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Region Neumarkt
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 8

Gericht

Drohungen vor einer Neumarkter Disco

Ein 26-Jähriger wollte die Herausgabe von Zigaretten mit Gewalt erzwingen. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten.
von Helmut Sturm

Acht Monate auf Bewährung erhielt ein Angeklagter in Neumarkt. Foto: Andreas Gebert/dpa
Acht Monate auf Bewährung erhielt ein Angeklagter in Neumarkt. Foto: Andreas Gebert/dpa

Neumarkt.Das hätte viel schlimmer ausgehen können: Darin waren sich alle Prozessbeteiligten einig. Ein 26-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis hatte am 4. November 2017 im Außenbereich einer Neumarkter Diskothek von drei Jugendlichen die Herausgabe von Zigaretten gefordert – so lautete der Vorwurf. Als diese seinem Wunsch nicht nachgekommen sind, habe er mit einem Messer herum gefuchtelt. Die Jugendlichen hätten daraufhin die Polizei gerufen.

Die Bematen nahmen den den 26-Jährigen um 1.40 Uhr fest. Er übernachtete auf dem Revier – und dabei beschädigte er auch noch das Inventar. Amtsrichter Rainer Würth und die zwei Schöffen verzichteten auf die Einvernahme der sechs Zeugen. Der Sachverhalt liege ohnehin „klar auf dem Tisch“. Und: Der Angeklagte räumte die Tat ein, soweit er sich bei 2,47 Promille noch erinnern konnte. Es blieb bei dem Versuch des Raubes: Die Ware hatte nicht den Besitzer gewechselt. Erschwerend wertete Richter Würth jedoch, dass der glimpfliche Ausgang der Tat nicht vorhersehbar gewesen sei: „Das hätte auch viel schlimmer ausgehen können. Hätte sich bei dem Alkoholgehalt des Angeklagten auch nur einer der Bedrohtengewehrt, würden wir heute noch Schlimmeres als eine versuchte räuberische Erpressung verhandeln.“

Rechtsanwalt Lößel machte eine günstige Sozialprognose geltend. Der Angeklagte gehe einer geregelten Arbeit nach und habe eine feste Bleibe. Ferner sei es ja beim Versuch geblieben. Es sei mehr um Randale als um Raub gegangen. Er hielt ein Strafmaß von sechs bis sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung für angemessen. Der Staatsanwalt forderte neun Monate auf Bewährung.

Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu acht Monaten Freiheitsstrafe wegen schwerer räuberischen Erpressung, die drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage kam die Übernahme der Kosten und 1000 Euro Zahlung an eine noch zu benennende Organisation auf den Angeklagten zu.

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