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Kommentar

Ein Glücksfall für die Ice Tigers

Ein Kommentar von Thorsten Drenkard

Es wird auch ohne Rob Wilson bei den Ice Tigers weitergehen, natürlich. Wie es immer weitergeht, wenn Trainer, Spieler oder Sportdirektoren sich verabschieden (oder gehen müssen). Niemand ist größer als der Verein. Aber so mancher, der sich eine zeitlang für den Klub mit Herz und Seele eingebracht hat, bleibt im kollektiven Gedächtnis in Erinnerung.

An Rob Wilson, der dreieinhalb Jahre lang am Kurt-Leucht-Weg wie ein vom Erfolg Besessener gearbeitet hat, werden sie sich bei den Ice Tigers vor allem mit einem breiten Lächeln erinnern. Er war zwar hart in der Sache, aber stets human und humorvoll im Umgang. Wilson war während seiner Zeit in Franken für Nürnberg ein sehr guter Coach und ein noch besserer Mensch – frag nach beim Team des Vereins, für den der kernige Kanadier ein Glücksfall gewesen ist.

Den Fluch besiegt

Was von seinem Engagement bleibt? Es war eine sportlich erfolgreiche Zeit. Unter Wilson wurde der Viertelfinal-Fluch besiegt, platzierte sich das Team in den vergangenen drei Spielzeiten stets unter den besten vier DEL-Vereinen während der Playoffs.

Zudem werden Treutle, Fox, Ehliz und Kollegen in der nächsten Saison den Eistiger auf europäischer Ebene repräsentieren, wenn Nürnberg in der Champions Hockey League gegen Top-Teams aus Europa um die Hartgummischeibe kämpfen wird. Unter Wilson entwickelten sich deutsche Spieler wie Leo Pföderl, Yasin Ehliz oder Oliver Mebus kontinuierlich zu gestandenen Nationalspielern oder Leistungsträgern im Verein weiter. Die Ice Tigers sind unter Wilson professioneller geworden.

Der Meistertitel blieb verwehrt

Die Ära Wilson bleibt aber auch eine unvollendete. Der Coach schaffte es letztlich nicht, die ambitionierte und von Sportdirektor Jiranek stets umsichtig zusammengestellte Mannschaft zum ersten Meistertitel in der DEL-Geschichte des Vereins zu führen.

Wilson lässt ehrliches, physisch kompromissloses Eishockey spielen – keine Schnörkel, kein Spektakel. Manch einem im Nürnberger Umfeld war Eishockey à la Wilson manchmal zu bieder und zu sicherheitsbedacht. Das brachte ihm, gerade in den Playoffs, wiederholt Kritik von Teilen der Fans ein.

Hier lesen Sie ein Porträt über Rob Wilson.

Manch einem im Nürnberger Umfeld war Eishockey à la Wilson manchmal zu bieder und zu sicherheitsbedacht. Das brachte ihm, gerade in den Playoffs, wiederholt schwer nachvollziehbare Kritik von Teilen der Fans ein.

Dass das Kapitel Rob Wilson in Nürnberg nun vorzeitig und ohne krönenden Titel endet, ist schade – aber der 1,91 Meter große Mann mit der rauen Schale und dem weichen Kern wird bei den Ice Tigers dennoch in bester Erinnerung bleiben.

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