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Kooperation

Ein Beispiel für lebendige Inklusion

Weltladen Parsberg und Regens Wagner wollen sich enger vernetzen. Der Einsatz von Menschen mit Behinderung ist ein Gewinn.
Von Vera Gabler

Sie sind stolz auf die Zusammenarbeit (von links): Regina König, Anni Hackner, Uli Sellner, Josef Forster, Richard Theil und Wolfgang Ott Fotos: Gabler
Sie sind stolz auf die Zusammenarbeit (von links): Regina König, Anni Hackner, Uli Sellner, Josef Forster, Richard Theil und Wolfgang Ott Fotos: Gabler

Parsberg.Unter dem Motto „Wir sind da, wo ihr auch seid“ hat sich der Weltladen Parsberg noch enger mit der Regens Wagner Holnstein vernetzt. Nach dem erfolgreichen Projekt Menschen mit Autismus unterstützt von Betreuern im Weltladen arbeiten zu lassen, hat sich jüngst eine neue Gruppe von Mitarbeitern vorgestellt. „Anni Hackner und Josef Forster aus der Regens Wagner Förderstätte und der Senioren Tagesstätte wollen zeigen, dass sie trotz ihrer Behinderung ihren Platz in der Gesellschaft finden können“, erklärt Richard Theil als Gesamtleiter von Regens Wagner.

Zusammen mit Wolfgang Ott und der Betreuerin Regina König erinnert sich Uli Sellner vom Weltladen an die ersten Kontakte mit der Regens Wagner. Dank der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Barbara Witte habe man seit über 14 Jahren einen besonders innigen Kontakt mit Regens-Wagner Holnstein. Angefangen hatte es mit dem Verkauf von Waren aus dem Werkstattladen in Holnstein. Bei der Paketaktion 2011 haben Menschen mit Autismus Geschenkpakete mit fair gehandelten Waren verpackt.

Interessante Informationen zur Zusammenarbeit von Regens Wagner und dem Weltladen Parsberg finden Sie hier:

Eckdaten der Zusammenarbeit

  • Weltladen in der Stadtmitte Parsberg:

    Dienstag bis Samstag von 9 bis 11.30 Uhr, sowie Donnerstag und Freitag von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden Donnerstagvormittag übt ein Mensch mit Behinderung unter Hilfe eines Betreuers den Verkauf. Neben fair gehandelten Produkten und einer Info-Ecke des Bund Naturschutzes gibt es auch Produkte verschiedener Behinderten-Werkstätten. Angefangen von Taschen, Schuhen und Kuscheltieren, die handwerklich hergestellt wurden, bis hin zu Likören und Schnäpsen, die sehr begehrt sind.

  • Regens Wagner Holnstein:

    Die Einrichtung für Menschen mit Behinderung begleitet diese und unterstützt sie. Sei es beim Wohnen, Lernen, eine Ausbildung machen oder arbeiten. Nach der Devise jeder Mensch hat das Recht gut zu leben, setzen sich gut ausgebildete Mitmenschen in der Einrichtung in Holnstein dafür ein, dass auch die Menschen mit Behinderung ihren Weg gehen können. Dabei spielt weder die Behinderung noch das Lebensalter eine Bedeutung, man respektiert die Würde, hat Achtung und verhilft zum Recht auf Selbstbestimmung.

  • Netzwerk:

    Ein weiterer Schritt des Zusammenlebens in Parsberg ist der Bau einer stationären Wohnanlage in Parsberg. Bereits seit 2015 laufen die Vorbereitungen, seitens der Stadt Parsberg und deren Bürger ist ein großes Entgegenkommen und die Bereitschaft spürbar, ein Wohnangebot für Menschen mit Behinderung in das städtische Leben zu inkludieren. An der Dr. Nardini Straße konnte ein geeignetes Grundstück erworben werden. Dort sollen 24 Wohnplätze für Menschen mit Behinderung, sowie mit Autismus geschaffen werden.

Seit 2013 habe sich das Weltladen-Team zusammen mit der Regens-Wagner auf ein neues Angebot beziehungsweise eine neue Dienstleistung eingelassen. „Ein wesentlicher Schwerpunkt der Förderung von Menschen mit Behinderung liegt auf der Kommunikation“, erinnerte Richard Theil als Gesamtleiter der Einrichtung in Holnstein. Dank der Offenheit von Sellner mit seinem Team sei es möglich geworden, Menschen mit Autismus in Parsberg Kommunikation üben zu lassen.

Seit knapp fünf Jahren wird einmal die Woche diese einmalige Chance genutzt, den Betroffenen Raum für Entwicklung zu geben. Jetzt, so Theil, sei man stolz, auch den Bewohnern aus der Förderstätte die Möglichkeit geben zu können, am öffentlichen Leben teilzuhaben. . „Eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist häufig von den betroffenen Menschen gewünscht, aber nicht umsetzbar“, so Ott. Für die auf sie zukommenden, unvorhersehbaren Situationen und Begegnungen fehlten ihnen die adäquaten Reaktionsmuster. Um Menschen mit Behinderung egal welcher Art für den gesellschaftlichen Alltag fit zu machen, müssen diese Situationen geübt werden. „Das gibt Sicherheit und Selbstvertrauen“, ergänzt König. Sellner ergänzt, dass die Reaktionen der Kunden im Weltladen sehr unterschiedlich seien. „Die meisten kommen in den Laden und kaufen ein, wie in jedem anderen Laden auch.“ Dabei spiele es für sie keine Rolle, welche Beeinträchtigungen dieser Mensch hinter der Kasse habe. Hauptsache der Service stimme. Für wenige schwingt vor allem das Mitleid für Menschen mit Behinderung mit.

Ablehnung sei Gott sei Dank so gut wie nie zu spüren. Schön sei es, dass immer mehr Kunden in eine offene unbehinderte Kommunikation mit den Mitarbeitern und Betreuern treten, was jeden Tag zu einem besonderen macht. Abschließend schauen sich Theil, Ott und Sellner das derzeitige Verkaufsangebot im Weltladen an, das von den Bewohnern in Holnstein gefertigt wurde. König ergänzt, dass die Liköre ausgegangen sind, da müsste man mal wieder eine Produktion starten.

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