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Emanzipation

Ein Plädoyer für Frauenrechte

Die TV-Moderatorin und Autorin Maria von Welser beklagt in Neumarkt die Diskriminierung von Frauen in großen Teilen der Welt.
Von Carmen Blom

„Wo Frauen nichts wert sind“: Maria von Welser ist auch als Autorin für Frauenrechte tätig.  Foto: Carmen Blom
„Wo Frauen nichts wert sind“: Maria von Welser ist auch als Autorin für Frauenrechte tätig. Foto: Carmen Blom

Neumarkt.Ein leidenschaftliches Plädoyer für weibliche Selbstbestimmung und Entfaltung hat Maria von Welser auf Einladung der Gleichstellungsstelle des Landratsamtes, des evangelischen Bildungswerks und der katholischen Erwachsenenbildung gehalten. Sie berichtete über erschütternde Frauenschicksale in Afghanistan, in Indien und im Kongo. Maria von Welser engagiert sich seit ihrem Abschied aus dem TV-Betrieb als stellvertretende Unicef-Vorsitzende und Autorin für Frauen. Die Veranstalter betonten, wie wichtig es sei, Flüchtlingsfrauen in Deutschland durch Bildung zu emanzipieren und zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ein Zeichen zu setzen.

Während die aufgeklärte Welt Cannabis-Tampons, Vulva-Kunst, freie Menstruation und den Hype um den Sarah-Connor-Song über den schwulen Vincent feiere, würden weltweit Frauen von frauenfeindlichen Strukturen – offen oder verdeckt – als beschädigte oder verkäufliche Ware betrachtet. Afghanistan, der Kongo und Indien würden von der Unicef als die weltweit gefährlichsten Länder für Frauen und Mädchen indexiert.

Die Lebenserwartung liegt bei 45 Jahren

In Afghanistan betrage die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen 45 Jahre, alle 20 Minuten sterbe eine Frau an den Folgen männlicher Herrschaft oder wähle den Freitod. In Indien werde alle 20 Minuten eine Frau vergewaltigt. In der Regel erstatte eine vergewaltige Frau aber keine Anzeige, weil sie sich die hohen Bestechungsgelder nicht leisten könne.

Auch im Kongo ist das Private politisch. Das an Rohstoffen reiche Land ist dennoch eines der ärmsten der Welt. Das vom Krieg zerrüttete Land instrumentalisiert Kindersoldaten und Sexsklavinnen, um die Interessen der herrschenden Eliten zu bedienen, so von Welser. Alle drei Regierungen würden keinen Anlass sehen, Frauen und Mädchen vor dem Femizid zu schützen oder Frauen zu fördern.

„Betroffene Frauen tun sich zusammen, demonstrieren und gründen Initiativen. Mutig nehmen sie in Kauf, selbst zur Zielscheibe von Attentaten oder Bombenanschlägen zu werden.“

Maria von Welser

Nichtsdestotrotz rege sich zarter Widerstand. „Betroffene Frauen tun sich zusammen, demonstrieren und gründen Initiativen. Mutig nehmen sie in Kauf, selbst zur Zielscheibe von Attentaten oder Bombenanschlägen zu werden.“ Hilfsorganisationen wie Unicef unterstützten Frauen in den Krisengebieten mit medizinischer und psychotherapeutischer Versorgung und Schulen.

Wie eine Zuhörerin im NT-Gespräch erklärte, sei sie sprachlos über das Ausmaß an Hass und Gewalt gegenüber Frauen. Konkurrenz könne das Motiv für das Verhalten von Männern sein.

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