mz_logo

Region Neumarkt
Dienstag, 25. September 2018 14° 1

Politik

Dietfurt bringt Baugebiete auf den Weg

Für Krampelmühlweg, Bahnhofsstraße, Wittl-Hammer gibt es jetzt Pläne. Gewerbeflächen werden erweitert – trotz Kritik.
von Johann Grad

Wall und Bepflanzung werden entfernt, die FW-Fraktion verlangt eine Planung, ob der Platz zum Sportplatz für die Erschließungsstraße reicht. Foto: Grad
Wall und Bepflanzung werden entfernt, die FW-Fraktion verlangt eine Planung, ob der Platz zum Sportplatz für die Erschließungsstraße reicht. Foto: Grad

Dietfurt.Zehn Jahre lang wurde um ihn gerungen, jetzt ist der Flächennutzungsplan der Stadt Dietfurt samt Begründung und Umweltbericht festgestellt und einstimmig beschlossen.

Guido Bauernschmitt vom Nürnberger Büro Team 4 trug die letzten Einwendungen vor, die aber „keine großartigen Änderungen nötig machen und er kann beschlossen werden“. Die Regierung monierte die umfangreiche Ausweitung von Gewerbeflächen, doch man hielt einstimmig an der Bedarfsermittlung fest. Die Naturschutzbehörde verlangte den Umbau von Nadelwald zu Mischwald, monierte den Spielplatz in Mühlbach auf Feuchtwiesen, der aber bleibt.

Die Lösung für den Lkw-Verkehr in Hebersdorf wird durch den Flächennutzungsplan mit einer Neuzufahrt und Prüfung von Ausweichmöglichkeiten bei der Ortsstraße beschrieben. Johannes Seelus (FW) verlangte, dass man sich dann auch ernsthaft darüber Gedanken mache. „Laut Hubert Lack vom Landratsamt Neumarkt ist in Hebersdorf jedoch kein übergebührlicher Verkehr“, bemerkte Bürgermeisterin Carolin Braun.

Für die ausgewiesene Gewerbefläche bestehen keine konkreten Bauabsichten und die Fläche ist noch nicht im Besitz eines Interessenten. Weitere Betriebsansiedelungen werden durch die Bauleitplanung geregelt, so Braun auf die Frage von Dr. Harald Uhl (FW). Bei zwei Gegenstimmen wurde dieses Kapitel beschlossen.

Möglichkeit der Bebauung

Das Wasserwirtschaftsamt sieht die Möglichkeit für Bebauung der vorgesehenen Flächen. Mögliche Überschwemmungsgebiete in Töging, Staadorf und Unterbürg werden eingefügt, in Vogelthal sind Flächen mit Dolinen gestrichen. Für ein sogar 1000-jähriges Hochwasser wird alles eingebaut, was an Daten kommt. Die Zahl von 60 Prozent für Laubwald wird gestrichen, stattdessen heißt es möglichst hoher Anteil.

Der Bund Naturschutz ist gegen zu viel Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten, Flächen sind für die nächsten Generationen zu erhalten. Für die bedrohte Feldlerche braucht es Ausgleichsmaßnahmen wie freie Ackersteifen. Private Einwendungen der Familien Adlkofer und Grenz zum Lärmschutz wegen der neuen BayWa sind im Bebauungsplan berücksichtigt. Ortssprecher Wendelin Sippl fragte an, warum Gebiete beim Betrieb Koller jetzt Gewerbeflächen werden. Damit sollen spätere Konflikt mit Koller verhindert werden. Karl Ferstl wollte wissen, ob nach Bau eines Wohnhauses im Gewerbegebiet daraus ein Mischgebiet werden kann. Es bleibt beim Gewerbegebiet, so Bauernschmitt. Nach der positiven Abstimmung bedankte sich Bauernschmitt für die gute Zusammenarbeit.

Doppelhaus mit 25 Wohnungen

Für die beiden Baugebiete „Krampelmühlweg“ und „Bahnhofsstraße“ beschloss der Stadtrat je einen Bebauungsplan. Von einer Umweltprüfung wird abgesehen. Beide Pläne werden jetzt öffentlich ausgelegt. Am Krampelmühlweg entstehen mit drei größeren Gebäuden und einem Doppelhaus 25 Wohnungen, vor manchen sind auch Grünflächen. Beheizt werden die einzelnen Gebäude laut Firmeninhaber Rohmann mit Pellets. Zur Sicherung der Grundlast ist auch Heizen mit Gas möglich. Entlang des Krampelmühlweges führt ein Gehweg mit eineinhalb Metern Breite. Dieser wird noch in den Plan eingearbeitet.

Im Baugebiet „Bahnhofsstraße“ entstehen Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Wohnblöcke samt Tiefgaragen. Etwa 14 Familien können in den Flachdachgebäuden wohnen. Die Erschließung erfolgt über die Gartenstraße und von der Bahnhofsstraße aus bei der Bushaltestelle. Johannes Seelus (FW) und seine Fraktion bestritten vehement, dass die Erschließung gesichert sei. Er legte einen eigenen Plan vor und verlangte eine detaillierte Planung. Die Straße vom Busparkplatz aus komme dem Sportplatz zu nahe. Man war sich allgemein einig, dass der Fußball-Schulsport nicht behindert werden dürfe und der Bau einer 400-Meter-Bahn weiterhin offen gehalten wird.

Es braucht keinen Spielplatz

Bürgermeisterin Carolin Braun sagte zu, die Straße möglichst eng an die Bebauung zu rücken. Der von Seelus geforderte Spielplatz ist laut Braun nicht nötig, da es in der Nähe einen Spielplatz gibt. Die Einmündung neben dem Sportplatz wird extra von Fachleuten genau geplant. Die Fraktion der Freien Wähler und ein Mitglied der CWU stimmten gegen die Planung.

Die Firma Wittl will nach dem Brand die Fläche „Am Hammer“ wieder beleben mit einer Produktionsstätte und Betriebswohnung. Es handelt sich um einen Außenbereich, dafür braucht es einen qualifizierten Bebauungsplan. Für Ilse Werner (CSU) ist die Belebung dort am Stadteingang wichtig, ebenso für Johann Gietl (FW). Zufahrt, Parkplätze, Wohnnutzung und vieles mehr muss noch geklärt und eine Erschließungsvereinbarung abgeschlossen werden.

Parkplatz wird umgestaltet

Der Parkplatz an der Maxstraße wird ordentlich gestaltet. Landschaftsarchitekt Martin Kölbl legte zwei fast identische Varianten vor. Es gebe jeweils 38 Stellplätze, auf dem Parkplatz ist eine Umfahrung möglich. Die Breite eines Stellplatzes betrage 2,70 Meter, die Fahrbahnen sind asphaltiert, die Plätze befestigt mit Ökopflaster. Laut Braun kann für zehn Jahre eine weitere Fläche gepachtet werden und hier entstünden noch einmal 23 Stellplätze, allerdings nicht befestigt. Ein Vorschlag der CSU/CWU Fraktion sah noch mehr Parkplätze vor, manche mit Zufahrt direkt von der Straße. Gepflastert werden soll mit vorhandenem Kleinsteinpflaster. Man entschied sich einstimmig für den Plan von Kölbl, die Stellplätze werden mit dem vorhandenen Pflastermaterial befestigt.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Neumarkt lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht