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Eine Freizeitanlage für alle

Auch wenn die Kosten für die Anlage höher sind als bisher angenommen, sprechen sich die Pyrbaumer Räte für das Projekt aus.
Von Heike Regnet

  • Auf dem Sportgelände des TSV Pyrbaum soll eine Freizeitanlage mit Dirtbike, Soccercourt, Beachvolleyballplatz und vielem mehr entstehen. Foto: Regnet
  • Früher gab es bei der Tordurchfahrt in Seligenporten für Fußgänger einen eigenen Durchgang. Dieser soll nun wieder geöffnet werden. Foto: Regnet

Pyrbaum.Groß war der Diskussionsbedarf bei der Sitzung des Marktrates am Dienstag in der Schulturnhalle. Neben einer neuen Freizeitanlage standen zwei Themen in Seligenporten im Mittelpunkt.

Landschaftsarchitektin Lucia Ermisch informierte zunächst über die Pläne für die neue Freizeitanlage auf dem ehemaligen B-Platz des TSV Pyrbaum. Um eine Leader-Förderung zu erhalten, müssten kreative Angebote und „kein Standardspielplatz“ geschaffen werden. Bei der Planung seien nun auch die Wünsche der Kinder und Jugendlichen eingeflossen. Es gelte aber nicht nur eine Freizeitanlage zu bauen, sondern diese auch zu betreuen und zu pflegen, mahnte Ermisch.

Dirtbikebahn und Soccercourt

Grundsätzlich biete der Platz viele Möglichkeiten. Geplant sei eine Dirtbikebahn mit drei verschiedenen Parcours – Kosten rund 45 000 Euro. Bei den nötigen Erdarbeiten und der Anlage von Erdwällen könne der anderenorts anfallende Aushub verwendet werden. Erweitert wird der bestehende Fußweg entlang der Straße an der Freizeitanlage. Bei den Spielgeräten, die aufgestellt werden, soll es auch Spielmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung geben.

Ein Soccercourt als Allwetterplatz werde sicher ein weiteres Highlight – Kosten rund 100 000 Euro. Platz findet zudem ein Beachvolleyballfeld für rund 23 000 Euro. Möglich sei auch eine Boccia- oder Stockbahn. Hier sprach sich die Mehrheit der Räte für eine Stockbahn aus. Eine große Seil- und Kletteranlage, Schaukel, Trampolin, Hängematten und Waldsofas sind weitere Ideen. Die Umsetzung des Projektes könne schrittweise erfolgen, so Ermisch. Insgesamt rechne man mit knapp 500 000 Euro Gesamtkosten.

Jugendpfleger Jochen Hirschmann informierte zur Dirtbikebahn. Die Erfahrung anderenorts habe gezeigt, dass die Jugendlichen, die die Bahn nutzen, diese auch gerne selbst pflegen und intakt halten. Bernd Glas fragte zu den Kosten nach. Ursprünglich sei man von knapp 200 000 Euro ausgegangen.

Bürgermeister Michael Langner erklärte, dass diese Zahl vor Monaten im Raum gestanden habe, allerdings war dies nur eine erste Schätzung. Die konkrete Gestaltung der Freizeitanlage war damals noch völlig offen. Heute müsse man davon ausgehen, dass bei einer Förderung dennoch nahezu die Hälfte der Kosten bei der Gemeinde verbleiben.

Glas fragte auch zur Pflege nach. Dirk Lippmann erklärte, dass der TSV Pyrbaum dies im Ehrenamt sicher nicht leisten könne, auch wenn man den Platz sportlich nutzen wolle. Regina Lindner regte an, den steilen Aufgang zum Festplatz „für Rollatoren und Betrunkene“ abzuflachen. Zudem fragte sie zu den Unterhaltskosten der Anlage nach. Hier gebe es noch keine Zahlen, so Langner. Lippmann wünschte sich am Kirchweihplatz einen kleinen Erdwall, der für die Zuschauer beim Austanzen sicher gute Dienste erweisen könnte. Die Planung soll nun auf den Weg gebracht und die Förderung abgeklärt werden.

Diskussion um Jugendraum

Architekt Jochen Sturm berichtete zur Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Seligenporten. Zwei Stellplätze werden angebaut, die Gesamtkosten aber liegen bei rund 1,3 Millionen Euro. Pro Stellplatz gibt es 55 000 Euro Förderung, insgesamt 110 000 Euro.

Grundsätzlich sei zu überlegen, ob der im Dachgeschoss entstehende Raum als Jugendraum genutzt werden könnte. Damit falle jedoch der im neuen Bürgerhaus auf dem Klosterbaueranwesen angedachte Jugendraum weg. Für das FF-Haus könnte dies aber eine höhere Bezuschussung bedeuten, so Langner.

Viele Räte meldeten sich zu Wort. Moniert wurde, dass ein Jugendraum im Dachgeschoss nicht barrierefrei sei. Eine Entscheidung ohne genaue Zahlen hinsichtlich Kosten und Förderung zu treffen, sei zudem schwierig. Stephanie Jaspers gab zu Bedenken, dass ein Jugendraum im Dachgeschoss schwierige Rahmenbedingungen für die Betreuer der Kindergruppen bedeute. Monika Schmidt wertete einen Jugendraum im FF-Haus „charmant“. Gegen drei Stimmen wurde beschlossen, dass nun zunächst alle Kosten ermittelt werden sollen.

Rund 800 000 Euro wird die Sanierung des Schlerethgebäudes in Seligenporten kosten. Unabhängig davon könnte zunächst der historische Durchgang für Fußgänger wieder geöffnet werden – Kosten rund 36 000 Euro, erläuterte Sturm zum nächsten Punkt. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert könne nach der Sanierung als Büro genutzt werden. Gerhard Meyer sprach sich für die Investition aus, schließlich handle es sich um einen historischen Teil Seligenportens. Einstimmig wurde die Öffnung des Durchgangs genehmigt, zudem sollen die Kosten für Fenster und Fassade ermittelt werden.

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