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Die Schmankerlwochen werden historisch

In diesem Jahr reisen die zehn Wirte im Landkreis Neumarkt mit ihren kulinarischen Kreationen durch die Geschichte.
Von Gerd Schlittenbauer

Eine Zeitreise in die Geschichte unternehmen die Köche mit ihren Gästen bei den Schmankerlwochen 2018. Foto: Gerd Schlittenbauer
Eine Zeitreise in die Geschichte unternehmen die Köche mit ihren Gästen bei den Schmankerlwochen 2018. Foto: Gerd Schlittenbauer

Neumarkt.Rostbraten Esterhazy, Risotto alla Milanese, Pfirsich Melba: Das alles klingt traditionell, historisch - und das soll es auch sein. „Gerichte mit Geschichte(n)“ heißt das Motto der diesjährigen Neumarkter Schmankerlwochen. Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes und Vorsitzende des Tourismusverbandes, Diplom-Forstwirt Werner Thumann, präsentierte bei der Vorstellung der Schmankerlbroschüre für den Oktober 2018 im Restaurant E.S.S.E.N.Z das diesjährige Motto.

Aufwändige Teilnahme

„Nicht ganz unaufwändig“ sei es, an den Schmankerlwochen teilzunehmen. Die zehn Restaurants müssten eine Sonderkarte entwerfen, dies sei „kein Spaziergang“. Zudem haben sich die teilnehmenden Betriebe in diesem Jahr intensiv vorinformieren müssen, denn schließlich wollen sie ja dem Motto historisch einwandfrei gerecht werden.

Daniela Eßmann servierte zusammen mit ihrem Mann Stefan bei der Präsentation der Schmankerlbroschüre 2018 im E.S.S.E.N.Z ein Dreigänge-Menü, das historisch bis ins Jahr 753 vor Christus entführte. Die Gerichte sind im Oktober auch auf der Schmankerlkarte zu finden. Foto: Schlittenbauer
Daniela Eßmann servierte zusammen mit ihrem Mann Stefan bei der Präsentation der Schmankerlbroschüre 2018 im E.S.S.E.N.Z ein Dreigänge-Menü, das historisch bis ins Jahr 753 vor Christus entführte. Die Gerichte sind im Oktober auch auf der Schmankerlkarte zu finden. Foto: Schlittenbauer

Grafiker Egbert Schwab hat bereits zum 28. Mal – so alt sind die Schmankerlwochen – die Broschüre entworfen. „Es ist jedes Mal eine Herausforderung“, sagt er zum Neumarkter Tagblatt. „In diesem Jahr war es vor allem schwer, sich das Motto bildlich vorzustellen, weil die Geschichte jeder anders sieht.“ So brachte er drei viel diskutierte Entwürfe in die Vorstandschaft, die sich am Ende für das Titelbild mit einem leeren Teller entschied. „Die nüchterne Variante ist übrig geblieben“, sagt Schwab und Werner Thumann bekräftigte: „Jeder kann den Teller für sich geistig selber füllen“. So werde es wohl in diesem Jahr „besonders interessante Tischgespräche“ geben. Immerhin sei es auch heutzutage nicht selbstverständlich, „dass wir jeden Tag einen vollen Teller auf dem Tisch haben.“

Können Sie sich noch erinnern? 753 vor Christus schlüpfte Rom aus dem Ei. Eine Hommage an diese Zeit ist der „Mediterrane Brotsalat Caprese“ mit Tomate, Röstbrot, Mozzarella, Balsamico und Basilikum. Den „Teller“ aus Teig kann man mitessen. Foto: Schlittenbauer
Können Sie sich noch erinnern? 753 vor Christus schlüpfte Rom aus dem Ei. Eine Hommage an diese Zeit ist der „Mediterrane Brotsalat Caprese“ mit Tomate, Röstbrot, Mozzarella, Balsamico und Basilikum. Den „Teller“ aus Teig kann man mitessen. Foto: Schlittenbauer

Egbert Schwab hatte auch die Idee gehabt, einen Federkiel mit Tinte auf das Cover zu bringen. Der Landgasthof Meier präsentiert zum Beispiel eine Hommage an die großen Köche des vergangenen halben Jahrhunderts. Für diese Meister von Paul Bocuse über Eckhard Witzigmann bis hin zu Alfons Schuhbeck wäre Federkiel und Tinte jedoch nicht mehr so ganz passend gewesen. „Weil es auch um Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit geht“, sagt Egbert Schwab, „sind wir mit einem neutralen Motiv auf der Broschüre gut bedient.“ Die Initialzündung für die Idee, bei den Schmankerlwochen eine kulinarische Reise in die Geschichte zu unternehmen, sei übrigens von Norbert Wittmann gekommen: „Er hat den Titel auf den Tisch gebracht“, sagt Egbert Schwab.

250 Interessenten eingeladen

Werner Thumann und sein Team überlegten, was in Neumarkt besonders für Geschichte steht und luden zur Präsentation der Schmankerlwochen die Express-Interessengemeinschaft ein. Diese hat 250 Mitglieder von der Schweiz bis in die Niederlande, die noch über rund 100 historische Express-Fahrzeuge verfügen. Die Express-Werke in Neumarkt existierten bis 1958.

Zur Präsentation im E.S.S.E.N.Z brachte die IG einen roten Seitenwagen aus dem Jahr 1953 und ein Motor-Fahrrad von 1941 mit. Mit alten Express-Motorrädern posieren auch die Schmankerl-Wirte auf dem Gruppenfoto innerhalb der Schmankerl-Broschüre.

2742 Jahre nach der Vorspeise lebt das Dessert auf, das die Familie Eßmann bei den Schmankerlwochen kredenzt. In Erinnerung an den Mauerfall 1989 wird „Kultur aus den neuen Bundesländern“ serviert. Die Rote Grütze - hier mit flüssiger Sahne und Minze - ist dort Tradition. Foto: Schlittenbauer
2742 Jahre nach der Vorspeise lebt das Dessert auf, das die Familie Eßmann bei den Schmankerlwochen kredenzt. In Erinnerung an den Mauerfall 1989 wird „Kultur aus den neuen Bundesländern“ serviert. Die Rote Grütze - hier mit flüssiger Sahne und Minze - ist dort Tradition. Foto: Schlittenbauer

Die Chefs Daniela und Stefan Eßmann präsentierten zusammen mit Tochter Katja im E.S.S.E.N.Z einen Auszug aus der Schmankerlkarte. Die Zeitreise ging dabei bis ins Jahr 753 v. Chr. Unter dem Motto „7-5-3, Rom schlüpft aus dem Ei“ kredenzten sie den „Mediterranen Brotsalat Caprese“. Passend zum Jahr 50 v. Chr., als Caesar Frankreich (ganz Frankreich?) eroberte, war das Wildschweingulasch aus der Keule. Obelix hätte seine wahre Freude an diesem Gericht gehabt. Einen Zeitsprung machten die Eßmanns mit der Nachspeise, die ins Jahr 1989 entführte: Rote Grütze, „eine Kultur aus den neuen Bundesländern“, wie Stefan Eßmann sagte, sei dort Tradition.

„So viele Zutaten wie möglich sollen bei den Schmankerlwochen aus der Region stammen und in höchster Qualität verwendet werden“, meinte Werner Thumann abrundend.

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