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Hilfe

Dietfurt nimmt Asylbewerber auf

Sie wohnen seit Sonntag in der ehemaligen Jura-Pension. Stadtverwaltung und Bürger wollen ihnen helfen – mit Fahrrädern, Deutschunterricht und Sport.

Hat kurz nach der Schließung schon wieder einen neuen Zweck: In der Jura-Pension wohnen jetzt Asylbewerber. Foto: ufb

Dietfurt.Vor kurzem war die Jura-Pension geschlossen und verkauft worden, jetzt sind am Sonntag Asylbewerber dort eingezogen. Vor deren Ankunft hatte es eine Versammlung – angeregt von Kolping und KAB – gegeben, um zu beraten, wie den Asylanten der Aufenthalt erleichtert werden kann. Dabei zeigte sich, dass sie willkommen sind und verschiedene Seiten Unterstützung gewähren wollen.

Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Axel Kunz und Reinhard Sedlmeier die Jura-Pension gekauft haben und diese künftig als Unterkunft für Asylbewerber nutzen wollen. Die Räumlichkeiten bieten Platz für 28 Personen.

Unabhängig voneinander haben die Vorstandschaften oben genannter kirchlicher Gruppen Überlegungen angestellt, ob und wie sie den Gästen Hilfe zukommen lassen könnten. Sie organisierten einen Info-Abend, der überaus großes Interesse gefunden hat. Zu den Anwesenden gehörten Stadtpfarrer Gerhard Schlechta und Pfarrgemeinderäte, Kirchenpfleger Alois Hengl, Pater Samuel Heimler vom Franziskanerkloster, Lothar Steinmann für die evangelische Kirche, Bürgermeister Franz Stephan sowie Vertreter von Einrichtungen in Donaustauf, Riedenburg, Neumarkt und Neuhaus, die schon Asylanten beherbergen. Vertreter von Schule, Kindergarten, Dietfurter Vereinen und Nachbarn gekommen.

Reinhard Ühlin von der Aufnahmestelle für Asylanten bei der Regierung informierte darüber, dass die ersten Asylbewerber wohl nur eine Woche hierbleiben. Danach kommen allerdings Personen, die wohl länger in Dietfurt bleiben werden. Gedacht sei an eine Mischung aus Familien, Ehepaaren und Einzelpersonen.

Martin Hengl von der Kolpingsfamilie und Horst Meier von der KAB machten deutlich, dass es das Bestreben beider Organisationen sei, keine Ausländerfeindlichkeit aufkommen zu lassen. Stephan freute sich über die Initiative, sicherte seine Unterstützung und zu und sagte: „Wir wollen die Leute als Gäste empfangen und willkommen heißen“.

Seitens der Stadt werde alles getan, damit sich die Flüchtlinge integrieren können, Fahrräder wurden bereitgestellt, sie können auch bei der Stadt beschäftigt werden. Der städtische Kindergarten ist aufnahmebereit für die Kleinen, die Schule für die größeren Kinder, die ohnehin schulpflichtig sind. Der Bürgermeister zeigte sich davon überzeugt, dass es in Dietfurt keine Gegenbewegung gibt. Pfarrei und Kloster signalisierten auch ihre Bereitschaft, bei der Betreuung zu helfen.

Uhlin informierte, dass Sprachkurse angeboten würden. Die Erfahrung zeige, dass Kinder die Sprache leicht erlernten und sie häufig an ihre Eltern weitergäben. Er gab bekannt, dass die Tendenz zur Aufnahme von Asylbewerbern ständig ansteige. Allein im Januar waren 12 500 Menschen nach Deutschland gekommen, davon 1800 nach Bayern. Die Oberpfalz müsse davon 8,8 Prozent aufnehmen. Mit Freude registrierte er, dass Dietfurt die Flüchtlinge so freundlich aufnimmt.

Der Stadtpfarrer regte an, nach pensionierten Lehrkräften Ausschau zu halten, die den Deutschunterricht übernehmen könnten. Laut Hengl hat sich dafür Maria Hauk-Rakos schon bereit erklärt. Außerdem könnten die Asylbewerber mit Krankenscheinen des Sozialamts zum Arzt gehen und erhielten Taschengeld – um die Fahrt nach Neumarkt zu ersparen, auch von der Stadtverwaltung Dietfurt, wenn mit dem Sozialamt eine Vereinbarung getroffen werde.

Verschiedene Vereine boten an, die Asylbewerber beim Sport zu integrieren. Jugendliche der Kolpingsfamilie wollen mit den Jüngeren Kontakt aufnehmen. (ufb)

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