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Ergänzen bald Taxis das Stadtbussystem?

Das 250-monatige Jubiläum des Angebots wird in Neumarkt gefeiert. Trotz magerer Zahlen gibt es einen Lichtblick: Ein Bedarfsverkehr wird geplant.
Von Lothar Röhrl

Lasst S-W-N-Brezen sprechen: In den Buchstaben der Abkürzung von „Stadtwerke Neumarkt“ wurde Knabbergebäck angeboten, das zum 250-monatigen Jubiläum des Stadtbus-Verkehrs an Kunden verteilt wurde.Foto: Röhrl

Neumarkt. 250 Monate Stadtbus-Verkehr Neumarkt: Ein eher ungewöhnliches Jubiläum ist gestern im gut 50 Monate jüngeren Busbahnhof gefeiert worden. 250 Monate sind es her, seit im September 1993 der Linienverkehr aufgenommen worden war.

Doch fast noch mehr war dieses Ereignis dazu da, um über die Zukunft des Stadtbus-Verkehrs zu sprechen. Ausgerechnet in einer Phase eines wachsendes Defizits sieht das neue Nahverkehrskonzept der Stadt eine Ausweitung der Bedienung vor. Das sei kein Widerspruch, betonten SWN-Direktor Dominique Kinzkofer und OB Thomas Thumann auf Nachfrage der MZ im Beisein von VGN-Geschäftsführer Jürgen Haasler.

Immer wieder wurde ausgeweitet

Einer der beiden Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg hatte vorher ohnehin dem Neumarkter Stadtbus-Verkehr ein Lob ausgestellt. Neumarkt habe sich über eine lange Phase in diesen 250 Monaten damit ausgezeichnet, weil immer wieder eine neue Linie, viele Haltestellen und Versuche wie die Ausweitung der Fahrten bis 20.30 Uhr dazugekommen seien.

Hier der Wille der Planer wie Eduard Meier, dort aber auch seit Jahren zurückgehende Fahrgastzahlen und steigende Defizite: Nicht einmal die Schaffung des S-Bahn-Anschlusses für Neumarkt im Dezember 2010 hatte diesen Trend einschließlich des Jahresergebnisses 2013 stoppen können. Immerhin, so freute sich SWN-Direktor Kinzkofer, zeigte der Trend dieses Jahres 2014 wieder in die andere, die positive Richtung: „Wir haben steigende Fahrgastzahlen, obwohl die demografischen Rahmenbedingungen eigentlich eher einen Rückgang der Beförderung von Schülern erwarten lassen.“

Mit dieser leichten Trendwende wolle man sich nicht zufriedengeben. Parallel dazu laufen Bemühungen, um im Zusammenhang mit einem neuen Nahverkehrsplan mehr Öffentlichen Personennahverkehr zu bieten – und somit auch mehr Fahrgäste in Neumarkt zu gewinnen. Allerdings soll dies mit Hilfe einer anderen Taktik geschehen: Die bisherigen Linien und Haltestellen sollen beibehalten werden. Statt der gewohnt großen Busse sollen bis weit in die Abendstunden an Werktagen, aber auch an Samstagen und ganz neu auch an Sonn- und Feiertagen Ruf-Taxis verkehren. Diese könnten vom Kunden telefonisch bis eine Stunde vor der in einem Fahrplan für Bedarfsfahrten angezeigten Uhrzeit bestellt werden.

Bis zu sieben Taxis nötig

Bei ihm daheim, im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, funktioniere das nach anfänglicher Zurückhaltung immer besser – merkte Jürgen Haasler, für den Bereich Marketing als VGN-Geschäftsführer zuständig, an. Einen ähnlichen Effekt hält auch Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann für die angebotenen SWN-Linien für möglich. Bus-Sachbearbeiter Eduard Meier merkte an, dass wohl sechs, sieben Taxis für ein solches System benötigt würden.

Die ersten Gespräche mit örtlichen Taxiunternehmern habe es schon gegeben – berichtete Dominique Kinzkofer. Wenn auch die Stadtpolitik – und da vor allem der Stadtrat – mitzieht, könnte das Neumarkter Anruf-Taxi-System ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2015 als Versuch eingeführt werden.

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