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Er machte Neumarkt zur Residenzstadt

Derzeit sind keine Stadtführungen möglich – doch die Gästeführer erzählen Spannendes über Neumarkts Geschichte.
Von Carolin Kistner

Pfalzgraf Johann lebte von 1410 bis 1443, wie eine Tafel am Brunnen in der Unteren Marktstraße in Neumarkt Auskunft gibt. Foto: Gaupp
Pfalzgraf Johann lebte von 1410 bis 1443, wie eine Tafel am Brunnen in der Unteren Marktstraße in Neumarkt Auskunft gibt. Foto: Gaupp

Neumarkt. In der heutigen Ausgabe möchte ich sie gerne auf den Unteren Markt mitnehmen. Blickt man vom Rathaus auf das Untere Tor, befindet sich direkt vor dem Restaurant Pepe der Pfalzgraf-Johann-Brunnen.

Der Brunnen wurde von meinem Großonkel Franz Maurer angefertigt, der 1938 im oberbayerischen Reichertshofen geboren wurde und wie Lothar Fischer an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte. Franz Maurer kam jedoch erst einige Jahre nach Lothar Fischer nach München, so dass die beiden nie persönlich aufeinandertrafen.

Der Pfalzgraf-Johann-Brunnen entstand 1989 und wurde aus Stein gefertigt. Als Vorbild diente eine alte Postkarte, auf der der Untere Markt um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgebildet war. Dort war zu sehen, dass hier schon damals ein Steinbrunnen gestanden hatte, an welchem er sich orientierte.

Der Brunnen, der Pfalzgraf Johann gewidmet ist, steht in der Unteren Marktstraße in Neumarkt. Foto: Gaupp
Der Brunnen, der Pfalzgraf Johann gewidmet ist, steht in der Unteren Marktstraße in Neumarkt. Foto: Gaupp

Auf der Mittelsäule des heutigen Brunnens steht eine Bronzefigur des ersten Pfalzgrafen unserer Stadt, Johann I. Sie erinnert an dessen Bedeutung für Neumarkt, der es Anfang des 15. Jahrhunderts durch die Verlegung seines Regierungssitzes zur Residenzstadt machte und Neumarkt so zu Ansehen und Wohlstand verhalf. Die Figur ist bewusst zurückhaltend gestaltet, da nicht die Idee eines Denkmals im Vordergrund stand, sondern die Bestrebung, den Stockbrunnen nach historischem Vorbild zu schaffen.

Zur Person

  • Ausbildung:

    Nach dem Studium der Umweltnaturwissenschaften kehrte Carolin Kistner nach Neumarkt zurück.

  • Engagement:

    Die Ausbildung zur Gästeführerin weckte ihre Neugier für die Geschichte ihrer Heimatstadt. Hobbys sind außerdem Literatur und Ballett.

Um den Anblick der Säule mit ihrer Statue für das Auge so angenehm wie möglich zu machen, wurden die beiden Elemente im Goldenen Schnitt zueinander angefertigt. Auf vier der acht Wangen des Brunnenbeckens sind Wappen mit Bezügen zu Neumarkt zu sehen. Das Stadtwappen befindet sich auf der Seite des Rathauses, das Landkreiswappen ist in Richtung des Landratsamtes angebracht. Die Wappen der Städte Mistelbach in Österreich und Issoire in Frankreich stehen für die Partnerstädte.

Franz Maurer verstarb wenige Jahre nach der Fertigstellung des Brunnens 1993 bei einem Kletterunfall im Dachsteingebirge. Möchte man seinen Spuren in Neumarkt weiter folgen, bietet sich bei schönem Wetter ein Besuch im Biergarten der Brauerei Glossner an. 2014 wurde dort ein Steinbrunnen seines Lehrlings Christoph Mayer, der „Quellstein Regenbogenfuß“, aufgestellt. Er stellt den Anfang eines gerade entstandenen Regenbogens dar und ist mit einer Vielzahl an Symbolen zu den Facetten der Schöpfung ausgestattet, die nur darauf warten, bei einer Erfrischung entdeckt zu werden.

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