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Region Neumarkt
Montag, 23. April 2018 21° 6

Marktrat

Erhält Köstlbach nun Straßennamen?

Zumindest im neuen „Baugebiet Ost“ soll das geschehen. In diesem Ortsteil könnte auch das Nummernchaos endlich verschwinden.
Von Michael Schrafl

In Köstlbach entsteht an dieser Stelle ein neues Wohngebiet mit 16 Bauparzellen.Foto: Schrafl

Postbauer-Heng.Im Ortsteil Köstlbach entsteht gerade das neue Baugebiet „Köstlbach Ost“ mit 16 Bauparzellen. Die Grundstücksgrößen bewegen sich zwischen 500 und 713 Quadratmeter. Wie Bürgermeister Horst Kratzer bei der Marktratssitzung am Montag sagte, sind alle gemeindlichen Plätze wie viel wie verkauft. Eine viel diskutierte Frage bei der Sitzung war: Soll das neue Wohngebiet wie der übrige Ort nur mit Hausnummern versehen werden oder doch besser mit Straßennamen? Wie es hieß, ist es ohne Navigationsgerät auch für den Rettungsdienst nicht leicht, sich im Hausnummern-Wirrwarr (Hausnummer 46 ist gegenüber der Hausnummer 26) zurechtzufinden.

Bei der Diskussion wurde schnell klar, dass viele – darunter auch Markträte- fast patriotisch an ihrer Hausnummer hängen. Um jedoch mehr System in die Hausnummerierung zu bringen, wurde vorgeschlagen, für die Häuser im neuen Wohngebiet einfach mit der Hausnummer 60 beziehungsweise 100 zu beginnen. Ein zweiter Vorschlag war, das neue Wohngebiet mit „Köstlbach Ost“ zu bezeichnen und mit Hausnummern zu versehen. Beide Vorschläge zeigten sich im Blick auf die weitere Entwicklung wenig zielführend.

Sorgen um den Ortsnamen

Mehrere Markträte, darunter auch zweiter Bürgermeister Hans Pröpster, Thomas Härtl und Sigrid Hönig, plädierten deshalb für die Einführung von Straßennamen. Diese sollte jetzt für das neue Wohngebiet und später dann für den ganzen Ortsteil – selbstverständlich im Einvernehmen mit den Bürgern – geschehen. Wichtig war einigen Räten, dass bei der Einführung von Straßennamen der Ortsname Köstlbach in der Postanschrift nicht verschwindet.

Bürgermeister Kratzer schlug vor, die Verwaltung möge nunmehr Vorschläge für Straßennamen unterbreiten. Diese sollte dann mit den Bürgern bei den anstehenden Bürgerversammlungen diskutiert werden.

Wie es von Seiten der Verwaltung hieß, sollten für das neue Wohngebiet in Köstlbach die Straßennamen bis zur März-Sitzung feststehen. Zweiter Bürgermeister Hans Pröpster plädierte dafür, auch für Buch und Dillberg die Einführung von Straßennamen ins Auge zu fassen.

Bei der Sitzung befasste sich der Marktrat zunächst mit den Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung zum Bebauungsplan „Köstlbach Ost“. So weist das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen und deren Lärm-, Geruchs- und Staubemissionen hin. Das Bayernwerk verweist auf die im überplanten Bereich befindlichen Versorgungseinrichtungen (20-kV-Leitungen), die Deutsche Bahn AG auf die 110 kV-Bahnstromleitung und auf die gut 400 Meter entfernte Bahnlinie.

Die Telecom Deutschland GmbH beabsichtigt, auf ihre Kosten einen Breitbandausbau mittels FTHH-Technologie vorzunehmen. Nach dem Ausbau stehen mit bis zu 200 Mbits/s im Download und bis zu 100 Mbit/s im Upload zur Verfügung. Gesondert beauftragt werden müssen seitens der Eigentümer die Hausanschlüsse, hieß es. Das Landratsamt, Abteilung Umwelt, weist auf die Emission des kunststoffverarbeitenden Betriebes Lehmann hin. Nach Auffassung des Landratsamts, Abteilung Hochbau, stellt die geplante Erweiterungsfläche im direkten Anschluss an das vorhandene Wohnbaugebiet aus bautechnischer Sicht eine sinnvolle Erweiterung für das Dorf dar. Was die Ableitung von Niederschlagswasser in Gewässer betrifft, so wurde vom Markt bereits ein Wasserrechtsantrag über das Neumarkter Landratsamt gestellt.

Der Marktrat billigte den Entwurf des Bebauungsplanes mit integrierter Grünordnung. Die Verwaltung wird nunmehr beauftragt, die Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange durchzuführen. Der Plan wird wieder öffentlich ausgelegt.

Vorfahrt für Ökostrom

Mit 11:7 Stimmen hat der Marktrat beschlossen, für die Jahre 2020 bis 2022 Ökostrom mit Neuanlagenquote zu beziehen. Gleichzeitig beteiligt man sich an der Bündelausschreibung des Bayerischen Gemeindetages. Das Gremium war sich schnell einig, dass für die Kommune Normalstrom nicht in Frage kommt, schließlich wolle sie ja die regenerativen Energien und deren weiteren Ausbau fördern. Der Ökostrom ist pro Kilowattstunde um bis zu einen Cent teurer, rechnete der Kämmerer vor. Für die Marktgemeinde und den Schulverband zusammen entstehen dadurch pro Jahr Mehrkosten von rund 14 700 Euro. „Das muss uns die Energiewende wert sein“, meinte Grüne-Markträtin Gabriele Bayer. Die Mehrheit der Räte sah das auch so.

Das Sportverein Heng SV 1963 baut an die bestehende Sporthalle zwei Lagerräume an. An der Bahnhofstraße 15, ehemaliges Beitinger-Haus, errichtet Dr. Konstanze Gilch eine Tierarztpraxis. Die Telekom baut das letzte noch bestehende gelbe Telefonhäuschen im Gemeindebereich – gegenüber dem Bahnhof Postbauer-Heng – ab.

Die Lkw-Garagen des ehemaligen Fuhrunternehmers Dinkel sollen nach einer Bauvoranfrage zu einem Einfamilienhaus mit Flachdach umgebaut werden. Der Nachbar habe der Grenzbebauung bereits zugestimmt – hieß es dazu.

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