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Erinnerung

Erstes Läuten an Heiligabend

Am 18. Dezember 1977 erhielten die Glocken der Sengenthaler Kirche ihre Weihe. An Heiligabend läuteten sie erstmalig.
Von Andreas Meyer

  • Im Jahr 1977 entstand dieses Erinnerungsfoto anlässlich der Glockenweihe. Foto: Maria Rupp
  • Die Turmsegmente wurden 1967 gegegossen. Foto: Walburga Bögl

Sengenthal.Vor vier Wochen am 19. November feierte man in Sengenthal das 50-jährige Fest der Kirchweihe. Jetzt vier Wochen später kann man ein weiteres Jubiläum feiern. Vor vierzig Jahren, am 18. Dezember 1977 erhielten die drei Glocken, die Elisabeth-, die Maria- und die Dreifaltigkeitsglocke, durch Stadtpfarrer Willibald Schrötz, der seinen Ruhestand in Sengenthal verbrachte, unter der Assistenz von Pfarrer Adolf Schwab und Pfarrer August Miehling aus Sondersfeld die kirchliche Weihe. Eine Woche später am Heiligen Abend riefen sie erstmalig die Gläubigen zur Christmette.

Ein Jahr später 1978 ließ die Gemeinde am Glockenturm eine Turm-uhr anbringen. Der Zahn der Zeit nagte bis 2004 an der Unterkonstruktion des Glockenstuhles. Zimmermeister Oliver Durin aus Sengenthal erneuerte die Eichenbohlen, um dem ganzen wieder Halt zu geben.

Sengenthal besitzt eine sogenannte Atomuhr (d. h. die Zeit wird per Funk aus Braunschweig gesteuert), die 2011 noch einmal komplett erneuert wurde. Im selben Jahr wurde im Rahmen der Umgestaltung der neuen Ortsmitte in Sengenthal auch das Kirchenumfeld komplett neu gestaltet.

Bereits bei der Kirchenweihe 1967 waren auch der Rohbau des Kindergartens und des freistehenden Glockenturms durch die Gemeinde erstellt. In etwa eineinhalbjähriger Bauzeit wurde damit ein kirchliches Zentrum errichtet, das bald zu einem wachsenden Mittelpunkt der Gemeinde werden sollte.

An der Winnbergerstraße in Sengenthal erhebt sich mit diesem Ensemble, Kindergarten, freistehender Glockenturm und Kirche ein Sakralbau, der in Formgestaltung und Materialverwendung eine eigenwillige und landschaftsbezogenen Aussage der Kirche von heute darstellt.

Der freistehende Glockenturm, – er ist 30,4 Meter hoch und eine Art „Campanile“, schlank wie ein Minarett – steht nicht unmittelbar am Kirchenbauwerk, sondern dominierend am Eingang zum späteren Vorhof des Kirchenzentrums. Der Glockenträger besteht aus zehn Würfeln mit einer Seitenlänge von drei Metern. Sieben Turmsegmente wurden in Fertigteilbauweise gegossen und durch einen Kran aufeinandergesetzt, ebenso die vier Wasserspeier.

Das Zentrum sollte bestimmt werden durch den Kirchenbau, den geplanten Pfarrhof in Atriumform und den Kindergarten für etwa 70 Kinder. Auch der Turm wurde in Fertigbauweise erstellt; die Würfel wurden an Ort und Stelle in Beton gegossen. In den vier Ecken der Würfel waren Rohre eingegossen, in die die Spannseile (Eisenstäbe) einbetoniert wurden, ein Verfahren, wie es beim Brückenbau üblich ist. Der Turm sollte einen harmonisierenden Gegensatz zum wuchtigen Kirchenbau und zur Flachbauweise bilden. Der Pfarrhof sollte einmal rechts vom Turm seinen Platz finden. Dieser Bau ist jedoch bis heute nicht zur Ausführung gekommen. Der Sinn des Vorhofs zwischen Kindergarten, Pfarrhof und Kirchenbau liegt darin, den Lärm von der Straße abzuschirmen und den Besucher einzustimmen auf die Stille und Geborgenheit in der Nähe Gottes. (nyr)

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