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Region Neumarkt
Mittwoch, 18. Juli 2018 28° 2

Stadtrat

Ein Plädoyer für den Wieserstadl

Im Velburger Stadtrat appellierte der Kreisheimatpfleger dafür, das historische Gebäude zu erhalten. Doch das kostet.
Von Andreas Friedl

Im Vordergrund stand einstmals das Wieserhaus. Im Hintergrund der zu sanierende Stadl.
Im Vordergrund stand einstmals das Wieserhaus. Im Hintergrund der zu sanierende Stadl.

Velburg.Gleich der erste Tagesordnungspunkt bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend, die Sanierung Wieserstadl und der Neubau des Wieserhauses, hatte es in sich. Wie bereits schon mehrfach berichtet, gab es im Vorfeld nicht nur im Stadtrat, sondern auch in der Nachbarschaft konträre Meinungen zu diesem Vorhaben der Stadt Velburg.

In seinen Einführungsworten zu dieser Thematik sagte Erster Bürgermeister Bernhard Kraus, dass die Stadt Velburg jetzt die historische Chance habe, mit den derzeitigen Zuschüssen dieses Projekt zu verwirklichen. Im Anschluss daran sprach Kreisheimatpfleger Rudolf Müller-Tribbensee, einer von vier geladenen Gastrednern, zu diesem Thema: „Den Stadl so stehenzulassen, wäre eine schlechte Lösung“, er plädierte für den Wieserstadl als Veranstaltungsort.

Die gleiche Meinung zu diesem Vorhaben der Stadt Velburg hatte auch die zuständige Gebietsreferentin, Bereich Städtebauförderung, für den Landkreis Neumarkt bei der Regierung der Oberpfalz, Wiebke Fett: „Dieser Ort kann eine tolle Ausstrahlung bekommen, denn er hat großes Potenzial.“

Weiter erläuterte sie auch noch die in Frage kommenden Fördermöglichkeiten und deren Höhe. Dipl.-Ing. Friedrich Roskamp vom Landesamt für Denkmalpflege stieß ins gleiche Horn wie seine Vorredner: „Der Stadl, gebaut im 18. Jahrhundert, ist für die Ortsmitte sehr wichtig. Wir versuchen deshalb, dies bestmöglich zu fördern.“ Diesen Ausführungen schlossen sich viele Fragen, Wünsche oder Änderungen der Stadträte zu diesem Projekt an. So wollte Dr. Roland Schlusche nun auch wissen, was dies alles kosten werde.

Drei Millionen Euro Kosten

Wie sich dann nach vielen Diskussionsbeiträgen, bei der sich nahezu alle Räte beteiligten, herausstellte, belaufen sich die Kosten für die Sanierung des Stadl und der Neubau des Wohnhauses auf etwa drei Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse durch den Freistaat Bayern, Regierung der Oberpfalz und Landkreis Neumarkt, verbleiben bei der Stadt etwa 930 000 Euro Eigenleistung. Einrichtungsgegenstände, wie beispielsweise Bestuhlung, die teilweise vom Neuhaussaal, der in Zukunft als Sitzungssaal diene, übernommen werden, seien hier nicht mit eingerechnet. In einem fast schon leidenschaftlichen Plädoyer ließ Dr. Schlusche seine Stadtratskollegen noch wissen: „Diese Chance müssen wir jetzt nutzen. Dieses Gebäude ist für Velburg ein Glücksfall.“

Der nächste Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Trinkwasserversorgung der Stadt Velburg. Bekannterweise bezieht die Stadt Velburg derzeit ihr Trinkwasser aus den Brunnen III und IV, die sich im Bereich Rammersberg und Ostermühle befinden. Für diese Brunnen wurde bereits ein formeller Antrag auf Schutzgebietausweisung ausgearbeitet, er soll dem Landratsamt als zuständigem Verfahrensträger zugleitet werden. Parallel dazu ist seitens der Stadt Velburg angedacht, für die Nutzung der Brunnen I und II einen rechtlichen Rahmen zu schaffen. Daher ist für diese beiden Brunnen beabsichtigt, einen aktuellen Schutzgebietsentwurf ausarbeiten zu lassen, um nach Möglichkeit mittel- und langfristig die Brunnen weiter nutzen zu können. Einstimmig war dann der Stadtrat der Meinung, dass von einem Fachbüro ein Schutzgebietsentwurf ausgearbeitet werden solle.

Ausrüstung mit LTE-Technik

Mit einer Gegenstimme wurde einem Antrag der Deutschen Telekom zur Ausrüstung des Mobilfunkstandortes mit LTE-Technik am Gebäude Fürstenweg 12 stattgegeben. Stadtrat Dr. Schlusche möchte, dass in diesem Zusammenhang Messungen hinsichtlich Strahlenbelastung durchgeführt werden sollen. Bei einem vor Kurzem erfolgten Einsatz der Stützpunktfeuerwehr Velburg auf der Bundesautobahn A 3 musste zur Rettung einer im Fahrzeug eingeklemmten Person die Rettungsschere eingesetzt werden, die dabei beschädigt wurde, so Stadtrat und Kreisbrandinspektor Christian Schmid zu seinem Antrag für den Kauf einer weiteren Rettungsschere: „Beim Kauf einer Rettungsschere bekommen wir keinen Zuschuss, nur beim Erwerb dieser zusammen mit einem Rettungsspreizer.“ Das Gremium entsprach dem Antrag.

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