MyMz
Anzeige

Gesundheit

Ein cooler Helfer für Retter

Eine grüne Dose in der Kühlschranktür soll dafür sorgen, dass Information bei einem Notfall sofort verfügbar sind.
Von Josef Wittmann

Ute Hüttner, Claudia Zölfl-Setschödi, Dr. Werner Richter, Margit Schlenk, Jochen Hirschmann, Christa Häring und Christa Kleebauer fordern mindestens eine Notfalldose für jeden Haushalt. Foto: Wittmann
Ute Hüttner, Claudia Zölfl-Setschödi, Dr. Werner Richter, Margit Schlenk, Jochen Hirschmann, Christa Häring und Christa Kleebauer fordern mindestens eine Notfalldose für jeden Haushalt. Foto: Wittmann

Neumarkt.Wenn die Rettungskräfte in jeder Wohnung nach einer Dose im Kühlschrank suchen, hat das künftig einen guten Grund. In der Kühlschranktür steht hoffentlich die neue SOS-Notfalldose.

Leiter Dr. Werner Richter und Sozialpädagogin Claudia Zölfl-Setschödi stellten diesen coolen Helfer der Rettungskräfte am Donnerstag im Gesundheitsamt vor. Die Idee kam aus dem angelsächsischen Raum nach Berg, berichtete Ute Hüttner von der dortigen Nachbarschaftshilfe. Sie habe davon vor Weihnachten gehört und Bürgermeister Helmut Himmler begeistert.

Seitdem gibt‘s in Berg einen Handbestand der innovativen Dosen, der wird von den Bürgern gut angenommen. Die Notfalldose ist eine einfache weiße Plastikdose mit einem grünen Aufkleber und weißem Kreuz. Darin ist auf einem zusammengefalteten Blatt Raum für wichtige Infos über Grunderkrankungen, Allergien, Medikamente und die Nummer des Hausarztes und wer im Notfall noch zu informieren ist“, erklärt Zölfl-Setschödi.

Auch wo Notfallordner und Patientenverfügung liegen, soll hier stehen. „Alleinerziehende können eintragen, wann und wo ihr Kind abgeholt werden muss.“ Die Notfalldose sei nicht nur für alte Menschen gedacht. „Ärzte und Pflegedienste stehen in der Verantwortung, die Daten aktuell zu halten“ resümiert sie.

Dose in der Kühlschranktür

Ziel war, ein einfaches einheitliches System für alle zu schaffen, ist auf notfalldose.de im Internet zu lesen. Deshalb sollte die Dose in jedem Haushalt am gleichen Ort stehen. Denn „was nutzen die wichtigsten Informationen, wenn der Sanitäter sie nicht findet“, sagt Hüttner. Die Notfalldose mit den lebensrettenden Daten hat ihren Platz in der Kühlschranktür. Ein Kühlschrank steht in jeder Wohnung. Damit die Dose an diesem festen Ort rasch gefunden wird, soll ein kleiner grüner Aufkleber mit einem weißen Kreuz innen an die Wohnungstür geklebt werden und ein weiterer kommt dezent an die Kühlschranktür. So wissen die Sanitäter, dass es eine Notfalldose in der Wohnung gibt. „Sonst müssten sie die Schränke durchwühlen oder bei den Angehörigen nachfragen, die oft aufgeregt und überfordert sind“, argumentiert die Bergerin.

Auch in den 41 Prozent Einpersonenhaushalten in Deutschland könne die kleine Dose im Fall des Falles eine große Hilfe sein, schreibt der Hersteller. Menschen, die schwere Operationen hinter sich haben und regelmäßig Medikamente einnehmen, profitierten ebenfalls von der Dose, die mit wenig Aufwand verbunden ist. Im Notfall zähle jede Minute. Für den Notarzt sei die Dose ein unglaublicher Fortschritt und spare die Zeit nach diesen Informationen suchen zu müssen. „Und das funktioniert ganz einfach mit Papier ohne Strom und Akku, nur mit einem Kugelschreiber“, hebt Christa Häring, vom Generationen-Netzwerk Berngau hervor.

Geschenkidee zum Muttertag

Christa Kleebauer, Seniorenbeauftragte in Berngau, will das System dort beim kommenden Gemeindenachmittag vorstellen. Auch sie sieht als Nutznießer nicht ausschließlich ältere Leute. Auch Jüngeren gelänge es in einer stressigen Notfallsituation oft nicht, Angaben zum Gesundheitszustand und anderen wichtigen Details zu machen. Und oft sei es für die Retter unmöglich, diese Infos in den Wohnungen zu finden. Auch der Deininger Generationennetzwerker Jochen Hirschmann plant, das System in seiner Gemeinde zu etablieren. Damit alle Kommunen diesen Beispielen möglichst rasch folgen, stelle man sich als koordinierende Stelle zur Verfügung, versprach Zölfl-Setschödi. Zum Start wurden 500 der coolen Dosen angeschafft. Zum Selbstkostenpreis von zwei Euro seien sie am Gesundheitsamt des Landkreises und in der Vital-Apotheke im Ärztehaus in der Regensburger Straße zu haben.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht