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MZ-Themenwoche

Diese fünf Wandertouren führen ins Glück

Claudia und Horst Federer vom DAV Neumarkt haben fünf ihrer Lieblingstouren für Familien verraten. Es wird abenteuerlich.
Von Nicole Selendt

Neumarkt.Spannende und abenteuerliche Wanderwege mit vielen Möglichkeiten zum Herumkraxeln, Entdecken und Staunen gibt es rund um Neumarkt zuhauf. Sie sind in weniger als einer Stunde zu erreichen. Die Leiter der Familiengruppe des Deutschen Alpenvereins in Neumarkt, Claudia und Horst Federer haben dem Neumarkter Tagblatt fünf Wanderrouten verraten, die für Familien mit kleinen und schon etwas größeren Kindern bestens geeignet sind. zum Schluss geben sie Tipps, was bei einer Wandertour mit der Familie unbedingt in den Rucksack muss.

Claudia und Horst Federer sind die Leiter der Familliengruppe des DAV Neumarkt. Foto: Federer
Claudia und Horst Federer sind die Leiter der Familliengruppe des DAV Neumarkt. Foto: Federer

1. Durch die Wolfsschlucht führt der Weg den Wanderer zur Teufelskirche – die Route ist Sommer wie Winter ein großes Abenteuer.

Die Wolfsschlucht führt zur Teufelskirche. Für Kinder und Jugendliche Sommer wie Winter eine abenteuerliche Erfahrung.
Die Wolfsschlucht führt zur Teufelskirche. Für Kinder und Jugendliche Sommer wie Winter eine abenteuerliche Erfahrung.


Wer die Wolfsschlucht durchwandert, findet sich zwischen hohen Sandsteinfelsen in wildromantischer Umgebung wieder. Der Weg durch die Schlucht ist oft ein wenig holprig, man überklettert Baumstämme, große und manchmal glitschige Felsbrocken und dabei rinnt rechts und links Wasser von den Sandsteinfelsen hinunter in die Schlucht. Deswegen kann der Weg durchaus auch etwas rutschig sein, festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich. Die Wanderroute ist für Kinderwagen nicht geeignet. Kinder können am Ende der Schlucht bei der Teufelskirche Höhlen erkunden, die im 16. Jahrhundert auf der Suche nach Kohle bis zu 50 Meter tief in den Fels gegraben worden sind. Im Sommer ist der Weg vor allem wegen der Höhlen und wegen des Wassers für Kinder abenteuerlich, im Winter gefriert das Wasser und hängt in dicken, beeindruckenden Eiszapfen herab.

Von der Ortschaft Grünsberg aus – die Federers empfehlen, am Tierfriedhof in der Nähe des Gasthauses Postmeister zu parken – sind es etwa vier bis fünf Kilometer bis zur Teufelskirche, Kinder schaffen die Wanderung ab etwa fünf Jahren. Vom Gasthaus aus geht es es über die Straße „Am Doktorsbrunnen“ am Ende eines Feldwegs in den Wald hinein. Der Weg, den die Federers bei ihren Wanderungen gewählt haben, ist nicht ausgeschildert, jedoch leicht zu finden. Vorsicht: Nach Regentagen können weite Teile des Weges in der Wolfsschlucht recht matschig sein. Deswegen sollte man mit der Wanderung dorthin auf trockene Sommertage warten.

2. Nahe Erasbach ist ein Phänomen zu finden, das faszinierend aber gleichzeitig auch brüchig ist: Die Steinerne Rinne.

Die Steinerne Rinne bei Erasbach ist ein Naturphänomen, das sich allerdings nicht zum Herumklettern eignet. Es ist sehr brüchig.
Die Steinerne Rinne bei Erasbach ist ein Naturphänomen, das sich allerdings nicht zum Herumklettern eignet. Es ist sehr brüchig.


Die Steinerne Rinne ist eine sogenannte Kalktuffrinne, die sich durch besonders kalkhaltiges Wasser einer Quelle gebildet hat. Die Rinne bei Erasbach ist etwa 80 Meter lang, 80 Zentimeter hoch und an der oberen Kante etwa 30 Zentimeter breit. Das Wasser, das die Rinne geformt hat, stammt aus dem etwa einen Kilometer entfernten Hohen Brunnen, im Volksmund auch Franzosenbrunnen genannt. Das Quellwasser rinnt darin in Richtung des Erasbachs, der wiederum in die Sulz mündet. Rund um die Rinne sind außerdem Sinterterrassen angeordnet, von denen aus Wasser in kleine Becken läuft. Doch Vorsicht: Die Rinne ist sehr brüchig und nicht zum Herumklettern geeignet. Erreichbar ist sie von vielen Standpunkten aus. Auch führen mehrere ausgeschilderte Rundwanderwege daran vorbei. Die Federers haben den Weg zur Rinne auf eigene Faust gesucht und gefunden – aus Abenteuerlust eben. In Erasbach nahe Berching führt eine Straße am Erlenbach entlang. Dort, wo dieser Weg eine Biegung macht, hat die Familie Federer ihn verlassen, ist in den Wald abgebogen und hat die Rinne gesucht. Die Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet, ist aber schon für Kinder ab etwa vier oder fünf Jahren denkbar.

