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Eine Reparaturwerkstatt für die Sterne

Wenn die Sternsinger losziehen, müssen Gewänder und ihre Visitenkarte in Ordnung sein. Deswegen wird vorher repariert.
Von Heike Regnet und Philipp Seitz

Mit viel Liebe zum Detail werden die Sterne von Andrea Zeltner und ihren beiden Helfern Lukas und Magdalena gestaltet.
Mit viel Liebe zum Detail werden die Sterne von Andrea Zeltner und ihren beiden Helfern Lukas und Magdalena gestaltet.Fotos: Regnet (2), Seitz

Landkreis. Jeder Stern ist einzigartig. Dies gilt nicht nur am Sternenhimmel, sondern vor allem auch für die Sterne der Sternsinger. Bevor sich diese alljährlich auf ihren Weg von Haus zu Haus machen, müssen nicht nur die Gewänder angepasst, sondern so manches Mal auch die Sterne ein wenig aufgehübscht werden.

Willi Zeltner beherrscht die Arbeit an seiner Dekopiersäge.
Willi Zeltner beherrscht die Arbeit an seiner Dekopiersäge.

Als in Pyrbaum in diesem Jahr die Vorbereitungen anliefen, entschloss man sich, die Sterne komplett zu erneuern. Pfarrer Casimir Dosseh verkündete dies beim Gottesdienst und Frieda Zeltner hatte sofort die richtige Idee. „Das könnte doch mein Mann Willi übernehmen.“ Zehn hölzerne Sterne sollten es werden, gesägt aus Sperrholzplatten, besprüht mit Goldlack und verziert mit glänzender Folie.

Lesen Sie mehr: Die Suche nach dem Stern von Bethlehem beschäftigt die Wissenschaft.

Willi Zeltner ging sofort ans Werk und fand in Schwiegertochter Andrea, Sohn Stefan und den Enkeln Lukas mit Magdalena perfekte Helfer. „Draußen konnten wir wegen der Kälte leider nicht arbeiten, also musste alles in der Werkstatt gesprayt werden“, sagt Andrea Zeltner. „Und das hat ganz schön gestunken.“ Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Auf jeden großen Stern kam ein kleinerer, mit Löchern versehener Stern. Durch diese leuchtet nun die Glanzfolie – jeder natürlich in einer anderen Farbe, einzigartig wie es sein muss. Lukas wird heuer erstmals bei den Sternsingern dabei sein, Papa Stefan macht sich ebenfalls auf den Weg, denn es wird in Pyrbaum auch eine „Oldie-Sternsingergruppe“ geben.

Ein Sternenmeer erstrahlte in Neumarkt

Der Stern ist das Erkennungszeichen der kleinen Könige.
Der Stern ist das Erkennungszeichen der kleinen Könige. Foto: Seitz

Ein regelrechtes Sternenmeer erstrahlte bereits in der letzten Woche über Neumarkt, als sich hier an die 2200 Sternsinger aus ganz Deutschland trafen. Auch hier zeigte sich, dass jede Gruppe ihren ganz individuell gestalteten Stern dabei hatte. Es gibt verschiedenste Varianten: mit gebogenem Schweif, mit Zacken aus Aluminium, Metall oder aus Holz.

Eine Bildergalerie von der Aussendungsfeier in Neumarkt finden Sie hier:

2300 Sternsinger in Neumarkt

Seit es das Dreikönigssingen in Deutschland gibt, gehört der Stern dazu. „Das ist das Symbol schlechthin“, sagt Christian Schrödl. Der Neumarkter Dekanatsreferent muss es wissen: Seit vielen Jahren begleitet er die kleinen Könige bei ihrem alljährlichen Dienst.

„Der Stern ist das Symbol schlechthin.“

Christian Schrödl, Dekanatsreferent in Neumarkt

In der Pfarrei Sankt Johannes und den Filialen warten mehr als 30 Holzsterne auf ihren Einsatz. „Wir müssen jedes Jahr nachbessern, weil die Farbe abgeht oder die Ecken abgestoßen wurden.“ Eine sorgsame Pflege des Sterns ist wichtig, schließlich ist er ja auch so etwas wie die Visitenkarte der Sternsinger: Der Träger des Sterns geht voran und führt die Könige zu den Häusern.

Der Stern weist ihnen den Weg

  • Ausstattung:

    Der Stern der Könige erinnert an den Stern, der vor 2000 Jahren über dem Ort erstrahlte, an dem Jesus geboren wurde. Er führte die Heiligen Drei Könige zur Krippe nach Bethlehem. In der Bibel heißt es im Evangelium nach Matthäus: „Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.“

  • Segen:

    Bevor die Sternsinger losziehen, wird die Kreide vom Priester gesegnet. Die Kinder und Jugendlichen erhalten den Auftrag, hinaus zu den Menschen zu gehen und „den Segen und Frieden des neugeborenen Jesuskinds“ zu überbringen. Auch die Segensaufkleber, die immer mehr in Mode kommen, werden ebenfalls gesegnet. (ph)

Den Stern noch nie vergessen

Ihren Stern haben die Sternsinger aus Postbauer-Heng deshalb noch nie vergessen. Doch dass die Sterne ab und an nicht mehr glänzen und die ein oder andere Zacke fehlt, ist keine Seltenheit, räumt Pfarrer Fiedler ein. „Zum Glück haben wir schreinerisch begabte Helfer.“ Die gelben Sterne geben bei den kleinen Königen nicht nur die Richtung vor – manchmal werden sie zweckentfremdet: „Sie sind auch beliebte Kampfschwerter“, sagt Pfarrer Fiedler und schmunzelt. Mit feiner Goldfarbe werden daher alljährlich die Schrammen übermalt.

Lesen Sie mehr: Pfarrer Fiedler wettete mit seinen Sternsingern – und verlor. Er musste selbst als König von Haus zu Haus ziehen.

Bischof Gregor Maria Hanke mit den Sternsingern aus Gebertshofen.
Bischof Gregor Maria Hanke mit den Sternsingern aus Gebertshofen. Foto: Seitz

Doch es kann auch unabsichtlich passieren: Die Sternsinger aus Gebertshofen haben in diesem Jahr den berühmtesten Sternträger: Bischof Gregor Maria Hanke mustert beim Treffen den Holzstern mit den sechs Zacken und streckt ihn hoch. Als er den Stern an die Kinder zurückgeben will, passiert es: Der Stern fällt zu Boden. Schäden trägt er zwar nicht davon, doch so schnell kann es passieren. Gut, dass die Sterne aus massivem Holz sind. Und falls doch einmal eine Zacke bricht, wird nachgearbeitet: „Wir runden das dann ab“, sagt etwa Schrödl. Danach geht es in einen zwölf Monate langen Schlaf – bis zum nächsten Dreikönigstag.

Dafür stehen die Namen der Könige:

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