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Samstag, 18. August 2018 29° 8

Einsatz

Dietfurt: Wehren üben Rettung aus Schleuse

Im Ernstfall wäre ein Absturz einer Person in die Kammer eine große Herausforderung. Weitere Rettungsöffnungen würden helfen.

Mittels Trage wurde der „Verunglückte“ hochgehievt. Die Übung zeigte, dass weitere Öffnungen zum Einstieg ins Schleusentor hilfreich wären.
              Foto: Feuerwehr Dietfurt
Mittels Trage wurde der „Verunglückte“ hochgehievt. Die Übung zeigte, dass weitere Öffnungen zum Einstieg ins Schleusentor hilfreich wären. Foto: Feuerwehr Dietfurt

DIETFURT.Eine Großübung, an der sich die Stützpunktwehren Dietfurt, Beilngries und Mühlhausen beteiligten, diente der Bergung eines Verunglückten in der 17 Meter tiefen Schleuse des MD-Kanals und vor allem auch der Gemeinde übergreifenden Zusammenarbeit.

Zu Beginn der Übung erläuterte Rupert Meier vom Außenbezirk Riedenburg des WSA Nürnberg den Sinn der gemeinsamen Aktion, an der sich 35 Mann der oben genannten Wehren beteiligten. Anwesend waren auch die Kreisbrandinspektoren Jakob Weidinger (Breitenbrunn) und Hans-Georg Mößler (Mühlhausen) sowie Kreisbrandmeister Christoph Knappe, die Kommandanten Arthur Spillmann (Dietfurt) und Thomas Netter (Beilngries) sowie Peter Dittmann (zuständig für Arbeitssicherheit des WSA Nürnberg) und Jürgen Holzapfel (vom Außenbezirk Riedenburg).

90 Tonnen schweres Tor

Meier wies darauf hin, dass das rund 90 Tonnen schwere Untertor mit seinen Aussteifungen und Gurtungen jährlich auf Schäden untersucht werden muss. Um diese feststellen zu können, sei eine gründliche Reinigung erforderlich. Diese müsse auch im Innern des Tores erfolgen, was nicht ganz ungefährlich ist. Sollte dabei eine Person verunglücken, könnte diese nur mit erheblichen Schwierigkeiten geborgen werden.

Bedingt durch die Bauweise, der Einstieg ist nur 30 Zentimeter breit, wurde vor zwei Jahren zusammen mit der Stützpunktfeuerwehr Berching an der dortigen Schleuse versucht, eine solche Rettung durchzuführen. Dabei kam man zur Erkenntnis, an den Untertoren der drei baugleichen Schleusen Bachhausen, Berching und Dietfurt Rettungstüren einzubauen. Gleichzeitig war man sich einig, zu gegebener Zeit wieder eine Übung durchzuführen und die Verbesserung zu testen. Dies war vor Kurzem bei der angeordneten Schifffahrtssperre mit Trockenlegung der Schleuse Dietfurt möglich.

Als erste „Retter“ wurden Männer der Feuerwehr Dietfurt über eine zwölf Meter tiefe senkrechte Steigleiter in der Tornische zum Toreinstieg geführt. Der sich dort befindliche Dummy (Puppe zum Testen eines Unfallverhaltens) musste nun von innen über die einzelnen Ebenen bis zur Rettungsöffnung gebracht werden. Bedingt durch die sehr enge Bauweise der Durchstiege konnte die Schleifkorbtrage nicht zum Einsatz gebracht werden. Zwischenzeitlich hatten Kameraden der FFW-Beilngries ihre Drehleiter positioniert, um eine Trage per Rollgliss bis zur Rettungsöffnung abzulassen. In diese wurde der Dummy verfrachtet und von den Beilngrieser Rettern zur Planie hochgehievt. Anschließend haben die Mühlhausener Wehrleute dass gleiche Prozedere wiederholt. Auch für sie war es eine schweißtreibende Arbeit.

Rettungsöffnung sehr nützlich

Bei der Abschlussbesprechung stellte KBI Jakob Weidinger fest, dass sich die angebrachte Rettungsöffnung als sehr gut erwiesen hat, bedingt durch die beengte Bauweise der Tore kann aber eine Rettungstrage nicht benutzt werden. Deswegen regte er an, in jeder Ebene eine solche Öffnung einzubauen. Der Sicherheitsbeauftragte des WSA Nürnberg Peter Dittmann hatte dafür Verständnis und sicherte eine Nachbesserung zu, allerdings kann sie erst frühestens 2020 bei der Erneuerung der Untertore der Schleusen angegangen werden. Aber schon bei deren Planung wird der Vorschlag berücksichtigt.

Rupert Meier und Peter Dittmann dankten den beteiligten Einsatzkräften im Namen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung für die Bereitschaft zur Übung. Sie plädierten für eine Wiederholung im nächsten Jahr an einer der Schleusen Dietfurt, Berching oder Bachhausen, wenn es wieder eine Schifffahrtssperre gibt, dann auch mit der Berchinger Wehr, die heuer verhindert war. Zum Abschluss der Übung gab es eine Führung durch das Grundlaufsystem der Schleuse, die nur bei einer Trockenlegung, wie sie jetzt wieder war, möglich ist. (ufb)

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