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Jubiläum

Die Sonne ließ das Chrom glänzen

720 historische Fahrzeuge lockten am Wochenende 30000 Besucher zum zehnten Neumarkter Oldtimertreffen in die Altstadt.
Von Josef Wittmann

Die alten Fahrzeuge lockten zahlreiche Neumarkter in die Innenstadt. Fotos: Wittmann
Die alten Fahrzeuge lockten zahlreiche Neumarkter in die Innenstadt. Fotos: Wittmann

Neumarkt.30 000 Besucher und 720 auf Hochglanz polierte Fahrzeuge wurden am Sonntag zum zehnten Oldtimertreffen in der Neumarkter Altstadt erwartet. Was sind das eigentlich für Leute, die sich für Oldtimer begeistern? Psychologen sagen, wer im Traum einen Oldtimer fährt, versteht es auch, sein Leben sicher zu lenken und Ziele selbstbewusst zu erreichen.

Wie Organisator und Fahrlehrer Manfred Schreiner aus Mühlhausen. Er habe seinen Spezl Thomas Thumann vor 10 Jahren mit dem Oldtimervirus angesteckt. Einzige Bedingung des Oberbürgermeisters sei gewesen: „Manfred, eines musst Du mir versprechen: Keinen Flop“. Die Veranstaltung sei von Anfang an ein Erfolg gewesen, weil die Stadt voll dahinter stehe, ist Schreiner stolz.

Dreißig Jahre auf dem Kühler

Oldtimer sind laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung „Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen“. Im „Parc Fermé d’Elégance“ vor dem Rathaus lockten die kostbarsten dieser Karossen. Zum Beispiel ein Mercedes 300 SL Coupe mit den legendären Flügeltüren. 1954 holten sich die Stuttgarter damit einen Doppelsieg in den 24 Stunden von Le Mans. Oder die urzeitliche Mammut des Tüftlers Friedel Münch. Sie verdankt ihren Ruf als stärkstes deutsches Motorrad Ihrem Vierzylinder-Automotor. Auch der erste viersitzige Ferrari, ein 365 GT 2+2 aus den Sechzigern machte Station. „Queen Mary“ nannten die Amerikaner das riesige Zwölfzylinder-Schiff. Und natürlich fehlte auch der Maybach Zeppelin aus dem hiesigen Museum nicht, das weltweit einmalig ist und Neumarkt den Ruf als Auto-Mekka eingebracht hat.

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Oldtimerfreunde trafen sich in Neumarkt

Eine Woche vor dem Altstadtfest konnten die Neumarkter schon mal probeweise durch die überfüllte Altstadt wandern und dabei in die Träume der eigenen Auto-Vergangenheit eintauchen. Vom Opel Rekord über den Ford Taunus bis zum VW-Käfer standen die Alltagsvehikel der Nachkriegszeit am Oberen Markt Stoßstange an Chromfänger und sahen mindestens so gut aus wie damals, während an manchem Kfz-Besitzer von damals offensichtlich der Zahn der Jahrzehnte genagt hat.

Am Oberen Tor hatten die Nutzfahrzeuge der Nachkriegszeit Posten bezogen. Darunter alte Bekannte wie der Feuerwehropel Blitz mit Drehleiter von 1959 und der Lammsbräu-Mercedes-Benz-Bierlaster L 3500 aus dem Jahr 1952. Auf dem Weg vom Oberen Markt zurück zum Rathaus spazierte man an der Dekra-Rennfahrzeugschau mit zwei- und vierrädrigen Spzialiäten aus dem Rennsport vorbei. Auch an dem Audi S1. Mit so einem Auto hatten der Regensburger Rennheld Walter Röhrl 1985 mit 650 PS und Allradantrieb die Rallye Sanremo gewonnen.

Bella Italia am Stadtstrand

Am Unteren Markt lud der Stadtstrand mit südländischer Musik die Sonnenanbeter zur Entspannung ein. Wer wollte, konnte vom Liegestuhl aus die bunten Tipolinos, Vespas und Lambrettas aus Bella Italia begutachten. Und nach dem Motto „Die Großen auf dem Marktplatz – die Kleinen im Bürgerhaus“ präsentierte Stadtarchivar und Modellautopilot Dr. Frank Präger in der Grünbaumwirtsgasse sehenswerte Modellautos im Maßstab 1:87. Herbert Meier zeigte im Bürgerhaus bunte Lego-Boliden aus eigener Fertigung.

Nachdem die Besucher am Vormittag die Gelegenheit hatten, die Fahrzeuge zu bestaunen, knatterte um 14 Uhr die Karawane mit den Oldtimern durch die Klostergasse zur 40 km langen Ausfahrt hinaus nach Dietkirchen und Trautmannshofen. An der Spitze des Konvois war der Oberbürgermeister mit seiner Familie im noblen Maybach. Die Traktoren und zweirädrigen Schnauferl kürzten den Weg ab und kehrten über eine Kurzstrecke ins Zentrum zurück. Dort ehrte der OB zum Schluss wie jedes Jahr die Sieger der Jurybewertung.

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