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Eine spezielle Watte sorgt für ungetrübten Badespaß

Die Firma DARI und das Umweltinstitut entwickeln gemeinsam Filter. Sie könnten damit neue Märkte erobern – und Arbeitsplätze schaffen.
Von Eva Gaupp

Filter sorgen dafür, dass das Wasser im Schwimmbad auch bei vielen Badegästen hygienisch bleibt.

Neumarkt. Wer gerne Kaffee trinkt, kennt das Problem: Der Filter aus der Kaffeemaschine kann nur einmal verwendet werden. Beim zweiten Einsatz würde der Kaffee überlaufen, denn die Poren sind verstopft. Bei Watte kann das nicht passieren. Diese spezielle Watte entwickelt Andreas Richter mit seiner Firma DARI. Bislang kam sie nur in Aquarien zum Einsatz, mit dem Umweltinstitut der Ohm-Hochschule will er Unternehmer sie für neue Einsatzbereiche weiterentwickeln.

„Die Zusammenarbeit klappt hervorragend und die kurzen Wege sind ein großer Vorteil“, sagte Richter gestern bei einem Pressetermin im Gespräch mit dem Tagblatt. Dieses aktuelle Projekt mit einem Volumen von rund 270000 Euro ist jedoch nicht das erste der beiden Partner. Begonnen hatte die Zusammenarbeit 2009 „zaghaft“ mit Praktika. „Ich habe gelernt, dass man vor einer Hochschule keine Scheu zu haben braucht“, schmunzelte er und appelliert an andere mittelständische Unternehmen, das Kompetenzzentrum der Hochschule ebenfalls in Anspruch zu nehmen.

DARI, das Nachfolgeunternehmen der Firma Otto Richter, stellt Watte für unterschiedliche Zwecke her, von der Kissenfüllung bis zur Polierwatte. Im Gegensatz zu Papierfiltern könnten Wattefilter mehrfach verwendet werden, erklärte Prof. Dr. Eberhard Aust, der Leiter des Instituts, einen Vorteil des Produkts. Darüber hinaus werde weniger Druck benötigt, um die Flüssigkeiten durchzupressen. Das spare wiederum Energie – „ein sehr wichtiger Faktor heute und in der Zukunft“. Und bei Watte handle es sich um einen Tiefenfilter, der eine Filtrationsquote von 98 Prozent aufweise.

Zum Einsatz soll der neue Filter in Schwimmbädern – in öffentlichen wie privaten – kommen, da wurde er auch schon getestet. Wenn die Watte weiterentwickelt und mit Zusatzstoffen angereichert wird, wäre es denkbar, dass sie Bakterien aus dem Wasser filtert. Aber auch im Lebensmittelbereich könnte dieser Filter eingesetzt werden, beispielsweise um aus trübem Apfelsaft klaren zu gewinnen, Schwebstoffe aus Bier oder Wein zu filtern. „Es geht darum, neue Einsatzbereiche zu finden“, so Aust.

Das neue Kooperationsprojekt wird mit 160000 Euro vom Bundesumweltministerium gefördert. „In rekordverdächtigen zwei Wochen haben wir die Zusage erhalten“, sagte Aust und machte damit deutlich, dass der innovative Ansatz ganz im Sinne des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ (ZIM) sei. Dadurch sei es auch möglich geworden, im Projektzeitraum bis Oktober 2011 drei Arbeitsplätze zu schaffen.

Davon profitieren die beiden jungen Ingenieure Christian Weidl und Stefan Mandelartz. Ganz konkret zusammen mit einem Unternehmen ein Produkt zu entwickeln und wissenschaftlich zu testen, empfinden die Beiden als besonderen Reiz. „So kann man mit dem Auftraggeber direkt über Verbesserungen diskutieren“, sagte Weidl.

Mit im Boot war zu Beginn auch die Stadt Neumarkt, die bei den Vorstudien die Kofinanzierung von 50 Prozent der Kosten übernommen hatte. Und so war neben der Vize-Präsidentin der Hochschule, Prof. Sibylle Kisro-Völker, auch OB Thomas Thumann zur Vertragsunterzeichnung gekommen.

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