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Stadtrat

Dietfurt will Lebensqualität verbessern

Das Entwicklungskonzept für Dietfurt ist ein 165 seitenschwerer Schinken geworden. Es enthält ein ganzes Paket an Maßnahmen.
von Johann Grad

  • Für Dietfurts Innenstadt wurden konkrete Lösungen für städtebauliche und andere Probleme erarbeitet. Foto: Johann Grad

Dietfurt.Das integrierte städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für Dietfurt ist fertig. Monika Seywald vom Planungsbüro Dömges stellte das 165 Seiten starke Werk vor, an dem lange gearbeitet wurde, die Ergebnisse aller Standort-Analysen, Befragungen, Besprechungen und ein Maßnahmenpaket enthält.

Damit soll erreicht werden, „die Attraktivität und Lebensqualität Dietfurts zu sichern und zu verbessern“, wie es zu Beginn des Prozesses hieß. Seywald zeigte einige Vorgehensweisen auf. Das Sanierungsgebiet sollte um den Bereich nördlich der Hafnergasse und Kellergasse erweitert werden, da es dort private und öffentliche Missstände gibt.

Förderprogramm strukturieren

Das vorhandene kommunale Förderprogramm könnte man mit anderen Inhalten neu strukturieren und auch die Förderbeträge anheben. „Dietfurt sollte sich das leisten für private Maßnahmen“, so Seywald. Die Gestaltungsfibel sei fast nicht mehr verwendbar, sie entspreche nicht mehr der heutigen Zeit. Ilse Werner (CSU) schlug vor, eine neue Gestaltungsfibel zu erstellen, was Seywald befürwortete. Sie nannte konkrete Beispiele als ISEK-Maßnahmen. Die Umgestaltung des Parkplatzes an der Maxstraße, dessen Konzeption sie gut fand, die geplanten Gehbahnen in den Gassen zu den Kirchen, für Barrierefreiheit sorgen. Ihr schwebt als Beispiel eine Verbindung des Barfußparks mit dem Franziskuspark vor als „Weg am Wasser“.

In der Labergasse sollte das alte Grün entfernt werden, ebenso der Asphalt, und die Gasse mit Pflaster und neuen Bäumen gestaltet werden. Seywald wies auf die sanierten Häuser in der Hauptstraße hin, sprach aber auch die Objekte an, die noch herzurichten seien. Hier könnte ein neues kommunales Förderprogramm etwas in Bewegung bringen. Wohnstraßen sollten auch wirklich als „Straßen zum Wohnen“ verändert werden.

ISEK öffentlich vorstellen

Seywald regte einen Rundgang mit den Bürgern an in die Weiherstraße, Bahnhofsstraße und in die Siedlungsgebiete. Bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung könnte das ISEK vorgestellt werden. Bürgermeisterin Carolin Braun riet, über Grundlagen nachzudenken wie eine neue Gestaltungsfibel. Martin Schmid (CWU) hofft, dass das Denkmalamt auch etwas nach vorne bringe. Saniert ein Eigentümer, gebe es eine Zusammenarbeit, so Seywald. Manche sanierten nicht, sondern lassen das Objekt verfallen, um dann neu zu bauen.

Als Negativbeispiel der Behörde nannte Ilse Werner (CSU) das Stöckelhaus, bei dem aus „Sturheit seit Jahren nichts vorwärts geht“. Ein ähnliches Problem sieht Bürgermeisterin Braun auch bei Objekten, die einer Erbengemeinschaft gehören. Andreas Keckl (CWU) mahnte an, auch in den Dörfern was zu machen. Vize-Bürgermeister Oliver Kuhn (CSU) versuchte, die Bedenken zu zerstreuen. Einstimmig beschloss der Stadtrat das integrierte städtebaulichen Entwicklungsprogramm.

Erfolglose Ausschreibung

Nicht erfolgreich war die Ausschreibung für ein neues Leichenhaus in Arnsdorf, die Gestaltung des Zuganges und der Grünanlagen. Für jedes der drei Gewerke ging nur ein Angebot ein, und sie lagen weit über der Kostenschätzung. Bürgermeisterin Braun schlug vor, die Ausschreibung aufzuheben und in eine alternative Planung einzusteigen. Christian Linz (CSU) war nicht dafür, er wollte nachverhandeln, um günstigere Angebote zu erhalten. Laut Braun könne man vielleicht 15000 bis 20 000 Euro einsparen, bleibe aber immer noch im sechsstelligen Bereich.

Ilse Werner (CSU) monierte, dass es über die Pläne keine Diskussion im Stadtrat gegeben habe. Sie meinte, man solle mit den Arnsdorfern und auch mit den Firmen reden, um von den „Kosten herunter zu kommen.“ Laut Planer ist Einsparen im gewünschten Umfang nicht möglich, so Oberamtsrat Ernst Dietlmeier. Karl Ferstl (CSU) befürchtet, dass bei einer erneuten Ausschreibung gar kein Angebot mehr komme. Für Johann Gietl (FW) war der Zeitpunkt der Ausschreibung nicht ideal. Ortssprecher Markus Sturm wies daraufhin, dass seit 1992 die Arnsdorfer selber Friedhof gepflegt haben. Für die Aufhebung der Ausschreibung votierten 14 Mitglieder des Stadtrates.

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