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Politik

Die Jugend rückt wieder in den Fokus

Die Markträte in Lauterhofen diskutieren über einen Jugendpfleger. Einen Plan gibt es nicht, die Kostenfrage ist auch offen.
Von Eva Gaupp

Die Kolpingsfamilie hatte 2015 den Jugendraum im Pfarrheim mit Spielen, einer Dartscheibe, Billardtisch und Kicker bestückt. Foto: Braun
Die Kolpingsfamilie hatte 2015 den Jugendraum im Pfarrheim mit Spielen, einer Dartscheibe, Billardtisch und Kicker bestückt. Foto: Braun

Lauterhofen.Vor vier Jahren hatte Lauterhofen sich vorgenommen, die kommunale Jugendarbeit fest zu implementieren. „Aber dann ist es irgendwie abgerissen.“ Bürgermeister Ludwig Lang hatte deshalb das Thema wieder auf die Agenda gesetzt und zur Marktratssitzung am Donnerstagabend den Geschäftsführer des Kreisjugendrings, Markus Ott, eingeladen. Zusammen mit dem Kreisjugendpfleger Oliver Schmidt erklärte er, welche Aufgaben ein professioneller Jugendpfleger als Generationennetzwerker in der Gemeinde übernehmen kann.

Projekt

Jugendliche hätten gerne einen Treff

Die Jugendarbeit in Lauterhofen soll gemeinsam mit den Vereinen organisiert werden – und mit den jungen Menschen selbst.

Dabei machte er zuerst klar, dass dieser Sozialpädagoge keineswegs in Konkurrenz zu den Vereinen stehe. „Im Gegenteil, Sie können den Ehrenamtlichen einen Profi an die Seite stellen, der sie berät und unterstützt“, unterstrich Ott. Ein Jugendpfleger fungiere als Bindeglied zwischen bestehenden Vereinen und Institutionen und könne bedarfsgerecht eingesetzt werden. So könne dieser beispielsweise einen Jugendtreff leiten, die Beteiligung der Jugendlichen in der Gemeinde koordinieren, konkrete Bedarfe angehen wie Schulweghelfer oder eine Taschengeldbörse, bei der Schüler gegen einen kleinen Obolus Senioren unter die Arme greifen.

Härteis: Neuen Anfang wagen

Beim Thema Jugendtreff reagierte Josef Seitz (SPD) skeptisch. Schließlich habe es mal einen im Pfarrheim gegeben. Doch die Aufsicht zu organisieren, sei problematisch gewesen – und bei den Jugendlichen nicht gern gesehen. „Nur, weil einmal etwas nicht funktioniert hat, muss man es nicht rundheraus ablehnen. Bei Jugendlichen fängt man immer wieder von vorne an“, gab Ludwig Härteis (ÖDP) zu bedenken. Auch Anton Preißl (SPD) machte sich für einen kommunalen Jugendpfleger stark: „Die Jugend hat zu wenig Lobby“. Jugendarbeit sei auch ein Standortfaktor. Das bestätigte Markus Ott. Wenn es gelinge, junge Leute in die Entwicklung eines Ortes einzubinden, blieben sie später auch eher da und zögen nicht weg.

Markus Ott ist der Geschäftsführer des Kreisjugendrings Neumarkt, der inzwischen seit 70 Jahren besteht. Foto: Regnet
Markus Ott ist der Geschäftsführer des Kreisjugendrings Neumarkt, der inzwischen seit 70 Jahren besteht. Foto: Regnet

Renate Meier von den Freien Wählern hakte nach, welche Rolle die Senioren spielten, denn schließlich sei von einem Generationennetzwerk die Rede. Da verwies Ott wiederholt auf Berngau, wo die Zusammenarbeit aller Generationen sehr gut funktioniere. Doch auch hier müsse den konkreten Bedarf abfragen. Neben den Inhalten war auch das Geld ein Thema der Diskussion. Wer eine Vollzeitstelle anpeile, müsse mit 50.000 bis 70.000 Euro pro Jahr rechnen – je nachdem, wie erfahren der Jugendpfleger sei. Es gebe jedoch auch die Möglichkeit, sich eine Kraft mit einer Nachbargemeinde wie Velburg oder Berg zu teilen. Denn Sozialpädagogen in Teilzeit seien aufgrund der hohen Nachfrage derzeit auf dem Markt kaum zu bekommen. Wenn die Gemeinde den Jugendpfleger nicht selbst anstellen wolle, gebe es auch die Alternative, dass der Kreisjugendring ihn beschäftigt und der Markt Lauterhofen die Dienstleistung quasi einkauft.

Zukunft

Ziel: Das Netzwerk weiterentwickeln

Die 22-jährige Anja Auhuber aus Mühlhausen ist seit 15. Oktober die neue Generationenmanagerin in der Gemeinde Berngau.

Einen Beschluss oder Fahrplan brachten die Markträte in dieser Sitzung nicht auf den Weg. Sehr zum Bedauern von Ludwig Härteis. „Wir werden mal schauen, wie viel Geld wir noch übrig haben“, sagte Bürgermeister Lang. Oliver Schmidt gab den Politikern jedoch noch mit auf den Weg: „Es ist fünf Jahre nichts passiert. Es ist schwierig, wenn nach all der Arbeit keine Taten folgen.“ Und er warf ein, die Marktgemeinde müsse sich überlegen, wie sie ihr Geld ausgeben wolle.

Mehr Schutz für Traunfeld

Ein weiterer Punkt war der Hochwasserschutz: Nach dem Unwetter in Traunfeld an Fronleichnam mit vollgelaufenen Kellern, hatte Anton Preißl beantragt, Lauterhofen solle sich um Zuschüsse aus einem staatlichen Förderprogramm zum „kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ bewerben. Das hat die Verwaltung noch rechtzeitig bis Ende August geschafft. So kann die Planung für einen Hochwasserschutz um bis zu 75 Prozent bezuschusst werden. Im Gremium musste im Nachhinein noch der formelle Beschluss gefasst werden – was auch bei drei Gegenstimmen erfolgte.

Hier lesen Sie von weiteren Themen, die in der Sitzung des Marktgemeinderats erörtert wurden.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Neumarkt lesen Sie hier.

Rats-Splitter

  • Bürgerversammlungen:

    29. Oktober im Gasthaus Kerschensteiner in Pettenhofen; 30. Oktober im Gasthaus Sichert in Deinschwang, 4. November im Gasthaus Stigler in Englsberg; Beginn jeweils 19 Uhr.

  • Kommunalwahl 2020:

    Zum Wahlleiter wurden bestellt Emmeram Seitz sowie Christoph Fink als Stellvertreter.

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