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Glaube

Er ist „süchtig“ nach Wallfahrten

Franz Klein aus Thannhausen ist zum 50. Mal nach Altötting gewandert. Auch im nächsten Jahr will er wieder mit dabei sein.
Von Heike Regnet

Franz Klein (mit Geschenk) hat sich in diesem Jahr zum 50. Mal auf die Fußwallfahrt nach Altötting gemacht. Foto: Regnet
Franz Klein (mit Geschenk) hat sich in diesem Jahr zum 50. Mal auf die Fußwallfahrt nach Altötting gemacht. Foto: Regnet

Thannhausen.„Ohne Glaube geht da nix, sonst verzweifelt man“, sagt Franz Klein, als er von seinen Fußwallfahrten nach Altötting erzählt. Er muss es wissen, denn der 79-Jährige ist in diesem Jahr zum 50. Mal zur Gnadenmutter nach Altötting gewallfahrtet und zum runden Jubiläum auch gleich noch zu Fuß zurück.

Am Pfingstsonntag wurde im Gasthaus Gerner gefeiert. Zuvor zelebrierte Wallfahrtspfarrer Johannes Trollmann den Gottesdienst in der Pfarrkirche in Thannhausen. Das Orga-Team der Wallfahrer hielt im Anschluss einige schöne Überraschungen für Franz Klein bereit. Mit Rucksack, hölzernem Kreuz und dem bekannten Lied „Heit gehn ma wallfahrt‘n“ erklang zum Refrain im Chor „Franz wir grüßen dich“. In seiner Laudatio ließ Thomas Motz die Jahre Revue passieren und auch ein Geschenk hielt das Team bereit: ein Erinnerungsfoto und eine Reise zu einem Wallfahrtsort in der Nähe.

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Die Sucht nach Altötting

Warum pilgern Tausende nach Altötting? Wir haben die Regensburger Wallfahrer mit der Kamera drei Tage lang begleitet.

Wallfahrten im Sonntagsg‘wand

Im Jahr 1969 hatte sich Franz Klein erstmals mit einer Gruppe auf den Weg nach Altötting gemacht. Auslöser war ein Autounfall, der ihn nachdenklich gemacht hatte. Ein Freund nahm ihn dann mit zur Heiligen Gnadenmutter in Altötting. „Damals waren wir 40 Leut’, die im Sonntagsg’wand und mit den guten Schuhen unterwegs waren“, erzählt Klein und lacht.

Ehrungen

  • 50 Fußwallfahrten:

    Franz Klein aus Thannhausen

  • 40 Fußwallfahrten:

    Klaus Bauer aus Röckenhofen

  • 35 Fußwallfahrten:

    Theo Harrer aus Röckenhofen

  • 15 Fußwallfahrten:

    Andreas Winkler aus Röckenhofen, Michaela Krautwasser aus Freystadt und Oskar Großhauser aus Mörsdorf

Dreieinhalb Tage benötigte die Gruppe für die etwa 130 Kilometer. Die Quartiere mussten jeden Abend erst einmal gesucht werden, aber die Menschen an der Strecke waren zum Glück gastfreundlich. „Einmal hat mich eine Familie aufgenommen, da durfte ich im Zimmer der Tochter schlafen, und die ist in der Nacht ins Bett zu ihren Eltern“, erinnert sich Franz Klein und fügt lachend hinzu. „Und die Hos‘n ham‘s mir auch gleich noch g‘flickt, weil die zerrissen war.“ Erlebnisse wie diese machen das Wallfahrten nach Altötting so besonders. „Wenn du öfter dabei bist, dann ist das wie a Sucht und du musst wieder mit.“

Jahr für Jahr wurde die Gruppe der Wallfahrer aus Thannhausen und Umgebung größer. Schließlich übernahm Franz Klein das Organisieren der Übernachtungsmöglichkeiten und im Lauf der Zeit entstand das Orga-Team zur Wallfahrt.

14 Millionen Schritte

Thomas Motz hielt in seiner Laudatio auch eine kleine Statistik bereit. „In 50 Wallfahrten legte der Franz rund 8000 Kilometer zurück“, erklärte Motz. Da Klein zudem 23-mal zu Fuß den Heimweg antrat, kämen noch rund 2760 Kilometer dazu. „Das macht zusammen rund 10760 Kilometer.“ Und da im Vorjahr ein junger Pilger einen Schrittzähler dabei hatte, errechnete Motz gleich einmal die Schritte und kam auf stolze 13 998 760. „Beim Franz aber ein bisschen mehr, denn er hat ja nicht die längsten Beine“, so Motz mit schelmischem Augenzwinkern zu Klein.

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