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Region Neumarkt
Sonntag, 22. April 2018 25° 3

Hobby

Die Natur ist sein Materiallager

Wenn Rudi Bachmann nicht schlafen kann, dann kommen ihm Ideen für seine Krippen. Früher fertigte der Berchinger auch Figuren.
Von Alexandra Nurtsch

In der Vorweihnachtszeit baut Rudi Bachmann seine Krippen im Gartenhäuschen auf. Foto: Nurtsch

Berching. In Rudi Bachmanns Werkstatt im Keller stapeln sich die Kartons. Gefüllt sind sie mit Zweigen, Moos, verschiedenen Zapfen und noch mehr – eben mit Sachen, die der Bastler so braucht. „So lange ich Kripperl mache, wird hier unten nicht aufgeräumt.“ Immer im Herbst beginnt er mit den Arbeiten – und das schon seit vielen Jahren. Schon immer habe ihn alles interessiert, was mit Holz zu tun habe. So sei er auch auf das Krippenbasteln gekommen.

Er ist viel in der Natur unterwegs und hält seine Augen offen. Findet er etwas, dass er für eine Krippe gebrauchen kann, dann nimmt er es mit. Zuhause heizen die Bachmanns mit Holz. Immer wieder entdeckt der Berchinger dabei Rindenstücke oder Scheite, die er weiterverarbeiten kann. Auch in der Schreinerei seines Sohnes fallen viele Holzabfälle an, unter denen er immer wieder kleine Schätze entdeckt. „Die Sachen wären teuer, wenn man sie kaufen würde“, sagt Bachmann. Darum nutze er Materialien aus der Natur.

90 Schnitzmesser im Keller

Früher bot Bachmann seine Krippen auf Märkten an. Er erinnert sich noch gut an den ersten Christkindlmarkt in Berching. „Das war vor rund 25 Jahren. Da waren wir der einzige Stand, der Krippen angeboten hat.“ Damals war er auch auf Krippenausstellungen unterwegs und hat seine Figuren selbst geschnitzt. 90 Schnitzermesser hat er noch im Keller. Aber seit die Figuren aus Asien billiger verkauft werden, als Bachmann sein Holz einkaufen konnte, lässt er die Finger davon und kauft seine Figuren. Seit einiger Zeit ist er nicht mehr auf Christkindlmärkten unterwegs, dafür stellt er seine Krippen und den Weihnachtsschmuck, den seine Frau bastelt, im Gartenhäuschen aus. Bis aus Regensburg kommen die Interessierten und schauen sich die Krippen an.

Rudi Bachmann war viele Jahre Bademeister im Berchinger Freibad. Hier erinnert er sich.

In Rudi Bachmanns Werkstatt entsteht auch dieser lustige Weihnachtsschmuck. Foto: Nurtsch

Da sind große Krippen mit vielen Figuren dabei, die vor einer hohlen Baumscheibe angeordnet sind, kleinere Exemplare auf einem Holzbrett oder Krippen, bei denen eine Wurzel den Unterstand bildet. Bei anderen Werken ist die Heilige Familie unter einer Glaskuppel oder in einer Laterne. Die Ideen für seine Krippen, kommen Bachmann nachts, wenn er nicht schlafen kann. „Mit Zwang wird das nichts. Da bastle ich ewig rum.“ Bislang seien seine Ideen auch immer gut angekommen. Derzeit seien die Krippen in den Laternen gefragt. „Früher hat man jedes Jahr zur Krippe eine Figur dazu gekauft, aber die jungen Leute wollen keine Krippen mit 30 Figuren mehr. Sie haben keine Zeit, sie aufzustellen“, sagt Bachmann. Die Krippen in den Laternen könne man aus der Schachtel holen, hinstellen, die Beleuchtung anknipsen und sie dann wieder verpacken.

Eierkratzen ist neues Projekt

Rudi Bachmann bastelt nicht nur Krippen fürs Wohnzimmer, sondern auch für Kirchen. Für die Kirche in Köstlbach fertigte er eine Krippe in einem hohlen Baustamm, die dann beleuchtet wird. „Das Alte und Neue passt so schön zusammen“, schwärmt seine Frau. Für die Maria-Hilf-Kirche in Berching baut er, wenn es geht, jedes Jahr eine andere Krippe.

Dieses Jahr soll es eine Wurzelkrippe werden und auch bei Krippe in der Stadtpfarrkirche hat er seinen Finger mit im Spiel. Noch gut erinnert er sich daran, wie der Stadtpfarrer vor einigen Jahren auf ihn zukam. „Er hatte in einer anderen Kirche eine Krippe gesehen, die ihm sehr gut gefallen hatte. So eine wollte er auch haben.“ Daraufhin sei Bachmann mit seiner Frau nach Südtirol gefahren und habe die Figuren besorgt.

Langweilig wird Rudi Bachmann nach der Weihnachtszeit nicht. Er hat schon ein neues Projekt: Er will das Eierkratzen ausprobieren, wie es früher im Böhmerwald gemacht wurde. Kürzlich hat er dazu die entsprechenden Unterlagen und Werkzeuge bekommen.

Vier besondere Krippen:

Oft kommt Rudi Bachmann beim Krippenbau der Zufall zu Hilfe. Mit diesem Holzscheit zum Beispiel, das hier Maria und Josef Schutz bietet, wollte Bachmanns Frau eigentlich einheizen. Doch in letzter Sekunde hielt er sie davon ab. „Dann hab ich ein kleines Dach drauf gemacht und schon war der Unterstand fertig.“

Besonders gut kommen Krippen in Laternen an. „Die jungen Leute wollen keine 30 Figuren mehr und haben auch keine Zeit mehr die Krippen aufzubauen“, sagt der Bastler. Vielmehr wollten die Leute die Krippe auspacken, hinstellen, das Licht anmachen und nach Weihnachten so wie sie ist wieder in die Schachtel packen.

Ein großer Cognac-Schwenker bildet die Hülle um diese Krippe. „Am Anfang habe ich die Krippen in das Glas gebaut“, erklärt Bachmann. Doch wenn man den Cognac-Schwenker umdrehe, habe man mehr Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man auf die Krippe noch eine Kerze setzen.

Nicht nur Krippen zum Hinstellen bastelt Rudi Bachmann, sondern auch zum Aufhängen. Diese Krippe hängt zum Beispiel im Treppenhaus seines Wohnhauses. Das Brett war oben und unten abgerundet. Das untere Stück schnitt er ab und baute daraus ein kleines Podest, auf dem nun die Krippenfiguren stehen.

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