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Dienstag, 25. September 2018 14° 1

Aktion

Ein Duo radelt gegen Blutkrebs

Ingo Bruhn und Frank Falkowski sind unterwegs in einer hilfreichen Mission. In Beilngries machten sie einen Tag lang Rast.
Von Johann Grad

Die gelben Westen zeigen die Absichten der beiden Radler. Foto: Grad
Die gelben Westen zeigen die Absichten der beiden Radler. Foto: Grad

Neumarkt.Völlig durchnässt kamen sie auf ihrer Deutschlandtour von Nürnberg her auf dem Campingplatz Beilngries an und übernachteten in einem Fasshotel. „Die ganze Zeit vorher war es immer schön warm, weiter im Norden auch sehr heiß. Jetzt ist es frisch, das kennen wir noch gar nicht“, sagt Ingo Bruhn beim Gespräch mit unserer Zeitung am Ausruhtag in der Altmühlstadt.

Hier konnten sie die nassen Sachen waschen und trocknen lassen. Am 2. Juni sind er und Frank Falkowski in Wulfsmoor, Schleswig Holstein, in die Sattel gestiegen zum „Radeln gegen Blutkrebs“. Bis jetzt haben die beiden Männer ca. 750 Kilometer geschafft, nach der Alpenüberquerung ist die Ankunft am 19. Juni in Natz-Scharbs in Südtirol geplant, dann stecken ihnen 1100 Kilometer in den Beinen.

Neben der Unterstützung der gemeinnützigen Sache freuen sich beide auf die Alpen und die Dolomiten und Ingo hofft, besonders schöne Fotos schießen zu können. Die kann er brauchen, macht er doch gerade zusätzlich ein Studium in Sachen Grafik. Sozusagen als Belohnung winkt beiden das Festival „Alpen-Flair“, bei dem jede Menge Bands moderne Rockmusik auf die Ohren geben.

Losgefahren ohne extra Training

Ingo Bruhn und sein Bruder wollten schon immer mal eine Tour von Nord nach Süd durch Deutschland machen. Jetzt war es soweit, aber aus beruflichen Gründen musste der Bruder passen. Frank Falkowski las die Geschichte in der Zeitung, rief Ingo an, traf sich mit ihm und nach kurzem „Klönen“ war die Sache geregelt. Extra Training brauchten beide nicht, Ingo fährt jeden Tag mit dem Rad die 50 Kilometer hin und zurück zur Arbeit und Frank sitzt auch sehr oft im Sattel.

Die Route samt Etappen ist vorgeplant, jeden Tag legen die beiden auf ihren Trekkingrädern zwischen 80 und 100 Kilometer zurück, zum Übernachten geht es auf Campingplätze, wo sie ihr Zelt aufschlagen.

Unterwegs wird eingekauft und Abendessen und Frühstück auf dem Gaskocher zubereitet. Um die zwanzig Kilogramm Ausrüstung hat jeder auf seinem Rad mitzuschleppen. Im flachen Norddeutschland kamen die beiden Radler leicht voran, doch die Steigungen am Harz waren sie nicht gewohnt, verlangten schon mehr ab, doch sie gewöhnten sich daran. Für die Fahrt durch und über die Berge hat Ingo vorsichtshalber die Tagesetappen verkürzt auf höchstens 50 Kilometer.

Auffällige Westen dabei

Das Plakat der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei Foto: Roland Weihrauch/dpa
Das Plakat der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei Foto: Roland Weihrauch/dpa

Ingo und Frank machen mit der Tour besonders aufmerksam auf die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei), eine Gesellschaft, bei der man sich als Stammzellenspender registrieren lassen kann. So hilft man mit, Leukämie zu besiegen.

Bei ihrer Fahrt durch das Land tragen sie auffällige gelbe Westen mit dem Slogan „Radeln gegen Blutkrebs“. Unterwegs gibt es immer wieder interessante Gespräche mit den Leuten, sie verteilen Flyer und bitten um Spenden, die jeder dann selber auf die DKMS überweisen muss.

An die 2400 Euro sind schon eingegangen. „Die Unterstützung ist recht groß“, freut sich Frank und weist auf die Medien hin, die ebenfalls für Aufmerksamkeit sorgen und immer wieder über die beiden berichten. „Zeitungen, Internet, WhatsApp, Facebook, Twitter oder Instagram, überall ist „Radeln gegen Krebs“ ein Thema.

Hier finden Sie Informationen, wie man Knochenmarkspender wird:

So wird man Knochenmarkspender

  • Die DKMS:

    Die ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei, hierbei handelt es sich um eine gemeinnützige GmbH, vermittelt Stammzellspenden an Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind.

  • Registrierung:

    Nach der Registrierung und der Abgabe einer Speichelprobe werden Gewebemerkmale analysiert und in einer Datei festgehalten. Die Daten stehen dann weltweit für die Suche nach einem Stammzellenspender bereit. Weitere grundlegende Infos finden sich unter www.dkms.de.

  • Spender:

    Kommt ein Spender für eine Stammzell- oder Knochenmarkentnahme in Frage, erfolgt eine erneute Blutentnahme. Die Gewebemerkmale des Spenders werden mit denen des Patienten abgeglichen.

  • Übereinstimmung:

    Bei einer Übereinstimmung wird der Spender ausführlich untersucht, um mögliche Risiken für ihn, aber auch für den Patienten auszuschließen. Für die Spende übernimmt die DKMS die Organisation. Auch mit dem Arbeitgeber klärt die DKMS den Ausfall.

„Wir geben Infos und Statements ab und die Follower motivieren uns“, erklärt Ingo. Sponsoren unterstützen ebenfalls die Aktion, so die Göttinger Band Geschwister oder Radio Götting, das ein Interview sendete. Auf dem Campingplatz Holm Seppensen durften sie kostenlos übernachten und in Sulzfeld in der Nähe von Bamberg stellte ihnen der Bürgermeister einen Wohnwagen zur Verfügung.

In Wolfratshausen gibt es Treffen mit der Band Grenzen-Los, die auch die Aktion unterstützt. Weiteren Zusprucht gibt es von FK-Dienstleistungen aus dem Schwarzwald oder auch die Firma Sonne Wind Energie unterstützt das Projekt.

Und Energie brauchen die beiden Radler, denn die langen Strecken jeden Tag gehen schon an die Substanz, besonders bei heißen Temperaturen. Kommt dann noch eine zweistündige Irrfahrt über Stock und Stein wie im Thüringer Wald hinzu, schlaucht das enorm.

Die Anstiege in den Alpen, die Fahrt über die alte Bennerstraße werden ihnen noch einmal alles abverlangen, bevor sich Ingo und Frank dann am Ziel in das Festival „Alpen Flair“ stürzen können. Infos zu der Aktion gibt es auch unter www.radeln-gegen-den krebs.de.

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