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Die Provinz wird jetzt zum Verkaufshit

Raus aufs Land – der Landkreis Neumarkt will Freizeitangebote weiter ausbauen. Im Fokus steht der Regionalpark Quellenreich.
Von Eva Gaupp

Das Tal südlich von Klapfenberg. Foto: lvp
Das Tal südlich von Klapfenberg. Foto: lvp

Neumarkt.Was früher als provinziell verschrien war und von Städtern eher hochnäsig beäugt wurde, entwickelt der Landkreis Neumarkt zur Marke. „Ländlich“ wird damit zu einem Qualitätsmerkmal, das Tradition mit modernem Anspruch verbindet. Mit 250.000 Euro aus einem neuen Förderprogramm des Heimatministeriums soll der Regionalpark Quellenreich genau diese Eigenschaften verkörpern.

Neumarkt

Der Regionalpark ist in neuer Hand

Wechsel Der Landschaftspflegeverband übernimmt Geschäftsstelle von Quellenreich.

Die Gemeinden Pilsach, Lauterhofen, Velburg und Neumarkt haben bereits jetzt schon einiges an Attraktionen zu bieten. Doch das Angebot für Einheimische wie auch für Gäste soll noch erweitert werden. Zum Beispiel durch Hopfengärten an den regionalen Brauereien, um Bier nicht nur in flüssiger Form erlebbar zu machen. Oder durch einen großen Gemüsegarten, der in Kooperation mit dem Golfclub Lauterhofen und Regens Wagner entsteht. Ein jährlich erscheinendes Magazin ist ebenfalls in der Pipeline.

Erster Landkreis in der Oberpfalz

Kreisentwickler Michael Gottschalk, Finanzminister Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler, Katja Schumann und Werner Thumann vom Landschaftspflegeverband sowie Dr. Hellmut Fröhlich aus dem Heimatministerium stellten das Förderprogramm vor.
Kreisentwickler Michael Gottschalk, Finanzminister Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler, Katja Schumann und Werner Thumann vom Landschaftspflegeverband sowie Dr. Hellmut Fröhlich aus dem Heimatministerium stellten das Förderprogramm vor.

„Das ist eine Chance für uns, etwas für die regionale Identität zu tun“, kommentiert Landrat Willibald Gailler den Geldsegen für drei Jahre aus München. Der Landkreis Neumarkt ist der erste in der Oberpfalz, der in die Gunst der neuen Förderung kommt. „Wir sind eine Region mit hoher Lebensqualität, die Menschen sollen in den Landkreis ziehen und sie sollen auch bleiben.“

Hausnamen

Stolz auf den Hausnamen Zipflbauer

Hausnamen stammen aus Zeiten, als es keine Straßennamen gab. Lauterhofen zeigt, dass sie auch heute noch von Nutzen sind.

Kreisentwickler Michael Gottschalk sowie Werner Thumann und Katja Schumann vom Landschaftspflegeverband (LPV) hatten bereits Ideen und Konzepte in der Schublade, um so schnell Förderanträge stellen zu können. „Die Ideen müsst Ihr haben, wir versuchen dann, die Ideen zu unterstützen“, sagte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Gut zu wissen

  • Förderprogramm:

    Das Finanz- und Heimatministerium unterstützt mit bis zu 150.000 Euro jährlich neue Projekte, die die regionale Identität stärken.

  • Regionalpark:

    Vier Gemeinden haben sich zusammengetan, um gemeinsam mit dem Landkreis Projekte umzusetzen.

  • Radtour:

    Wer die besondere Karstlandschaft des Regionalparks erkunden will, kann dies auf dem Fahrrad machen. Es gibt eine große Rundtour mit insgesamt 65 Kilometern oder drei kleine Runden zwischen 22 und 30 Kilometern.

  • Golfen:

    Einen sportlichen Schwerpunkt bilden die vier Golfplätze des Golfdorados in Lauterhofen, Hilzhofen und Neumarkt.

  • Spiritualität:

    In den beteiligten Gemeinden befinden sich mehrere Wallfahrtskirchen, die zur Einkehr einladen, aber auch architektonisch etwas zu bieten haben.

  • Biererlebnis:

    Sechs Brauereien beteiligen sich an einem gemeinsamen Angebot, dazu gehört neben den großen auch die kleine Brauwerkstatt Lauterachquelle.

  • Hausnamen:

    Ein Projekt erforscht die Geschichte alter Anwesen im Landkreis Neumarkt. Bezeichnungen wie Zipflbauer oder Breihauswonger sollen nicht verloren gehen.

Neben touristischen Elementen geht es aber auch um andere Handlungsfelder, wie Gottschalk ausführte: Der Einsatz erneuerbarer Energien gehört ebenso dazu wie Umweltbildung, ein Ausbau des . Außerdem sind Themenführungen angedacht: zum Thema Biererlebnis mit den heimischen Brauereien oder zur Spiritualität, um die Klöster im Landkreis ebenso einzubeziehen wie den neuen Innehalten-Kongress in Neumarkt. Ein Regionalpark-Tag mit Aktivitäten steht auf der Agenda, außerdem soll das extrem erfolgreiche Projekt der alten Hausnamen weitergeführt werden.

Bier

Fünf Brauereien starteten Kooperation

Passend zum Tag des Bieres schenkten die Vertreter des Regionalparks Quellenreich in Neumarkt in einem Festzelt Bier aus.

Traditionen stehen im Vordergrund

Eine Leitidee besteht darin, lokale Geschichte und Traditionen mit den Attraktionen zu verknüpfen. „Das Ländliche soll spürbar bleiben“, sagt LPV-Geschäftsführer Thumann. Das, was vielerorts verloren gegangen ist, von der Moderne verdrängt wurde, soll im Regionalpark als einzigartig wahrgenommen werden. Idealerweise könnte im neuen Schlossbad in Neumarkt durch alte Bilder die Geschichte des Pfalzgrafenschlosses erzählt werden, nennt Thumann ein Beispiel. Und in der Gastronomie könnten Gerichte mit heimischen Juradistl-Produkten kredenzt werden.

Am Rande des Golfplatzes in Lauterhofen soll ein Gemüsegarten entstehen, der gemeinsam mit Regens Wagner bewirtschaftet werden soll. Themenfoto: Patrick Pleul
Am Rande des Golfplatzes in Lauterhofen soll ein Gemüsegarten entstehen, der gemeinsam mit Regens Wagner bewirtschaftet werden soll. Themenfoto: Patrick Pleul

So soll Geschichte bewahrt und als etwas Besonderes präsentiert werden. „Für uns hier ist das alles selbstverständlich“, fasst es Werner Thumann zusammen. „Aber tatsächlich ist es einzigartig.“

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