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Die Rettung eines seltenen Ensembles

Familie Martiny erhält vom Freistaat Bayern die Denkmalschutzmedaille. Geschichte der Mühle in Dietfurt reicht weit zurück.

Eva und Konrad Martiny sowie Agnes Martiny und Harald Bauer werden für ihr Engagement um das Jurahaus-Ensemble Obermühle ausgezeichnet.  Foto: Anton Brandl
Eva und Konrad Martiny sowie Agnes Martiny und Harald Bauer werden für ihr Engagement um das Jurahaus-Ensemble Obermühle ausgezeichnet. Foto: Anton Brandl Foto: Anton Brandl

Dietfurt.Fast 100 Jahre ist das Stahlwasserrad der Obermühle in Dietfurt-Mühlbach jetzt alt, doch es läuft noch immer. Die Geschichte der ehemaligen Sägemühle reicht vermutlich bis ins 15. Jahrhundert. Das heutige Anwesen entstand aber größtenteils im frühen 19. Jahrhundert. Es gilt als eines der letzten erhaltenen Jurahaus-Ensembles in der Altmühlregion.

Als es die Familie Martiny 2006 erwarb, hatte die Feuchtigkeit die Gebäude stark beschädigt. Die neuen Besitzer dichteten zuerst den Teich ab, der aus den Quellen des nahen Mühlbachs gespeist wird. Eine Wärmepumpe macht sein Wasser nun für die Heizung nutzbar. Selbst den Strom erzeugen die Martinys mit einem Generator selbst. Trotz Einbußen beim Ertrag verwenden sie dafür das Wasserrad von 1925.

Vergabe der Denkmalschutzmedaille

  • Auszeichnung:

    Vorschläge für die Auszeichnung mit der Denkmalschutzmedaille machen die Regierungen, Bezirke, Landkreise und Kirchen im Freistaat sowie der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Dieses Jahr sind über 100 Vorschläge eingegangen.

  • Verleihung:

    Aufgrund der Corona-Pandemie muss die feierliche Verleihung der Medaille in der Alten Münze in München entfallen. Die Preisträger werden die Medaille im Rahmen eines Vor-Ort-Besuchs bei dem jeweils ausgezeichneten Projekt von Minister Bernd Sibler bzw. Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil erhalten.

Originalsubstanz wurde erhalten

Die Gebäude sanierten sie Schritt für Schritt – immer den Erhalt der originalen Substanz und den ursprünglichen Grundriss im Blick. Alle Häuser erhielten nach historischem Vorbild Steindächer. Auch die einsturzgefährdeten Kreuz- und Kappengewölbe im Steinstadel sind gerettet. Heute zeigt dort und im Sägemühlstadel die Ausstellung „Stein.Wasser.Höhle“ die Geschichte der Obermühle und der Jurahäuser. Außerdem stellt die Karstgruppe Mühlbach die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit in der nahen Mühlbachquellhöhle aus.

Mit hohem finanziellen und zeitlichen Aufwand hat die Familie Martiny ein saniertes Ensemble geschaffen, das beispielhaft für die Architektur der Jurahäuser und ihre Instandsetzung ist.

26 Denkmalschutzmedaillen gehen in diesem Jahr an Persönlichkeiten und Institutionen im ganzen Freistaat, die sich in herausragender Weise für die Denkmalpflege eingesetzt haben. Das gaben der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, und Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, heute in München bekannt.

Zeugen der Vergangenheit

Minister Sibler betonte: „Unsere Denkmäler sind wertvolle Zeugen unserer Vergangenheit, aus denen wir auf ganz besondere Weise in unsere Geschichte eintauchen können. Sie prägen das charakteristische Erscheinungsbild unserer Städte, Dörfer, Gemeinden und Landschaften und lassen uns wissen: Hier sind wir zuhause, das ist unsere Heimat! Dafür bewahren und pflegen wir sie.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger aus ganz Bayern haben sich in vielfacher Weise um den Erhalt von Denkmälern verdient gemacht: Familien, Vereine, Dorfgemeinschaften, Heimatpfleger und Stiftungen haben Gebäude – vom Totengräberhäuschen bis zur Burg – instandgesetzt, Ausgrabungen unterstützt, archäologische Funde erfasst oder ihr denkmalpflegerisches Fachwissen weitergegeben. Dafür dankte der Kunstminister Sibler den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern und zollte ihnen großen Respekt.

Auch Generalkonservator Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil dankt den Preisträgerinnen und Preisträgern und lobt: „Ihr sensibler Umgang mit den Zeugnissen der Vergangenheit ist vorbildlich. Ihre Projekte zeigen, wie gut es gelingen kann, Historisches zu bewahren und gleichzeitig mit unseren heutigen Ansprüchen in Einklang zu bringen.“

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