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Erholungsparadies voll von Kunst in Berg

Entlang des Ludwigskanals erfreuen sechs Kunstwerke die Ausflügler, die derzeit vor allem aus der nahen Umgebung kommen.
Von Hans Stepper

Der slowenische Künstler Samo Skoberne erstellte 2004 das „Kraftfeld 3“ in der Nähe der Beckenhofener Brücke beim neuen Baugebiet Richtheim-Straßfeld aus Eichenholz. Foto: Hans Stepper
Der slowenische Künstler Samo Skoberne erstellte 2004 das „Kraftfeld 3“ in der Nähe der Beckenhofener Brücke beim neuen Baugebiet Richtheim-Straßfeld aus Eichenholz. Foto: Hans Stepper

Berg.In der Corona-Zeit ist der Ludwigskanal ein begehrter Ausflugs- und Erholungsraum für die vielen Fußgänger, Radfahrer, Jogger und auch Angler. Oftmals bleiben sie stehen und bewundern die von internationalen Künstlern geschaffenen Kunstwerke im Bereich der Großgemeinde Berg, von der Reichenholz-Brücke bei Unterölsbach bis zur Loderbacher Brücke, die seit Monaten saniert wird.

2002 wurde der kleine aber stets aktive Verein „Kunst am Kanal“, der sich die Aufgabe gestellt hatte, zeitgenössische Kunst an einen für Jeden zu jeder Zeit erreichbaren Ort entlang des alten Industrie-Denkmals Ludwigskanal zu errichten, gegründet. Vorsitzender Roland Jähnigen aus Langenthal, der in den fast zehn Jahren Vereinsbestehens viel Freizeit opferte, und bei der Besorgung der Gelder zur Finanzierung der Kunstobjekte viele Firmenchefs in der Region und Verantwortliche staatlicher Einrichtungen um „Finanzspritzen“ bat, freute sich bei der Erstellung des ersten Objekts, der „Stapelung“, über die Förderung durch das Bayerischen Wissenschafts-Ministerium.

Hoher Qualitätsanspruch

Diese Förderung im Jahre 2003 dokumentierte den hohen Qualitätsanspruch des Kunstvorhabens und die Anerkennung der Ernsthaftigkeit des Vereins „Kunst am Kanal“. Mit dem ersten Projekt, das Professor Wolfgang Kirchmayr aus Oberösterreich aus 300 Lärchenholz-Brettern geschaffen hat und von jeder Himmelsrichtung für den Betrachter anders aussieht, schaffte man auch eine Verbindung zur oberösterreichischen Partnergemeinde Berg bei Rohrbach im Mühlviertel.

Bei der Eröffnungsfeier im September 2003 seiner „Stapelung“ sagte der Künstler Kirchmayr, der Lehrbeauftragter an der Universität Linz für künstlerische und industrielle Gestaltung war: „Ihr vom Verein Kunst am Kanal habt in Berg ein Fenster aufgemacht, durch das man in die Ferne schauen kann. Habt Mut, an diesem großartigen Kunstprojekt auch in Zukunft weiter zu machen“.

Und weiter ging es in den kommenden Jahren mit den Kunstwerken „Kraftfeld3“, „Himmelsleiter“, „Die Erde ist keine vollkommene Kugel“, „Am Kanal“ und zuletzt mit den beiden Beton-Skulpturen „EinstStein“.

Der Verein

  • Gründung:

    2002 wurde der kleine aber stets aktive Verein „Kunst am Kanal“, der in seiner kurzen „Blütezeit“ 28 Mitglieder hatte, gegründet.

  • Auflösung:

    Bei der letzten Jahresversammlung 2011 wurde die Auflösung des Vereins für das Jahr 2012 beschlossen. (npp)

Kurz und prägnant bemerkte Vorsitzender Roland Jähnigen bei der letzten Jahresversammlung 2011, in der die Versammlung die Auflösung des Vereins für das Jahr 2012 beschloss: „Die Arbeit ist getan und das Vereinsziel erreicht“. Für Bürgermeister Helmut Himmler ist dieser „Skulpturenweg“ von Unterölsbach im Norden bis Richtheim im Süden entlang des alten Kanals zu einem Vorzeige-Projekt und zu einer unverwechselbaren Kunst-Marke für die Schwarzach-Kommune geworden, die auch bei kommenden Generationen für Freude und Staunen sorgen werden.

Sechs Objekte gehören zur Berger „Kunst- und Skulpturen-Meile: 2003 wurde als erstes Kunstobjekt „Stapelung“, geschaffen und aufgestellt vom österreichischen Professor Wolfgang Kirchmayr. Unwetter zerstörten es zweimal 2008 und 2010. Der slowenische Künstler Samo Skoberne erstellte 2004 das „Kraftfeld 3“ in der Nähe der Beckenhofener Brücke bei Richtheim aus Eichenholz. Die 4,20 Meter hohe Granitskulptur „Himmelsleiter“ bei Unterölsbach, schuf der bayerische Bildhauer und Künstler Hubert Maier aus München 2005.

Groß, hoch und tonnenschwer

Das Künstlerehepaar Ute Lechner und Hans Thurner, das im Chiemgau wohnt, fertigte 2007 aus Eisen das Kunstwerk „Die Welt ist keine vollkommene Kugel“. Die drei rostigen, überdimensionalen Kugeln stehen bei den Sicherheitstoren am Ludwigskanal im Gebiet „Sollach“. Professor Claus Bury entwarf 2010 die tonnenschwere Beton-Skulptur „Am Kanal“, die mit der Länge von 14,20 und Breite von 3,40 Metern die größte ist. Das von Konzeptkünstler Timm Ulrichs dem Verein „Kunst am Kanal“ kostenlos zur Verfügung gestellte, vier Meter hohe Kunstobjekt „Einst-Stein“ wurde 2011 bei der Röthbrücke nahe des alten Ludwigskanals bei Meilenhofen am linken und rechten Gewässer-Ufer aufgestellt.

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