mz_logo

Region Neumarkt
Donnerstag, 24. Mai 2018 21° 8

Finanzierung

Es ist genug Geld für die Hochschule da

Die Ministerien stärken den neuen Standort am Residenzplatz in Neumarkt. Der Bio-Studiengang läuft besser als gedacht.
Von Katrin Böhm

  • Sie verkündeten die guten Nachrichten: Bionorica-Chef Prof. Dr. Popp, Studiengangsleiter Prof. Dr. Ebinger, Hochschul-Präsident Prof. Dr. Braun, OB Thomas Thumann, Staatssekretär Sibler und Staatssekretär Füracker (von links) Foto: Böhm
  • Ein Blick in das frühere Altenheim Foto: Endlein
  • Im früheren Altenheim, das bis zur Schließung von Schwestern betrieben wurde, findet sich noch deren Kapelle. Foto: Endlein

Neumarkt.Mit zufriedenen Gesichtern marschierten sie der Reihe nach zur Pressekonferenz ein – die Herren Staatssekretäre, die Vertreter der Hochschule und Oberbürgermeister Thomas Thumann. Es dürfte eines jener Gespräche gewesen sein, das zumindest nach außen hin alle zufrieden verlassen. Von einem „erfolgreichen Termin“, von einem „wunderbaren Tag“, von einem „Grund zum Feiern“ wurde am Dienstag allseits gesprochen – denn die Finanzierung für den neuen Hochschulstandort am Residenzplatz ist gesichert – so bestätigte es Finanz-Staatssekretär Albert Füracker auf Nachfrage.

Auch wenn der in Richtung Wirtschaft gleich mal vorwarnte, dass auch künftig aus dem „Bereich der Drittmittel“ Gelder fließen müssten, damit der Standort, an dem man „Management in der Biobranche“ studieren kann, nicht nur bestehen, sondern auch blühen könne.

„In 20 Jahren, wenn wir alle mit den Rollatoren kommen, gibt es nicht nur einen Studiengang in Neumarkt, sondern noch ganz andere Möglichkeiten.“

Albert Füracker, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat

Fakt für die Stadt und die Hochschule ist jedenfalls: Der Hochschulstandort im Kloster St. Marien ist angezählt – wie Bernd Sibler, Staatssekretär im Kultusministerium sagte, ist es das große Ziel, dass die Studenten im Wintersemester 2020/21 im neuen Gebäude unterrichtet werden. Und falls nicht? „Wir haben immer gute Übergangslösungen gefunden“, sagt Sibler dazu.

Die Studenten sollen künftig im ehemaligen Altenheim am Residenzplatz unterkommen. Foto: Endlein

Bis Ende Januar soll die Raumplanung durch sein, erklärte Prof. Dr. Michael Braun , Präsident der TH Nürnberg. Danach soll es in schnellen Schritten gehen weitergehen, Ziel sei ein „möglichst früher Baubeginn“, versprach OB Thumann – wies jedoch zugleich darauf hin, dass auch die Stadt sich etwa an Vergabe-Verfahren halten müsse. Die Stadt übernehme mit einer Investition, die sie sich leisten könne, zwar staatliche Aufgaben, „aber das ist auch ein wahnsinniger Schritt für die Stadt“.


Kosten stehen noch nicht fest

Durch die Hochschule werde sich die Altstadt „extrem positiv weiterentwickeln“, sagte er. Eine bessere Gegenoffensive zur Altstadt-Problematik gebe es seiner Ansicht nach nicht. Konkrete Zahlen, wie viel die Stadt beisteuert, könne man jetzt noch nicht nennen, sagte Thumann – angesichts der Tatsache, dass die Stadt die Gebäude renoviere und bereitstelle, könne man aber von mehreren Millionen Euro sprechen.

An dieser Stelle könnten künftig Studenten stehen: im Innenhof des ehemaligen Altersheims am Residenzplatz:

Post from RICOH THETA. - Spherical Image - RICOH THETA

Dass die Stadt immer einen kommunalen Beitrag verlangen müsse, darauf wies Staatssekretär Sibler hin – der Freistaat werde den Unterhalt der Gebäude wie Strom und Wasser und anteilige Kosten bezahlen und sich auch „ein Stück weit an anderen Kosten mitbeteiligen“, sagte er. Auch bei den Personalkosten werde der Freistaat einen Anteil übernehmen. Auch die Hochschule selbst steuert einen „signifikanten Eigenbeitrag“ bei, erklärte Präsident Braun – zum Beispiel in der Form, dass sie Professor Ebinger nach Neumarkt entsendet.

Professoren im Gespräch: Michael Popp, Frank Ebinger und Michael Braun Foto: Böhm

Das Bekenntnis der regionalen Wirtschaft zur Hochschule in Euro-Form sei ebenfalls „ordentlich groß“, lobte Braun – hier wurde vor allem Bionorica hervorgehoben, die den Studiengang stets unterstützt habe. Dies betonte auch deren Vorstandsvorsitzender, Prof. Dr. Michael Popp. Er erklärte, dass Neumarkt „noch wesentlich attraktiver werden muss, damit gute Arbeitskräfte hierher kommen“. Der neue Hochschule-Standort sei ihm daher sehr wichtig und koste ihn beziehungsweise das Unternehmen „relativ viel“ Geld. Für Neumarkt „und das, was wir vorhaben“ sei dieses Projekt aber „wesentlich wichtiger“ als etwa „dieses Mehrzweckbad“.

Im MZ-Video haben uns junge Menschen zum Semesterbeginn erzählt, warum sie in Neumarkt studieren wollen. Video: Neumayer

Wenn alles gut läuft, will die Hochschule den Studiengang künftig vielleicht nicht nur wie bisher als Bachelor-, sondern auch als Master-Studiengang anbieten – die Nachfragen seien extrem hoch, sagt Studiengangsleiter Prof. Dr. Frank Ebinger. „Das ist aber noch Zukunftsmusik.“

Weitere Nachrichten aus der Region Neumarkt lesen Sie hier.

Das sagt der Hochschul-Präsident

  • Freude:

    „Wir haben auf jeden Fall etwas zu feiern“, sagt Hochschul-Präsident Prof. Dr. Michael Braun Die Hochschule habe mit dem Studiengang „viel mehr erreicht als wir uns erhofft hatten“, das Konzept funktioniere – und das Ganze dann bald an einem „neuen, durchaus repräsentativen Standort“.

  • Entwicklung: Weil der Studiengang ja völlig neu war – und keine Ausgliederung eines schon etablierten Studiengangs – sei die Hochschule in Neumarkt „voll ins Risiko gegangen“. Doch auch Gutachten bestätigten, dass die Idee „so schlecht nicht war“.

  • Studenten und Professoren:

    Aktuell studieren gut 90 Leute Management in der Biobranche, mit etwa 120 ist geplant. Außerdem sind drei Professoren mit Dienstort in Neumarkt vorgesehen – hinzu kommen laut Braun zwei Vollzeit-Kollegen, die temporär hier sein werden. Vor Ort sind nicht nur Lehrpersonen, sondern Wissenschaftler, die lehren und forschen – „Neumarkt ist eine eigenständige wissenschaftliche Einrichtung“.

  • Chancen für Studenten:

    Während des Studiums werden die Studenten laut Braun „hervorragend an die Herausforderungen der Biobranche herangeführt“ – dadurch hätten sie ideale Perspektiven „auf diesem expandierenden Arbeitsmarkt“.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht