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Region Neumarkt
Montag, 21. Mai 2018 23° 1

Porträt

Ein Leben, drei Leidenschaften

Peter Neumeyer liebt den Fasching, die Gastronomie und den TSV Berching – obwohl er seine Fußballer einmal betrogen hat.
Von Franz Guttenberger

Peter Neumeyer wurde mit der Ehrenamtsurkunde ausgezeichnet. Fotos: Guttenberger

Berching.Peter Neumeyer erhielt vor einigen Wochen für seine langjährige Tätigkeit beim TSV Berching eine Ehrenamtsurkunde und eine DFB-Uhr überreicht. Aber nicht nur im Sport, sondern auch bei der Berchinger Faschingsgesellschaft Hechtonia hat sich Neumeyer große Verdienste erworben. „In Berching kennt fast jeder jeden, hier bin ich aufgewachsen und hier fühle ich mich auch wohl“, sagte er.

Wie es sich für einen waschechten Berchinger gehört, erblickte er im Krankenhaus der Hechtenstadt auch das Licht der Welt: am 18. April 1945. Unter der Obhut von Hebamme Theresa Lengenfelder sei er, wie er von sich selbst schmunzelnd sagt, wohl als „mittlerer, schönster und größter“ seiner fünf Geschwister geboren wurden. Die Mutter Wally arbeitete damals in ihrem kleinen Lebensmittelgeschäft an der Stelle der heutigen Sparkasse. Vater Johann Neumeyer war Bierbrauer. Wie damals üblich habe er im Alter von drei Jahren den Kindergarten St. Franziskus besuch – zunächst bei Schwester Quinta, später bei Schwester Hilda.

Ab 1951 ging Neumeyer in die Volksschule. Er sei laut eigenen Aussagen immer ein sehr guter Schüler gewesen. „Ich war halt immer a bisserl auffällig. Aber das bin ich ja heute noch.“ Er sei damals fünf Jahre lang „leidenschaftlicher Ministrant“ gewesen, wie er selbst sagt. Leidenschaftlich allerdings vorwiegend deshalb, um einen ausreichenden Betrag Münzen für das wöchentliche Großereignis „Viehmarkt“ anzusammeln. Doch auch seine Ministrantenkollegen seien schließlich nicht immer als personifizierte Engel durch die Welt gewandelt.

Wolfgang Petry war zu Gast

Neumeyer eröffnete 1975 als Pächter des ehemaligen „Töff, Töff“ seine Disco „Don Pedro“ in der Berchinger Vorstadt. Mit Stolz berichtet er, welche Schlagerstars bis 1981 im „Don Pedro“ aufgetreten sind: unter anderem „The Lords“, Steve Bender von Dschingis Kahn, und Wolfgang Petry. Die gesammelten Zeitungsausschnitte von damals holt Neumeyer hinter der Theke des Sportheims hervor. Voller Freude berichtet er von den Begegnungen mit den damaligen Stars. Begeisterungsfähigkeit und Ideenreichtum gehören zu den typischen Charakteristika, die er bei seinen zahlreichen Aktivitäten an den Tag legt.

Kein Wunder, dass er aufgrund dieser Qualitäten die „fünften Jahreszeit“ schon von Kindesbeinen an besonders schätzt. Seit Ende der 1960er-Jahre prägte er das Faschingstreiben in Berching entscheidend mit, fungierte über 20 Jahre lang als Präsident und später als Vorsitzender des von ihm mitbegründeten Vereins FG Hechtonia. Von 1972 bis 1998 war er Präsident und Vorsitzender – heute ist er Ehrenpräsident der Hechtonia.

Doch noch nicht nur Fasching ist Neumeyers Leidenschaft, auch der Fußball ist sein großes Hobby. Von der B-Klasse bis zur Bezirksoberliga habe er die Fußballer des TSV Berching als Funktionär begleitet, nachdem er 1985 die eigenen Schuhe beziehungsweise seine Torwarthandschuhe nach einer Verletzung an den Nagel hing.

Neumeyers Leidenschaft zum Fußball begann 1959, als er in der Schülermannschaft mit dem Fußball loslegte. Siggi Bombik hatte ihn damals dazu bewogen. Dann stieß er zur Jugend. Alle Positionen von Linksaußen bis zum Torwart spielte er. „Nur der Liberoposten lag mir nicht“, erzählt Neumeyer. Auch bei der zweiten Mannschaft war es nicht anders. Auf fast allen Positionen kam er zum Einsatz. Meistens hütete er das Tor.

Er verhinderte und schoss Tore

Er konnte nicht nur Tore verhindern, sondern auch erzielen. Offensichtlich hatte Neumeyer im Angriff Qualität. Als der TSV Berching II gegen den ESV Ingolstadt 4:3 gewann, habe Neumeyer als „Rechtsaußen“ drei Tore erzielt. „Sowas vergisst man nicht“. Er schnürte für die Alten Herren die Fußballstiefel. Unvergesslich für ihn war 1983 das Spiel der TSV-AH gegen die Altherren des 1. FC Nürnberg. Franz Brungs, Steff Reisch oder Tasso Wild wirkten damals beim Club mit. Das Spiel endete 1:1. Laut eigenen Aussagen glänzte Neumeyer als Torhüter mit tollen Paraden und hielt das Remis fest.

Obwohl er beim TSV fest verwurzelt ist, erlaubte er sich einen Seitensprung und wechselte zum SV Wallnsdorf-Schweigersdorf, als der Nachbarverein auf der Suche nach einem Torwart war. „Auch das war eine schöne Zeit“, blickt Neumeyer zurück.

Heute freut er sich über die DFB-Uhr und betreibt seit fast 20 Jahren die Sportheim-Gaststätte des TSV. Sein Herz schlage immer noch für die Fußballer. Spielen die Berchinger zuhause, schaue er jedes Match an. Fußball ist eben seine Leidenschaft.

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