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Projekt

Endspurt für den Bau der Erkläranlage

Zwei Schulen und die Lebenshilfe sind eingebunden, wenn in Berngau aus der alten Kläranlage nicht nur ein Erholungsort wird.
Von Lothar Röhrl

In der Berufsschule war die Auftaktveranstaltung zum Endspurt des Baus der „Erkläranlage“. Die Zimmerer-Neulinge werden nun aktiv. Foto: Röhrl
In der Berufsschule war die Auftaktveranstaltung zum Endspurt des Baus der „Erkläranlage“. Die Zimmerer-Neulinge werden nun aktiv. Foto: Röhrl

Berngau.Es tut sich etwas in der alten Kläranlage der Gemeinde: Wer dort am Montag auf der Staatsstraße Freystadt-Neumarkt vorbei fuhr, sah ein nagelneues Rechteck aus Holz neben dem kreisrunden alten Tropfkörperbau aus Stein in die Höhe wachsen. So weit, so gut. Für die eigentliche Besonderheit, nämlich das Zusammenwirken von Berufsschülern, Schülern der Grund- und Hauptschule Berngau sowie Schülern der Lebenshilfe hat es am Montag die Auftaktveranstaltung gegeben.

Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren aus diesen drei Schularten werden in den Herbstferien zusammen arbeiten, um zum einen eine Brücke und einen 25 Meter langen Zaun, jeweils aus Holz in der Möninger Zimmerei von Markus Hirsch vorgefertigt, zu montieren. Zudem werden bis dahin angehende Zimmerer aus dem Berufsgrundschuljahr zusammen mit Lebenshilfeschülern Tische, Bänke und Hocker für die Inneneinrichtung des rechteckigen Pavillons herstellen. Eben dieser Pavillon soll bis zum Start der Herbstferien fertig sein. Der Holzbau wird ein Blechdach haben. Zur Innenausstattung kommen WCs hinzu. Mit dem von Schülern hergestellten Mobiliar kann die sogenannte „Erkläranlage“ danach genutzt werden.

Attraktion und Klassenzimmer

Den Pavillon stellt die Möninger Zimmerei Hirsch auf. Für dessen Mobiliar sowie eine Brücke und einen Zaun aus Holz sorgen Schüler aus drei Schularten. Foto: Röhrl
Den Pavillon stellt die Möninger Zimmerei Hirsch auf. Für dessen Mobiliar sowie eine Brücke und einen Zaun aus Holz sorgen Schüler aus drei Schularten. Foto: Röhrl

Dieser Name ist eine Erfindung von Soziologe Klaus Zeitler von der Sireg. Dabei handelt es sich um die Kurzform für das sozialwissenschaftliche Institut für regionale Entwicklung mit Sitz in Rottenburg an der Laaber. Dessen Dienste hatte sich die Gemeinde Berngau gesichert. Diese war bei der Auftaktveranstaltung durch Bürgermeister Wolfgang Wild vertreten. Wild und der von ihm für die Umsetzung engagierte Architekt Uwe Zitzelsberger (Kneiting) wollen zweierlei mit dem Projekt „Erkläranlage“ erreichen: Zum einen eine Aufwertung des bis auf ein Regenüberlaufbecken schon lange ungenutzten Areals. Denn mit dem an die Befreiungshalle in Kelheim erinnernden Tropfkörper hat das Gelände einen wegen seiner Optik einzigartigen Bau zu bieten. Da wäre es doch schade, wenn Nutzer des überregionalen Radwegs daran achtlos vorbei fahren.

Zum anderen biete sich der Pavillon im Zentrum der als Rast- und Ruheplatz nutzbaren Anlage ebenfalls als Treffpunkt für die drei genannten Schulen, aber auch für Gastschulen an. Diesen könnten zudem die Vereine Berngaus und der Umgebung für Veranstaltungen belegen. Wer will, so Zitzelsberger weiter, könne das Gelände als Abenteuerspielplatz nutzen.

Inklusive Kooperation

Architekt Max Zitzelsberger (r.) und Zimmermeister Markus  Hirsch am Montagvormittag auf der Baustelle. Foto: Röhrl
Architekt Max Zitzelsberger (r.) und Zimmermeister Markus Hirsch am Montagvormittag auf der Baustelle. Foto: Röhrl

Oder auch als „grünes Klassenzimmer“, wie es sich Cliff Rundinger von der Lebenshilfe und Berngaus Schulleiterin Martina Jacob vorstellen können. Weil die dritte und die sechste Klasse der Lebenshilfe in Berngau unterrichtet werden und es schon lange gemeinsame Sport- und Kunststunden mit der entsprechenden Grundschul- beziehungsweise Hauptschul-Jahrgangsstufe gebe, würde die Partnerschaft mit der Erkläranlage weiterentwickelt. Auf den Part der Berufsschüler freuten sich deren Fachlehrer Brigitte Lang und Markus Graser am Montag vor.

Vielleicht findet das Ganze bei einem weiteren Projekt seine Fortsetzung. Das schloss der stellvertretende Leiter der Berufsschule, Alfred Scholz, schon bei der Auftaktveranstaltung auf Nachfrage der Mittelbayerischen nicht aus.

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Das Projekt

  • Natur:

    Zu den Vorarbeiten gehörte die Renaturierung der am Areal vorbei fließenden Gewässer Steinbach und Koppelgraben durch die Landschaftspflege. Übrigens: Auch die Kindergruppen des OGV Berngau werden die Anlage nutzen.

  • Förderung:

    Sehr froh ist Berngaus Bürgermeister Wolfgang Wild, dass die Städtebauförderung 165 000 Euro der Gesamtkosten von 375 000 Euro bezuschusst. (lr)

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