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Diskussion

Dietfurt streitet über die Juraleitung

Bei der Bürgerversammlung wurden mehrere wichtige Themen angesprochen. Heftig stritt man über Für und Wider der Stromtrasse.
Von Johann Grad

Viele bezweifeln, ob bei Dietfurt, Griesstetten und Töging die 400 Meter Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werden können. Foto: Grad
Viele bezweifeln, ob bei Dietfurt, Griesstetten und Töging die 400 Meter Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werden können. Foto: Grad

Dietfurt.Ganz viel Volk kam diesmal zur Bürgersammlung der Kerngemeinde, darunter zahlreiche gelbe Warnwesten tragende Gegner der geplanten 380 kV-Leitung.

Vizebürgermeister Oliver Kuhn begrüßte kurz, danach gab Bürgermeisterin Carolin Braun Rückblick auf 2018 und Ausblick auf nächstes Jahr. Kaum hatte Kuhn die Diskussion eröffnet, wollte Angeliki Gleixner-Egert drängende Fragen zur Jura-Leitung äußern. Aus Sorge, dass dann „normale Fragen“ zu kurz kämen, stellte der Vizebürgermeister den Block „TenneT“ zurück.

Können im Seniorenmobil auch Rollstuhlfahrer transportiert werden? Ja, wenn sie aus dem Rollstuhl steigen können. Dieses Gefährt oder Rollatoren werden im hohen Gepäckraum verstaut, drehbare Sitze erleichtern für Senioren das Aussteigen.

Auf vielen Straßen wird zu schnell gefahren, Schulkinder und Fußgänger können nur mit Mühe Fahrbahnen überqueren. Auch Eltern von Kindern in der Kita seien beim Bringen und Holen viel zu schnell dran. Braun appellierte an alle, sich an die Geschwindigkeitsvorschriften zu halten. Alternativ könnte die Verwaltung eigene „Blitzgeräte“ aufstellen, dann würden bestimmt Fahrverbote und Punkte drohen.

Ein Anlieger forderte auch für die Bahnhofstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, den Ausbau der Straße und nicht immer nur Flickerei-Arbeit, außerdem hielt er das Pflaster in der Stadt für unzumutbar. Stadtrat Karl Ferstl wies darauf hin, dass im Ortsbereich normal 50 km/h erlaubt sind. Jeder trage eine gewisse Verantwortung, man könne nicht alles regulieren.

Weitere Themen aus der Bürgerversammlung

  • Rufbus:

    Zur Information werden Fahrplan und Anmeldenummer im Bürgermagazin veröffentlicht.
    Straßenbeleuchtung: Ein Mitbürger findet, dass es in der Stadt nicht hell genug ist, vor allem auch in den Seitenstraßen. Die Umstellung auf LEDs wird eingeleitet, versprach Bürgermeisterin Carolin Braun.
    Stadtangestellter Andreas Schmidt appellierte an die Autofahrer, so zu parken, dass er beim Schneeräumen nicht behindert.

Heftige emotionale Diskussion in Dietfurt

Verlief die Diskussion bis hierher sachlich, wurde sie beim Thema Jura-Leitung teilweise sehr heftig, erregt und schlug emotional hohe Wellen zwischen denen, die diese Leitung total ablehnen und verhindern wollen und denen, die bei den Planungen für die Stadt das Beste herausholen möchten, weil das Vorhaben ja gesetzmäßig beschlossen sei. Angeliki Gleixner-Egert wollte wissen, was die Stadt 2015 auf Anfrage von oben geantwortet habe. Laut Braun war diese 380 kV-Leitung abgelehnt worden, da im Landkreis der Anteil regenerativ erzeugte Strom einen sehr hohen Anteil einnahm, das Vorhaben für den Tourismus schädlich sei und Wohnanlagen betroffen sind. Man könne alles im Rathaus nachlesen. Die Fragestellerin verwahrte sich gegen den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ im Bürgermagazin. Der gehöre da nicht hinein. Braun entgegnete, sie plädierte für eine seriöse Diskussion.

„Ich will die Leitung möglichst weit weg von der Wohnbebauung.“

Dietfurts Bürgermeisterin Carolin Braun

Ob sie dafür oder dagegen sei? Braun stellte klar: „Ich will die Leitung möglichst weit weg von der Wohnbebauung, ansonsten gibt es keine Entwicklung für die Stadt“. Unterschiedlich bewerteten Teilnehmer, ob die bestehende Leitung überhaupt noch benutzt wird. Diese bleibe deutlich näher an der Bebauung, so Karl Ferstl, falls die neue Leitung nicht komme.

Martin Kuffer wies daraufhin, dass es genügend Ja-Sager gebe, man müsse auch Nein sagen können und verwies auf Wackersdorf. Braun wies auf die Ablehnung durch die Stadt hin, jetzt aber habe das Gesetzcharakter. Der geäußerte Vorwurf, nicht hinter den Bürgern zu stehen, wurde zurückgewiesen.

Bürgerinitiative ist enttäuscht

Für Stadtrat Ferstl geht es nicht, falls man nicht dagegen ist, als Staatsfeind Nummer Eins zu gelten. Er findet das nicht fair, man entscheide zugunsten die Stadt. BI-Sprecher Bernd Mayr zeigte sich enttäuscht, dass es im Stadtrat nicht möglich war, gemeinsam gegen die Leitung anzugehen. Deshalb gebe es die Bürgerinitiative. Die Mitglieder seien keine Querulanten, redeten nicht schlecht für die Gemeinde und sollten Gehör finden. Da gab es viel Beifall.

Angeliki Gleixner-Egert warf erregt ihr dickes Geheft mit Material auf den Tisch, forderte fast wütend den Stadtrat auf, zu den Treffen der BI zu kommen. Bürgermeisterin Carolin Braun nannte es gutes demokratisches Recht, dass die BI Fragen stellt. „Jeder braucht Strom, aber vom Stromsparen sagt keiner was“. Auch dafür gab es Beifall.

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