3. In der fränkischen Schwarzachklamm warten bizarre Felsformationen, Brotzeit wird in einer Höhle gemacht.

Die Schwarzachklamm bietet Klettern, Stauen und Wasser: Für Kinder und Jugendliche beim Wandern immer die richtige Mischung.
Die Schwarzachklamm bietet Klettern, Stauen und Wasser: Für Kinder und Jugendliche beim Wandern immer die richtige Mischung.

Die Schwarzachklamm findet ihren Anfang am Brückkanal bei Ochenbruck. Dort, wo der Ludwig-Donau-Main-Kanal auf einer Brücke die Schwarzach überquert, ist über eine Treppe beim dortigen Gasthaus die Schwarzachklamm zu erreichen. Teilweise scheint der Weg durch die Schlucht wenig imposant, doch die Formationen aus Burgsandstein zu beiden Seiten der Schwarzach haben bizarre Formen. Kurzzeitig führt der Weg aus der Schlucht heraus – aber Wanderer sollten einfach weitergehen und werden bald wieder in die Klamm geleitet. In den Höhlen, die sich dort gebildet haben, können Besucher Brotzeit machen und die reizvolle Landschaft genießen, Kinder können nach Herzenslust herumklettern. Der Rückweg führt eigentlich außerhalb der Schlucht durch die Wälder nahe der Schwarzach, doch die Federers empfehlen, den gleichen Weg einfach wieder zurückzulaufen. „Wer zuvor die Schlucht gesehen hat, der findet den Rückweg durch den Wald dann zu langweilig“, sagen sie. Der Weg durch die Schlucht ist einfach rund drei Kilometer lang und wegen der vielen Treppen nicht für Kinderwagen geeignet. Parkmöglichkeiten gibt es rund um den Zugang zur Schlucht ausreichend.

4. Der Spaßwanderweg bei Thalmässing ist auch schon für die Allerkleinsten unter den Wanderern geeignet

Der Spaßwanderweg bietet Wanderern drei unterschiedlich lange Routen. Foto:Winter
Der Spaßwanderweg bietet Wanderern drei unterschiedlich lange Routen. Foto:Winter

Beim Spaßwanderweg ist der Name Programm. Entlang der drei Wanderrouten durch den Naturpark Altmühltal erwarten die Familien Kunstwerke aus Holz, kuriose Erscheinungen oder optische Täuschungen, die es spielerisch zu erkunden gilt. Da kann es an einer Station schonmal länger dauern, bis ausreichend Fotos geschossen sind oder das Geheimnis der Täuschung ergründet ist. Die frei wählbaren Routen sind vier, sechs oder zehn Kilometer lang, alle sind Rundwanderwege und führen wieder direkt zum Ausgangspunkt zurück. Vor allem der kürzeste der Rundwege ist für Kinderwagen und somit für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Er ist eben und gut befestigt. Entlang der Wege, die auch miteinander kombiniert werden können, gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Der Betreiber des Weges weist aber auf Folgendes hin. Die Tiere, die entlang des Wanderweges weiden, dürfen weder herausgelassen noch gefüttert werden. Darüber hinaus befindet sich das Obst, das dort wächst, im Privatbesitz, steht somit den Besitzern zu und darf nicht einfach gepflückt werden. Parkplätze gibt es beim Waizenhofener Espan und vor Ruppmannsburg bei der Abbiegung nach Reinwarzhofen.

5. Geübte Wanderer wagen sich auf den Eibgrat-Felsensteig bei Betzenstein – allerdings nur bei Trockenheit

Der Eibgrat, eine Wanderroute für Fortgeschrittene, liegt bei Betzenstein.
Der Eibgrat, eine Wanderroute für Fortgeschrittene, liegt bei Betzenstein.

Für Wanderer, die auf ihrer Tour ein wenig Nervenkitzel verspüren wollen, ist der Eibgrat-Felsensteig genau das richtige. Der Felsenpfad ist etwa einen Kilometer lang und auf beiden Seiten geht es etwa fünf bis sechs Meter in die Tiefe. Man bewegt sich ohne Klettersteig-Ausrüstung zwischen engen Spalten, über Felsrücken, an Abhängen vorbei, Leitern hinauf und wieder hinab. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind unbedingt erforderlich, bei Nässe raten die Federers von dieser anspruchsvollen Wanderung eher ab. Denn die Felsen sind moosbewachsen und werden rutschig und somit sehr gefährlich. Geübte Kinder können mit der Hilfe ihrer Eltern den Grat schon gehen, mit kleineren Kindern geht man den Weg, der unten am Grat entlangführt und der auch gleichzeitig als Rückweg dient.

Der spektakulärste Blick vom höchten Punkt des Felsensteigs aus ist auf das Felsmassiv der Eibtaler Wand, der seltenen Greifvögeln als Brutstätte dient und deshalb auch für Kletterer gesperrt ist. Den Felsensteig in der fränkischen Schweiz erreicht man nach einer guten Stunde Fahrt von Neumarkt aus vom Wanderparkplatz Spies a

us. Man findet ihn am Waldrand, wenn man von Betzenstein kommend 400 Meter vor der Ortseinfahrt in einer Rechtskurve nach links abbiegt und nochmals 200 Meter weiterfährt. Wer den Eibgrat gehen will, folgt vom Wanderparkplatz aus der Markierung mit dem roten Querstrich, der Rückweg ist mit einem grünen Ring gekennzeichnet. Hin- und Rückweg sind etwa vier Kilometer lang.

Alle anderen Serienteile der MZ-Themenwoche „Ferien vor der Haustür“ finden sie hier.

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