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Spatenstich

Doppelter Anlass zum Feiern

Die Arbeiten für das Haus St. Wunibald in Plankstetten haben begonnen. Gleichzeitig wurde das Erntedankfest gefeiert.
Von Franz Guttenberger

  • Viel Prominenz und ganz junge Bauarbeiter erledigten den Spatenstich für das Haus St. Wunibald. Foto: Franz Guttenberger
  • Die Kindergartenkinder erfreuten mit Einlagen. Foto: Franz Guttenberger
  • Frater Andreas und die neue Projektleiterin Wiebke Kaesberg informierten Besucher über die Strohhausbauweise. Foto: Franz Guttenberger

Berching.Zahlreiche Vertreter aus Politik Kirche, Behörden, Architekten, Planer und Bauunternehmen kamen am Samstagmorgen zum Spatenstich für das künftige Haus St. Wunibald. Zugleich wurde das 25- jährige Erntedankfest gefeiert.

Mit dem Haus St.-Wunibald am Standort der ehemaligen Turnhalle wird derzeit das größte strohgedämmte Gebäude in Süddeutschland errichtet. Es bietet ab 2021 Platz für den Abt- Maurus-Kindergarten, die Pfarrverwaltung sowie 30 neue Gästezimmer, sagte Abt Beda. Der Neubau entspricht dem Schwerpunkt des Klosters auf Nachhaltigkeit und wird ein europaweites Beispiel für klimaschonendes Bauen. Die Kindergartenkinder gestalteten als keine Bauarbeiter die Feierstunde musikalisch.

„Nach Jahren der Bauplanung, der Suche nach einer Finanzierung und nicht zuletzt der Sicherung des Westhanges im Baubereich kann nun endlich mit dem Neubau begonnen werden“, freute sich Abt Beda. Zum Spatenstich kamen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker, Regierungsvizepräsident Christoph Reichert, MdB Alois Karl ,Landrat Willi Gailler und Bürgermeister Ludwig Eisenreich mit Stadträten.

Ökologie und Nachhaltigkeit

Die Diözese Eichstätt war durch Generalvikar Peter Michael Huber präsent. Auch der Stiftungsratsvorsitzende Egon Greipl war zum Spatenstich gekommen. Wie bereits bei den bisherigen Bauabschnitten der Generalsanierung der Klosteranlage ist es der Klostergemeinschaft wichtig, auch diesen Neubau ökologisch nachhaltig und energieeffizient zu bauen. Daher wird das Gebäude mit Bauholz aus dem Klosterforst errichtet und die Wände mit Strohballen von den ökologisch bewirtschafteten Feldern des Klostergutes im Staudenhof gedämmt. Energetisch erreicht das Gebäude den Passivhausstandard. Bei den vielen Dankesworten vergaß Abt Beda den Projektsteuerer Dr. Jan Schmid nicht, den er als treu sorgende Mutter bezeichnete. Am 22.11.2017 wurde die Baustelle gesegnet. Inzwischen seien 676 Tage verstrichen, rechnete der Abt hoch.

„Dabei waren es keine heiteren Tage, denn der Hangrutsch und die steigenden Baukosten hatten uns in Angst und Schrecken versetzt, doch es gab dennoch Lichtblicke und Zeichen der Hoffnung und mit Vertrauen auf Gott und den Menschen haben wir gelernt, mit drängenden Situationen umzugehen“, so Abt Beda weiter.

Dank sei die Geburtsstunde neuer Ideen und ein Jahrhundertbauwerk könne nicht in einer kurzen Zeit umgesetzt werden, sagte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Im Hinblick auf den Hangrutsch kam Füracker zu der Schlussfolgerung, dass man ein Kloster nicht einfach versetzen könne. Die Förderung durch den Bund und den Freistaat sei gerechtfertigt, so Füracker.

„Der heutige Tag ist ein großer Feiertag für die Abtei Plankstetten, für die jungen Familien mit kleinen Kindern in Plankstetten und im südlichen Gemeindebereich und ein Feiertag für die Stadt Berching“, sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich. „Wir sind alle erleichtert und glücklich, dass nach einer längeren Vorgeschichte heute mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.“

Der erste Stadtratsbeschluss zum Neubau des Kindergartens Plankstetten gehe auf den 24. Februar 2015 zurück. Dem Stadtrat war klar, dass zum Schnüren des komplexen Finanzierungs- und Förderpakets ein längerer zeitlicher Vorlauf zu erwarten war, gab Eisenreich zu verstehen. Dass es aber dann noch länger gedauert hat, ist externen, von uns allen nicht vorhersehbaren und nicht steuerbaren Faktoren geschuldet. Aufgrund der immens gestiegenen Baupreise und der zusätzlich erforderlichen umfangreichen Stabilisierung des Westhanges musste das Finanzierungspaket massiv nachgebessert werden.

Gewinn für die Stadt Berching

Für die Stadt Berching sei der Neubau in Plankstetten ein weiterer Baustein für den Anspruch als familienfreundliche Gemeinde. Statiker Stefan Lerzer erinnerte daran, dass man 2018 den Spatenstich vornehmen wollte. Mit Blick auf den CSU-Politiker Füracker sagte Lerzer, dass auch die CSU 2018 damals bei den Wahlen einen „Erdrutsch“ erlebt hatte – und mit einen Erdrutsch verbunden sind natürlich Untersuchungen und Analysen. So war aus auch in Plankstetten.

„Genauso wenig wie Rom wurde auch das Kloster Plankstetten nicht auf einen Tag erbaut“, führte MdB Alois Karl aus. „Wir tragen Verantwortung für die Vergangenheit, aber auch für die Zukunft“, betonte Karl. Aufgrund der Gegebenheiten wurde daher eine notwendige Nachfinanzierung erreicht. Ein Schmuckstück für die ganze Region dürfte man nicht verwahrlosen lassen, so der Abgeordnete weiter.

Nach dem Spatenstich wurde das 25. Erntedankfest eröffnet. „Wir müssen Gott dafür danken, was wir gesät und geerntet haben“, sagte der Abt. Der Erntedankmarkt sei nicht zur eine Veranstaltung zum Kaufen von Produkten und Gegenständen, sondern auch ein Treffpunkt, um das Kloster bei Führungen oder Chorgebeten kennenzulernen.

Plankstetten bewegte die Menschen in den 25 Jahren Erntedank und sei ein guter Ort für Kommunikation. Dies bestätigte auch Landrat Willi Gailler. „Die Abtei Plankstetten nimmt den Schöpfungsauftrag ernst“, sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich und das Erntedankfest sei ein guter Anlass darüber nachzudenken, wie wir mit unserem täglichen Brot umgehen.

Das Erntedankfest

  • Ort:

    Nicht nur draußen im Freien sondern im Ulrich-Dürner-Saal, im Cramer-Klett-Saal und erstmals auch im Raum St.-Benedikt waren alle Standplätze belegt.

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