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Eine Lehrerin, die Western schreibt

Ein junges Mädchen sucht im Wilden Westen die Freiheit. „Abby“ ist das sechste Buch der Hohenfelserin Claudia Fischer.
Von Peter Tost

Claudia Fischer hat mit
Claudia Fischer hat mit "Abby" ihr sechstes Buch veröffentlicht. Foto: Peter Tost

Hohenfels.Claudia Fischer schreibt Geschichten über starke Frauen, die im sogenannten Wilden Westen zu Hause sind. Nach „Das amerikanische Kind“ und den beiden Fortsetzungen hat sich die 54-jährige Realschullehrerin den Banditen Butch Cassidy ausgesucht und ihm mit „Abby“ – so lautet auch der Titel ihres jüngsten Romans – eine starke Frau zur Seite gestellt.

Der Wilde Westen im 19. Jahrhundert fasziniert sie. „Als Kind war ich wie alle anderen Mädchen damals in Winnetou verliebt“, erklärt sie. Aber auch die unendlichen Möglichkeiten, die Freiheit und die Gefahren dieser Periode in den USA üben noch heute großen Reiz auf sie aus.

Aufregend und teilweise schwierig

Der neue Roman von Claudia Fischer beschäftigt sich mit den Outlaws, die im ausgehenden 19. Jahrhundert Utah und Wyoming unsicher machten – Butch Cassidy und seine Bande. „Weil es eine Abby in Butchs Leben nie gab, siedelte ich meine Geschichte in einer Zeit an, in der man sehr wenig über den Werdegang der Banditen weiß.“

Es sei aufregend und teilweise schwierig gewesen, sich mit den Menschen im Umfeld Cassidys vertraut zu machen. Als Quelle nutzte die Hohenfelserin neben dem Internet Charles Kellys Buch „The Outlaw Trail“. Als sie mit der Geschichte begann, sollte Butch nur eine kleine Rolle spielen, weil sie sich davor scheute, über jemanden zu schreiben, der wirklich gelebt hatte. „Aber er widerstand jedem Versuch, ihn hinauszuschreiben“, schmunzelt Claudia Fischer.

Der berühmte Bandit fasziniert sie schon seit ihrer Teenager-Zeit, als sie den mit vier Oscars ausgezeichneten Film „Butch Cassidy and The Sundance Kid“ mit Robert Redford und Paul Newman als sympathische Bankräuber zum ersten Mal sah.

Ein Mädchen will frei sein

Natürlich dreht sich ihr Buch hauptsächlich um die Person von Abby, einem jungen Mädchen, das die Freiheit mit beiden Händen ergreift und sich durchsetzt. „Sie beschreitet ihren Weg, erlebt Abenteuer und die Liebe, sie nimmt das Leben stets, wie es ist, ohne viel zu hinterfragen“, charakterisiert die Autorin ihre Protagonistin. Abby trifft auf die Outlaws und ist fasziniert von einem Leben jenseits des Gesetzes. Sie verschafft sich Respekt und erweist sich als wagemutig und sehr abenteuerlustig.

Aus Charles Kellys Buch über Butch Cassidy erhielt die Autorin wertvolle Hintergrundinformationen.
Aus Charles Kellys Buch über Butch Cassidy erhielt die Autorin wertvolle Hintergrundinformationen.

„Ich fand es sehr interessant, dass gerade die Menschen, die eigentlich Verbrecher waren, in Wahrheit oft das Gute verkörperten.“ Gerade über Butch Cassidy werden Geschichten erzählt, die ihn als intelligenten, warmherzigen, großzügigen und freigiebigen Menschen zeigen, der eigentlich niemandem etwas zu Leide tun wollte. Natürlich darf in „Abby“ sein berühmter Ausspruch über die Reichen nicht fehlen: „Die beste Art, ihnen wehzutun, ist, ihnen die Geldbörse abzunehmen. Sie brüllen dann lauter, als wenn man ihnen beide Beine abschneidet. Ich stehle ihr Geld, nur um sie brüllen zu hören, und gebe das Geld denen, die es wirklich brauchen.“

Butch Cassidy lebt weiter

Offiziell starb Butch Cassidy zusammen mit The Sundance Kid 1908 in San Vicente in Bolivien, doch bewiesen ist das laut Claudia Fischer nicht: „Im Gegenteil, viele Zeugen sahen ihn später wieder in den USA und seine Schwester Lula schwor felsenfest, dass er sie besuchte und er erst 1937 an einer Lungenentzündung starb.“

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Deshalb wird es nach „Abby“ auch noch zwei Folgebände geben. „Abby und Butch Cassidy – Totgesagte leben länger“ wird vermutlich zu Beginn des nächsten Jahres erscheinen und der dritte Band wird eventuell in einem Jahr folgen. Beide werden vom ebenfalls vom Bogner-Verlag veröffentlicht.

Leser, die Fischers drei Bände über das amerikanische Kind Jacky Hart kennen, werden sich freuen können, dass Abby ein wenig Bezug auf diese Bücher nimmt. Mehr will die Autorin aber nicht verraten. „Abby“ stehe aber für sich allein und man müsse die anderen Bücher nicht gelesen haben, betont sie.

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Die Autorin

  • Leben:

    Claudia Fischer ist Lehrerin an der Edith-Stein Realschule in Parsberg. Die 54-Jährige ist, verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und wohnt in Hohenfels.

  • Bücher:

    „Abby“ ist bereits das sechste Buch, das nun auf den Markt gekommen ist. Die drei vorangegangenen hatte sie selbst veröffentlicht. „Abby“ ist beim Bogner Verlag in Neumarkt erschienen. Das Buch kostet 14,99 Euro.

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