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Polizei

Die Zahl der Wildunfälle ist gestiegen

Die Polizei in Beilngries legt die Verkehrsunfallbilanz vor. Es waren weniger Tote zu beklagen als im Vorjahr.
Dagmar Fuhrmann

Die Zahl der Wildunfälle ist im Bereich Beilngries stark gestiegen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Zahl der Wildunfälle ist im Bereich Beilngries stark gestiegen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Beilngries.Im Bereich der Polizeiinspektion Beilngries gab es im Jahr 2019 eine Verkehrstote zu beklagen. Auch wenn das den Beteiligten und Angehörigen sicher kein Trost ist, so ist es doch eine positive Entwicklung, wie Christian Gerner von der Polizeiinspektion Beilngries bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik sagte. Den traurigen Rekord halten die Jahre 2011 und 2018 mit jeweils sechs Verkehrstoten. Erleichtert zeigten sich die Polizisten bei der Pressekonferenz, an der auch PI-Leiter Maximilian Brunner und sein Stellvertreter Franz Dräxler teilnahmen, dass kein Motorradfahrer zu Tode gekommen war. Im Jahr 2018 starben fünf Motorradfahrer auf der Straße. Dass die Bilanz in diesem Punkt heuer so erfreulich ausfällt, führten die Polizisten auf verstärkte Kontrollen an den einschlägigen Motorradstrecken zurück.

Maximilian Brunner, Franz Dräxler, Christian Gerner und Christian Bauer (v.l.) besprechen die Unfallstatistik. Foto: Fuhrmann
Maximilian Brunner, Franz Dräxler, Christian Gerner und Christian Bauer (v.l.) besprechen die Unfallstatistik. Foto: Fuhrmann

Der tödliche Unfall ereignete sich auf der Strecke zwischen Altmannstein und Hexenagger. Eine 37-jährige Pkw-Fahrerin war in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn gekommen und kollidierte mit einem entgegenkommenden Lastwagen. Die junge Frau starb an der Unfallstelle.

1241 Unfälle rund um Beilngries

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle im Bereich der Polizeiinspektion Beilngries jedoch gestiegen. Es wurden 1241 Verkehrsunfälle, 2018 waren es 1189 und 2017 1130, aufgenommen. Bei den Verkehrsunfällen wurden 160 Personen verletzt, das sind 63 Personen weniger als 2018. 44 Personen zogen sich schwere Verletzungen zu und 116 leichtere. Die Grenze zwischen schwer und schwerst verletzten Personen sei oft nicht eindeutig zu benennen.

Auch im vergangenen Jahr mussten die Polizisten feststellen, dass Unfallbeteiligte betrunken waren oder Drogen genommen hatten. Im vergangenen Jahr bauten 20 Fahrer alkoholisiert einen Unfall, das hatte zwölf Verletze zur Folge. Ein Unfallbeteiliger hatte zusätzlich Drogen genommen.

Die jungen Fahranfänger im Alter von 16 bis 24 Jahren werden gesondert betrachtet. Sie waren an 62 Unfällen beteiligt, das ist eine etwas höhere Zahl als in den Jahren zuvor (55,59). Am wenigsten gern sieht man bei der Polizei sicher die Kombination Jugend und Alkohol am Steuer, dies war zweimal der Fall. Gleich geblieben ist die Zahl der Verletzen, es gab sieben Schwer- und 38 Leichtverletzte.

Autofahrer fahren ohne Gurt

Leider gebe es immer noch Autofahrer, die nicht den Gurt benutzen, sagte Gerner, dies mussten sie bei zwei schweren Verkehrsunfällen feststellen. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden betrug 130, 176 Unfälle waren schwer.

Die Zahl der Unfälle mit Motorrädern und Leichtkrafträdern verringerte sich auf 37, im Vorjahr waren es noch 55. Darunter waren auch zweimal Mofas beteiligt. Auch die Anzahl der Verletzten war mit 38 (53) rückläufig. Die Hauptursachen für Motorradunfälle war die zu hohe Geschwindigkeit, Vorfahrtsmissachtungen, Überholfehler und Fehler beim Abbiegen. 25 Mal waren die Motorradfahrer die Verursacher, 13 Mal wurden sie übersehen.

