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Donnerstag, 21. Juni 2018 26° 4

Gericht

Drogen wurden einem Mann zum Verhängnis

Marihuana und LSD brachten einen 24-Jährigen vor das Amtsgericht Neumarkt. Er wurde mit einer Geldauflage bestraft.
Von Luis Münch

Um Marihuana ging es bei dem Prozess in Neumarkt. Foto: Pleul/dpa
Um Marihuana ging es bei dem Prozess in Neumarkt. Foto: Pleul/dpa

Neumarkt.„Das war mein erstes und mein letztes Mal“, äußerte sich ein 24-Jähriger vor Richter Rainer Würth. Der Mann musste sich am Donnerstagvormittag vor dem Neumarkter Amtsgericht verantworten, weil er Ende Januar vergangenen Jahres Peter R. (Name geändert) in dessen Wohnung einen LSD-Trip übergeben und 1,3 Gramm Marihuana bei sich getragen hatte.

Das Geständnis kam spät

Zunächst gestand der Angeklagte den Sachverhalt nur teilweise ein. „Das stimmt nicht ganz, ich habe den LSD-Trip mitgenommen, aber nicht abgegeben“, erklärte der Beschuldigte. Auch die 1,3 Gramm Marihuana hätten ihm gehört, weiter gegeben habe er es allerdings nicht. Doch Richter Würth ließ nicht locker: Er fragte mehrmals nach und schließlich gestand der Mann, dass er die Drogen zwar nicht verkauft, dafür aber trotzdem weitergegeben hatte. Beim Blick ins Bundeszentralregister fiel dem Richter vor allem ein Vorfall ins Auge: Der 24-Jährige war schon einmal wegen unerlaubtem Besitzes von Betäubungsmittel aufgefallen. „Ich habe die Drogen damals von Amsterdam mit nach Deutschland genommen“, erklärte der Mann die Straftat. Richter Würth war über das kriminelle Verhalten des Angeklagten verwundert. „Sie machen einen vernünftigen Eindruck. Sie arbeiten, verdienen Geld – wollen Sie sich damit alles versauen?“, fragte er den Mann. Der Beschuldigte erklärte, dass das Ganze aus Neugier passiert sei. „Ich bereue es. Dass es in so einem großen Umfang herauskommt, hätte ich nicht gedacht“, meinte der 24-Jährige.

Staatsanwalt Paul Vogt wertete das Geständnis und die geringe Menge der Drogen zugunsten des Mannes. Gegen den Beschuldigten spreche aber, dass Marihuana als „härtere“ Droge gelte und dass der Mann wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel vorbestraft ist. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe in Höhe von 55 Euro über 60 Tagessätze.

Richter zeigte Erbarmen

Mit gesenktem Kopf fragte der Angeklagte beim Richter nach: „Das sind 3000 Euro, oder? Ich zahle das komplett.“ Diese Aussage nahm Richter Würth unter anderem als Grund dafür, dem Mann lediglich eine Geldauflage in Höhe von 2000 Euro zu erteilen. „Weil Sie gesagt haben, dass Sie mit der Auflage nicht lange zu tun haben wollen, bin ich unter dem Antrag geblieben“, so der Richter. Auch das Geständnis und die Entschuldigung hätten dafür gesprochen. Richter Würth entließ den 24-Jährigen mit einer Warnung: „Tun Sie mir den Gefallen und tauchen Sie hier nicht wieder auf.“ „Ich verspreche es Ihnen“, antwortete er.

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