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Architektur

Ein Bauwerk wie im Science-Fiction-Film

Der Neumarkter Bruno Knychalla von der FIT AG in Lupburg forscht seit Jahren im Bereich digitales Bauen. Die Zukunft naht.
Von Gerd Schlittenbauer

Bruno Knychalla forscht am Gebäude-Druck.  Foto: Schlittenbauer
Bruno Knychalla forscht am Gebäude-Druck. Foto: Schlittenbauer

Neumarkt.Ein Auszug aus einem Science-Fiction-Film? Mitnichten. Zwei Roboter und eine Drohne bauen einen Pavillon aus Carbon: Die Zukunft hat schon begonnen. Dieses nach dem Vorbild einer Motten-Larve entworfene Bauwerk steht bereits in Lupburg.

Bruno Knychalla von der FIT AG Lupburg hat an dem Projekt federführend mitgearbeitet. Die 280-Mann-Weltfirma um Vorsitzenden Carl Fruth ist ein Pionier im innovativen, additiven Bauen – also der Fertigung per

3D-Drucker.

Architekt Knychalla aus Neumarkt brachte die Zukunftsperspektiven, von denen er selbst sagt, dass sie möglicherweise erst in 50 Jahren richtig umgesetzt werden können, den rund 400 Zuhörern im Maybach Museum nahe.

Veranstalter des von Johannes Berschneider organisierten Vortrags war dieses Mal der Treffpunkt Architektur der Bayerischen Architektenkammer. „Radikal innovativ bauen“ hatte Knychalla seinen Vortrag betitelt.

Bauobjekte werden am Computer entworfen, 3D-gedruckt und schließlich, wenn notwendig, besprüht oder bemalt. So geschehen ist das beispielsweise beim Altar der Kirche St. Laurentius in Altmühldorf am Inn in Form einer digital erstellten Skulptur. Einen neuen Prozess hatte sich Bruno Knychalla hier überlegt.

Der Kern besteht aus Polyamid. 60 Teile werden zusammengesetzt, die 3D-Konstruktion schlussendlich mit Alu und Bronze beschichtet und von Künstlern mit Goldfarbe bemalt. „Es ist eines der größten gedruckten Modelle bisher“, sagte der Forscher, digitale Baumeister und Architekt Bruno Knychalla. „Das Werk wurde in der Kirche geweiht, es war eine spannende Geschichte.“

3D-gedrucktes Bauen

Eine „Wand der Zukunft“ ist ein weiteres Beispiel für 3D-gedrucktes Bauen. Hier plage man sich eines Tages nicht mehr mit der Frage nach Dämmstoffen herum, sondern drucke in die Wand eine Funktionsgeometrie hinein. „Ich arbeite seit zehn Jahren daran, Gebäude zu drucken“, erklärte Bruno Knychalla. „Die Zeit ist reif – wir können loslegen.“

Ein Kernpunkt der erforschten Methode ist die Kommunikationsstrategie „BIM – Building Information Modeling“. Hier kommuniziere nicht mehr jeder der am Bau Beteiligten kreuz und quer miteinander. Das Modell werde vielmehr von allen Involvierten zentral abgerufen. Mit dem oben beschriebenem, eine Tonne schweren Carbon-Pavillon haben Bruno Knychalla und sein Team den „BIM-Award 2018“ gewonnen.

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