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Medizin

Dr. Thomas Bambach verlässt Parsberg

Dr. Thomas Bambach verlässt die von ihm aufgebaute Gemeinschaftspraxis in Parsberg. Im Sommer wird er in Neumarkt eine Privatpraxis eröffnen.
Von Peter Tost

Dr. Thomas Bambach eröffnet im Sommer eine kleine Privatpraxis in Neumarkt. Foto: Tost

parsberg.Nach 23 Jahren in Parsberg wird Dr. Thomas Bambach Mitte Juni Parsberg verlassen. Als Facharzt für Orthopädie und als Schmerztherapeut hatte er sich in Parsberg über die Jahre hinweg einen überregionalen Ruf erarbeitet. „Ich habe mich entschlossen, aus der Gemeinschaftspraxis als Kassenarzt auszuscheiden und voraussichtlich ab Mitte August in Neumarkt eine privatärztliche und Selbstzahlerpraxis zu führen.“

Der Grund: „Die Arbeitsbedingungen im System der kassenärztlichen Medizin haben sich im Lauf der Jahre zunehmend verschlechtert“, sagt der Facharzt für Orthopädie und Schmerztherapeut, der vor 23 Jahren in der Darshofener Straße Parsberg seine Praxis gegründet hatte. Schon bald hatte sich als Behandlungsschwerpunkt neben der allgemeinen orthopädischen Therapie die spezielle Schmerztherapie herauskristallisiert.

Schmerztherapie im Fokus

„Nach zahlreichen Fortbildungen wurde ich 1996 bereits zur Schmerztherapievereinbarung der Ersatzkassen zugelassen, die damals als Vorläufer der speziellen schmerztherapeutischen Behandlung in Bayern angesehen werden kann“, erinnert er sich. Nach Einführung der entsprechenden Zusatzbezeichnung hatte er diese 2003 erworben und sich dann auch immer stärker auf die Behandlung chronischer Schmerzen spezialisiert.

„Chronische Schmerzen sind nach meinem Verständnis ein komplexes Geschehen, das biologisch-körperliche, soziale und psychologischen Faktoren umfasst“, erklärt der Mediziner sein großes Interesse an der Schmerztherapie. Chronischer Schmerz führe zu Beeinträchtigungen in vielen Bereichen des menschlichen Lebens.

So seien nicht nur die allgemeine Befindlichkeit, Stimmung und Denken gestört, sondern auch das Verhalten, die soziale Interaktion und die Arbeitsfähigkeit. Hinzu kämen der Mobilitätsverlust und diverse Funktionseinschränkungen. „Sämtliche dieser Faktoren müssen gewichtet und sorgfältig behandelt werden“, erklärt Dr. Thomas Bambach.

Für diese Art der Behandlung hätten sich aber leider die Arbeitsbedingungen im kassenärztlichen System so verschlechtert, dass er sich zum Ausstieg entschlossen habe. „Es war schon immer schwierig, dass die Leistungen mit ständig wechselnden Punktwerten vergütet werden“, erklärt er. Der Arzt habe beim Zeitpunkt der Behandlung keine Ahnung, wie seine Leistungen Monate später von der Kassenärztlichen Vereinigung vergütet werden.

„Immer mehr Auflagen“

Zum anderen gebe es immer mehr Auflagen und Restriktionen. „Während die Krankenkassen ihren Patienten versichern, dass alle medizinisch erforderlichen Leistungen selbstverständlich bezahlt würden, erfährt der Schmerztherapeut, dessen Patienten sich von denen anderer Ärzte unterscheiden, Quartal für Quartal, dass für angeblich zu viel verordnete Medikamente in Regress genommen wird.“

Außerdem benötige die Spezielle Schmerztherapie viel Zeit, die im Hamsterrad der kassenärztlichen Praxis kaum zur Verfügung stehe. „Um Zeit für alternative Methoden wie Hypnose, Akupunktur aber auch spezielle Injektionsverfahren zu haben, will ich meine Arbeit in einer deutlich kleineren privatärztlichen Praxis fortführen“, sagt der Mediziner.

Nachfolger in der Gemeinschaftspraxis mit Dr. Felix Seelus in Parsberg sei Dr. Stefan Hocke, der im Augenblick noch als Oberarzt in einer Münchner Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig sei.

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