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E-Autos: Hoffen auf das Popcorn-Prinzip

Die Menschen zögern mit dem Umstieg auf Fahren mit Strom. Anhänger glauben, dass der Knoten bald platzen könnte.
Von Wolfgang Endlein

Martin Selch pendelt täglich mit seinem E-Auto zur Arbeit.
Martin Selch pendelt täglich mit seinem E-Auto zur Arbeit. Foto: Tost

Herrnried.Mit dem Fahrrad in die Arbeit pendeln? Oftmals zu weit. Den Bus oder den Zug nehmen? Nicht selten sehr zeitaufwendig. Weswegen sich viele Pendler jeden Tag für das Auto entscheiden. Nachhaltig ist das nicht. Es sei denn, man fährt mit Strom wie Martin Selch. Damit ist der Herrnrieder noch eine Ausnahme. 55 E-Autos (2015: 34) sind derzeit im Landkreis angemeldet. Eines davon fährt Martin Selch.

Selch: „E-Auto langfristig günstiger“

Und das nicht nur wegen des Umweltschutzgedankens. Der Herrnrieder ist überzeugt, mit E-Mobilität kann man auch Geld sparen. Dabei glaubten viele genau das Gegenteil und seien abgeschreckt. „In der Anschaffung ist ein E-Auto tatsächlich noch teurer“, sagt der 55-Jährige. Rund 35 000 Euro kostet sein BMW i3, Modelle anderer Hersteller sind für rund die Hälfte zu haben. „Wenn man es auf die Lebensdauer rechnet, ist ein E-Auto günstiger“, sagt Selch und zählt Einsparungen bei Steuern, Wartungskosten und Kraftstoff beziehungsweise Strom auf. Im Idealfall produziert man dann noch wie Selch mit einer Fotovoltaikanlage seinen Strom selbst.

Womit man bei der Versorgung mit Strom und den Bedenken vieler Menschen angekommen ist, mit ihrem E-Auto stehen zu bleiben – ohne eine E-Tankstelle in Reichweite. Denn die Reichweite ist nach wie vor bei E-Autos ein kritischer Punkt. 120 bis 160 Kilometer kann Selch je nach Jahreszeit mit seinem BMW fahren. Das E-Auto böte sich daher aktuell vor allem als Ersatz für das Zweitauto an, das in vielen Haushalten vorhanden sei, sagt Selch.

Künftig soll aber noch mehr gehen. Denn bei der Reichweite, da ist Selch überzeugt, werde sich in nächster Zeit noch etwas tun. Das hofft auch Michael Gottschalk, der am Landratsamt für die Kreisentwicklung und damit auch für die Mobilität zuständig ist. Zugleich wächst das Netz der E-Tankstellen – insbesondere im Landkreis. „Ich denke, dass wir am Jahresende soweit sind, dass es in jeder Gemeinde eine E-Tankstelle gibt.“ Eingebunden ist dies in eine Kooperation mit dem Energieversorger N-Ergie, der die Ladesäulen aufbaut und betreibt.

E-Tankstellennetz noch verbesserbar

Hinfahren, tanken, wegfahren: So einfach wie bei konventionellen Tankstellen ist dies bei einer E-Tankstelle allerdings größtenteils nicht. Wer tanken kann, ob man etwas bezahlt und auf welche Weise, ist oftmals von Tanksäule zu Tanksäule verschieden (Übersicht unter karte.mittelbayerische.de). Aber schon kurzfristig soll sich hier etwas tun, berichtet Walter Egelseer, Klimaschutzmanager des Landkreises. Schon bald soll man die meisten Tanksäulen per App auf dem Smartphone finden können.

Was im Landkreis getan werden könne, das werde getan, sagt Egelseer. Vor Ort werde viel Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, das E-Tanksäulennetz ausgebaut, Gemeinden schafften E-Autos an und es gebe viele Eigenheimbesitzer, die ihr E-Auto bei sich zuhause aufladen könnten. Letztlich hänge aber auch viel davon ab, ob der Bund fördere und ob die Hersteller die Entwicklung vorantrieben. „Ich bin optimistisch“, sagt Selch über die elektromobile Zukunft. Er glaubt an das Popcorn-Prinzip, demzufolge die Zahl der E-Autos wie der Mais in einer Pfanne langsam, dann aber umso zahlreicher aufplatzen wird.

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