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Region Neumarkt
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Service

Er lässt Kaugummis keine Chance

Christian Eichner aus dem Kreis Neumarkt betreibt die Firma „GumGo“. Der Dienstleister entfernt Flecken auf dem Pflaster.
Von Lothar Röhrl

Christian Eichner arbeitete am Mittwochvormittag vor dem Haupteingang des Neuen Marktes.Foto: Röhrl
Christian Eichner arbeitete am Mittwochvormittag vor dem Haupteingang des Neuen Marktes.Foto: Röhrl

Neumarkt.Der Mühlhausener Christian Eichner betreibt eine Firma für das Entfernen hässlicher Flecken auf dem Pflaster und auf Teppichen. Eigentlich sollte ein Kaugummi nach dem Kaugenuss in Stanniol-Papier eingewickelt und dann brav in einem Abfalleimer entsorgt werden. Was meist mit der extremklebrigen Masse passiert, das ist nicht nur in der von dunkelgrauen, Zwei-Euro-Münze großen Flecken in der Breiten Gasse in Nürnberg zu sehen. Auch rund um den Neuen Markt in Neumarkt sind die Spuren der Unsitte, Kaugummi einfach wegzuwerfen, zu sehen. Wer just rund um den Neuen Markt schlendert, wird Nichts sehen. Denn am Dienstag und Mittwoch war Christian Eichner aus Mühlhausen tätig: Seit 1999 betreibt er das auf Kaugummi-Entfernung spezialisierte Unternehmen „GumGo“.

Nur zwei Tage Zeit

Und so funktioniert das Beseitigen der Flecken. Mit einer Messingbürste wird mit Niederdruck-Dampf hält Christian Eichner drauf. Nach 20, 30 Sekunden ist der festgetretene Kaugummi weg. Foto: Röhrl
Und so funktioniert das Beseitigen der Flecken. Mit einer Messingbürste wird mit Niederdruck-Dampf hält Christian Eichner drauf. Nach 20, 30 Sekunden ist der festgetretene Kaugummi weg. Foto: Röhrl

Erst weggeworfen, dann platt- und somit festgetreten: Das sind die ein oder zwei Millimeter hauchdünnen Rückstände eines Kaugummis. Wie diese entfernen? Sich bücken und mit einem Schaber wegkratzen ginge zwar auch. Doch bei rund 2000 Stück, wie sie jetzt rund um und im Neuen Markt zu entfernen waren, hätte das viel mehr Zeit als die zwei Tage in Anspruch genommen. Zusätzlich wäre ein ausgewachsener Muskelkater nicht zu verhindern gewesen.

Eben nur zwei Tage Zeit brauchte Christian Eichner mit Unterstützung des Hausmeisterteams vom Stadtquartier „Neuer Markt“. 20, 30 Sekunden: Dann war mit Hilfe einer Niederdruck-Dampfmaschine jeder Fleck weg. Der in mehrere Teile zerkleinerte Kaugummi-Rest wurde mit einer Kehrmaschine beseitigt.

Übrigens: Zwei je 20 Liter fassende Wassertanks reichten pro Arbeitstag. Und wie immer setzte Christian Eichner auf jenen Orangenreiniger als Zusatz, auf den auch viele Hausfrauen und Hausmänner wegen der vom Hersteller versprochenen Umweltfreundlichkeit schwören.

Dahinter sein lohnt sich

Mit seiner Geschäftsidee ist Christian Eichner schon zum zweiten Mal am Neuen Markt im Einsatz gewesen. Jetzt waren schon deutlich weniger Flecken zu entfernen als bei der ersten Aktion. Damit ist wieder einmal der Effekt bewiesen, dass sich das Bemühen um Sauberkeit auszahlt. „Auf einer sauberen Fläche wird viel weniger weggeworfen als dort, wo man zu lange mit Reinigung wartet“, berichtete Christian Eichner, als er gerade für das Gespräch mit dem Neumarkter Tagblatt vor dem Haupteingang eine Pause eingelegt hatte.

Übrigens: Nicht nur auf den dort verlegten großen Platten wurden Kaugummi-Flecken entfernt. Auch auf den Abstreifern hinter den Türen im Inneren des Eingangsbereichs war Eichner mit seinem Gerät im Einsatz. „Dort funktioniert das Entfernen genauso: Ich setze dort aber statt einer Messing-Bürste eine aus Kunststoff ein. Das funktioniert auch bei Teppich. Als eines der größten Projekte auf seiner Visitenkarte führt der Mühlhausener den Bus-Bahnhof in Schweinfurt. Zu seinen Auftraggebern zählen Betreiber von Krankenhäusern und auch Gemeinden.

Stadt sieht kein großes Problem

Ob ins Papier eingewickelt oder nicht: Kaugummis gehören in Abfalleimer. Foto: Röhrl
Ob ins Papier eingewickelt oder nicht: Kaugummis gehören in Abfalleimer. Foto: Röhrl

Abgesehen vom Neuen Markt stellt die Stadtverwaltung kein Kaugummi-Problem im Stadtgebiet fest. Thomas Thumann, der Leiter des Hauptamts der Neumarkter Stadtverwaltung, berichtete dem Tagblatt aufgrund seiner Nachfrage beim städtischen Bauhof, dass es nur vereinzelt in der Klostergasse Kaugummi-Flecken gebe. Das seien aber so wenige, dass eine Entfernung jetzt nicht lohne.

Die Betonung liegt auf „jetzt“, denn bekanntlich ist vorgesehen, dass es in der Altstadt eine Neumöblierung geben soll. Mit der Ausstattung von unter anderem neuen Pflaster soll aber noch vor der Klostergasse entlang der gesamten Marktstraße begonnen werden. Dort gebe es aber keine Kaugummi-Flecken. „Das kommt vielleicht auch davon, dass manche Kaugummis in die Fugen des Kopfsteinpflasters fallen“, vermutet Thomas Thumann.

Allerdings würden die meisten Kaugummis schon in die zahlreich aufgestellten, täglich geleerten Abfallkörbe geworfen. Thumann berichtete, dass entlang der Marktstraße Kaugummis aber auch gerne an die Unterseite der Sitzfläche einer Bank geklebt würden. Alle drei Jahre, wenn es zur Generalüberholung einer Bank komme, werde der Rest per Hochdruckreiniger entfernt. Generell gebe es kaum Beschwerden von Bürgern über eine auffällige Häufung, stellte Hauptamt-Chef Thomas Thumann fest.

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