, so dass es 1918 zur Gründung des Arbeitervereins kam.

Die Idee, Arbeitervereine ins Leben zu rufen, hätten schon früher Papst Leo XIII. und Bischof Emmanuel V. Ketteler gehabt, den Distler als Hirte mit außerordentlichen Qualitäten bezeichnete. Von ihrem Geist seien auch die Präsides und Vorstände der KAB Dietfurt geprägt gewesen: Sie hätten wie ein guter Hirte Solidarität mit den ihnen Anvertrauten gezeigt.

Die Predigt hielt der langjährige Kreispräses Richard Distler. Foto: ufb
Die Predigt hielt der langjährige Kreispräses Richard Distler. Foto: ufb

Laut Distler gehe es in erster Linie um die Solidarität von Eltern gegenüber ihren Kinder. Mit gutem Grund dringe die KAB auf familien- und sozialpolitische Maßnahmen zugunsten der Familien und kämpfe für ein gerechtes Rentenmodell sowie gegen Altersarmut, sagte Distler weiter. Basis dafür sei die katholische Soziallehre.

Dietfurt hat nicht aufgegeben

Als wunden Punkt bezeichnete Distler die vor zwölf Jahren von der Diözese beschlossenen Zuschusskürzungen an die KAB. Sie sei dadurch in schwere See geraten. „Die Gruppe Dietfurt hat aber das Handtuch nicht geworfen, sondern die Fahne der Arbeitnehmerpastoral und katholischen Soziallehre hochgehalten.“ Neuerdings habe sich die KAB als Hirtenaufgabe die Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung auf ihre Fahnen geschrieben.

Da am Sonntag auch der „Welttag der geistlichen Berufe“ war, empfahl der frühere Dekan, dafür zu beten, „damit wir in Form guter Mütter und Väter auch gute Ordensfrauen, Seelsorger, Priester und Bischöfe stets gute Hirten – aber auch gute Vorstände in unseren KAB-Gruppen haben. „Solche Berufungen werden uns erst geschenkt, wenn wir Christus, dem guten Hirten, unser Herzen öffnen und auf seine Stimme hören.“

In der Feierstunde wurden einige KAB-Mitglieder geehrt:

Namen und Ehrungen

  • Ehrengäste:

    Kreispräses Monsignore Richard Distler, Ortspräses Stadtpfarrer Gerhard Schlechta, Pfarrer i. R. Markus Harrer, Pfarrvikar Franz Scheliga, Bürgermeisterin Carolin Braun, KAB-Kreissekretärin Miriam Dressendörfer, Christl Schreiner und Monika Goldhacker (Kreisvorstand), Heimatpfleger Franz Kerschensteiner

  • Ehrung für zehn Jahre:

    Johanna und Martin Geitner, Monika, Stefan Huber

  • 25 Jahre:

    Karlheinz Egert, Martina und Anton Kirschner, Horst Meier, Moniak, Manfred Plank, Lidwina und Johann Rabl

  • 40 Jahre:

    Emilie und Helmut Graspointner, Renate und Alois Hengl, Theresia und Franz Kerschensteiner, Walburga Koller, Elfriede und Anton Mehringer, Angela Roider, Margarete Schmid, Ursula Schmid, Rosa Maria und Josef Schneider

  • 50 Jahre:

    Maria Graspointner, Anna Gschrey, Margarethe, Konrad Tratz

Nach dem Gottesdienst, den der Chor der Stadtpfarrkirche mit Armin Reinsch feierlich gestaltete, folgte im Niedermeier-Saal eine Feierstunde, umrahmt von der Eckbankl-Musi. KAB-Vorsitzende Franziska Schmid dankte ihren Vorgängern für die geleistete Arbeit sowie allen Mitgliedern, die dem Verein die Treue halten.

In ihrem Grußwort pflichtete Bürgermeisterin Braun der Predigt Distlers bei und erinnerte an die Zeit, als in Dietfurt der Arbeiterverein gegründet wurde. Seine Ziele hätten noch heute ihre Berechtigung, „obwohl es uns scheinbar gut geht“. Selbst wenn die Arbeit mit Hilfe technischer Mittel heute nicht mehr so schwer sei wie vor 100 Jahren – die Anforderungen an die Menschen seien oft unwürdig. Dies bestätigten Burnout und andere gesundheitliche Folgen. Braun dankte den Verantwortlichen des Jubelvereins: „Die Themen, für die Ihr steht, kommen nicht aus der Mode.“ (ufb)

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