Kopf auf Fahrbahn gehalten

Dreimal wurden die Polizisten im vergangenen Jahr zu Schulwegunfällen gerufen, ein neunjähriges Kind beugte sich mit dem Kopf auf die Fahrbahn und wurde von dem rechten Außenspiegel erfasst, es erlitt Prellungen und eine Schürfwunden, in Kipfenberg erfasste ein Auto eine Achtjährige auf dem Nachhauseweg. Sie erlitt leichte Kopfverletzungen, Schürfungen, Prellungen und den Bruch des Schienbeins. Damit sei der Unfall noch relativ glimpflich verlaufen, sagte Gerner. In Beilngries wurde ein Elfjähriger auf dem Fahrrad von einem PKW erfasst. Er erlitt Prellungen und außerdem brach ihm ein Schneidezahn ab. Der Junge trug keinen Helm.

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Auch erwachsene Radfahrer sollten viel öfter einen Schutzhelm tragen. Gerade bei Kurzstrecken würden viele Radler darauf verzichten und so schwere Kopfverletzungen in Kauf nehmen. Die Zahl der Fahrradunfälle ist im vergangenen Jahr ebenfalls leicht gestiegen, es verunglückten 39 Radfahrer und verletzten sich dabei. Darunter waren acht Pedelecs, die bis zu 25 km/h fahren können. „Auffällig hoch ist die Beteiligung von 15 Senioren, davon sieben Schwerverletzte und acht Leichtverletzte. Die Polizisten empfehlen gerade den Senioren zuerst auf abgelegenen Strecken die Pedelecs auszuprobieren und kennen zu lernen, bevor man sich damit in den Straßenverkehr begibt.

Wildunfälle machen einen großen Anteil aus

Mehr als jeder zweite bei der PI Beilngries registrierte Verkehrsunfall ist ein Wildunfall. 2019 waren dies 678 (570 im Jahr 2019) bei insgesamt 1241 Unfällen. Als auffälligster Tag kristallisierte sich der Donnerstag mit 111 Unfällen heraus. Die meisten Schadensfälle sind im Zeitraum von 18 bis 8 Uhr zu verzeichnen, wobei in diesem Zeitfenster die Stunden von 5 bis 7 Uhr und 21 bis 23 Uhr die Spitzen festzustellen sind. Zum wiederholten Male müssen die Polizisten feststellen, dass auf den Landstraßen zu schnell gefahren wird. Bei einem Tempo von 70 km/h an den einschlägigen Stellen ließe sich laut Gerner so gut wie jeder Wildunfall vermeiden. Besonders auffällig sei der Abschnitt von Grampersdorf zum Dinopark auf der B299 mit 14 Wildunfällen, die meisten passierten an einer Stelle. Gemeinsam mit dem Landratsamt und den Jägern werde nun an einem Konzept gearbeitet, wie man diese Unfälle verhindern könne.

Die Überwachung wirkt

Als Erfolg können die Polizisten verbuchen, dass aufgrund der anhaltenden Überwachungen überhöhte Geschwindigkeit bei weniger Unfällen als im Vorjahr eine Rolle spielte. Dennoch krachte es 48 Mal aufgrund zu schnellen Fahrens.

Die Polizei setzt auch weiterhin auf Kontrolle und Überwachung. Foto: Carsten Rehder/dpa
Die Polizei setzt auch weiterhin auf Kontrolle und Überwachung. Foto: Carsten Rehder/dpa

Daher wird die Polizeiinspektion auch heuer wieder schwerpunktmäßig Kontrollen und Verkehrsüberwachungen vornehmen. Im vergangenen Jahr waren es Bereich der PI Beilngries wurden bei 237 Geschwindigkeitsmessungen 1262 Verkehrsteilnehmer wurden beanstandet, davon waren 26 im Fahrverbotsbereich. Im Vergleich zum Jahr 2016 zeigt die Überwachung bei gleicher Messhäufigkeit hinsichtlich der Beanstandungsquote weiter deutlich nach unten. Die Geschwindigkeitsüberwachungen auf Landstraßen werden heuer weiterhin fortgeführt, auch zur Nachtzeit, um den Geschwindigkeitsunfällen entgegenzuwirken, sagte Gerner. Weiterhin wird dieses Jahr im Rahmen „Bayern mobil, sicher ans Ziel“ neben den Dauerbrennern, Ablenkung im Straßenverkehr (Handy) und Sicherungspflicht (Gurt) großes Augenmerk vor allem auf die Sicherheit besonders gefährdeter Gruppen wie Kinder, Fußgänger, Radfahrer gelegt.

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