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Region Neumarkt
Montag, 24. September 2018 13° 5

Justiz

Ehefrau geschlagen und bedroht

Ein 53-Jähriger ging auf seine Ehefrau los. Dafür bekam er vor dem Neumarkter Amtsgericht nun die Quittung.
Von Gerd Schlittenbauer

Der Mann musste sich vor Gericht verantworten. Foto: Johannes Heil
Der Mann musste sich vor Gericht verantworten. Foto: Johannes Heil

Neumarkt.Der Angeklagte konnte sich nicht mehr an den Vorfall erinnern, da er Tabletten und Alkohol zu sich genommen hatte, aber Amtsrichter Rainer Würth schenkte der Aussage der Ehefrau des 53-jährigen Angeklagten Glauben.

Diese musste gar nicht persönlich zur Verhandlung erscheinen – es genügte das Vorlesen des Protokolls. Am Oberarm sei sie gepackt worden, mit der Faust gegen die Brust geschlagen, was Hämatome verursachte. Der Anlass war gering: Die Frau hatte zuvor nur mitgeteilt, sie werde sich demnächst in stationäre Behandlung begeben. Schließlich bedrohte der Ehemann seine Frau mit dem Messer und drohte ihr nicht nur mit Stichbewegungen sondern auch mit Worten: Er werde sie umbringen. Die Frau flüchtete ins Treppenhaus und entkam ihrem „sichtlich angetrunkenen“ Mann.

Der Angeklagte gestand die Tat uneingeschränkt und ließ über seinen Pflichtverteidiger ausrichten, das Vorgefallene sei ihm „furchtbar unangenehm“. Der Verteidiger erklärte, dass sich der Angeklagte vor der Tat längere Zeit wegen psychischer Probleme in stationärer Behandlung befunden hatte. In der Verhandlung stellte sich heraus, dass die Ehefrau ihren Mann verlassen hat. Seinen Beruf werde der 53-Jährige wohl auch verlieren und zudem den Führerschein, weil ein Verfahren wegen Trunkenheit anstehe.

Aufgrund der schwierigen persönlichen Situation des Angeklagten blieb Richter Würth milde. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung sprach er eine Freiheitsstrafe von einem Jahr aus. Zugunsten des Angeklagten wirkten das Geständnis, die Schuldeinsicht, die Tatsache, dass „glücklicherweise“ keine gravierenden Verletzungen zustande kamen und der Angeklagte nicht vorbestraft war sowie die verminderte Schuldfähigkeit. Am Ende war eine Bewährungszeit von drei Jahren möglich. Auf eine Arbeits- oder Geldauflage verzichtete der Richter. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr und drei Monate gefordert, der Verteidiger neun Monate.

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