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Eschensterben im Berchinger Rachental

Viele der Laubbäume sind betroffen und knicken bei Sturmböen um. Das „Schweizerhaus“ ist darum nicht mehr zu erreichen.
von Franz Guttenberger

  • Mit „Rosi geh mit ins Rachental" ist es vorerst vorbei. Das Schweizerhaus ist isoliert. Fotos: Franz Guttenberger
  • Massenweise knickten erkrankte Bäume um und versperren Mensch und Tier den Weg.

Berching.„Rosi geh mit ins Rachental, da ist heut Nacht was los ...“ Dieses Lied verfasste der singende Metzgermeister Karl Schneider bereits vor 30 Jahren und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass einst das Schweizerhaus Jugendlichen immer wieder gerne, auch zu nächtlichen Stunden, aufgesucht wurde und auch viele Spaziergänger den Weg zum Schweizerhaus wählen.

In seinen Liedern, wie auch in „Oh mein schönes Berching“, preist Schneider die Schönheit der Landschaft und seiner Heimatstadt Berching an. Zum idyllischen Rachental gehört auch ein Bächlein, dass vom Winterzhofener Plateau, vorbei am Schweizerhaus, in Richtung Stadt plätschert. Den beliebte Spazierweg zum Schweizerhaus ist aber nun nicht mehr nutzbar. Der sonst so friedliche Waldhang erinnert an einen Hindernisparcours. Verantwortlich dafür ist nicht die besungene Dorfjugend, sondern ein viel ernsteres Problem: das Eschensterben. So müssen sich Forstwirte nicht nur um den immer drohenden Borkenkäferbefall sorgen. In ganz Deutschland macht den Waldbesitzern nun auch das Eschensterben zu schaffen.

So ist es nun auch im Rachental. Hier stehen viele, schöne, kräftige Eschen, die nun vom Pilz befallen wurden. Erkrankte Bäume knicken bei Windböen einfach um. Der Sturm „Sabine“ im Februar hat besonders deutliche Spuren hinterlassen. Befallene Bäume wurden massenweise umgerissen, auch Baumriesen waren darunter. Darum reagierte die Stadt Berching umgehend und sperrte den Wanderweg zum Schweizerzhaus. Mit einem Schild werden Wanderer nun auf die Risiken von herabstürzenden Bäumen hingewiesen: Es droht Lebensgefahr. Bis auf weiteres soll die Sperrung bestehen bleiben. Der Weg sei ohnehin unpassierbar. Das Schweizerhaus wurde beim Sturm im Februar zum Glück nicht beschädigt. Die umgestürzten Bäume in unmittelbarer Nähe liegen friedlich neben dem Haus.

Das kleine Gebäude im Wald gibt es schon lange. In den Jahren 1902/1903 waren Gastarbeiter aus der Schweiz am Bau des Berchinger Krankenhauses beteiligt. Etwa zur selben Zeit wurde von diesen Handwerkern eine Hütte aus Holz im nahe gelegenen Rachental errichtet. Da sie dem Stil einer einfachen Berghütte ähnelte, wurde der Holzbau von den Berchinger Bürgern schlichtweg „Schweizer Häusl“ getauft. Vor 60 Jahren wurde das Häuschen vom Trachtenverein Berching erneuert und 1983 ein weiteres Mal renoviert. Das Kupferdach stiftete der bereits verstorbene Firmenchef Karl Josef Huber. Vor einigen Jahren fiel ein Baum auf das Dach und beschädigte das Haus. Daraufhin nahm sich der Fremdenverkehrsverein unter Vorsitz von Resi Christl dem Haus an und renovierte es von Grund auf.

Das Dach wurde erneuert, neue Dachrinnen wurden angebracht, morsche Holzbalken und das Geländer ausgebessert und neu gestrichen. Das Häuschen befindet sich rund 2 Kilometer östlich der Stadt. Es ist umsäumt von Laub- und Nadelbäumen, hauptsächlich aber von den kräftigen Eschen. Vom Haus aus kann man das Plätschern des Bächleins hören und die Stille genießen. Eingefleischte Besucher schätzen die ruhige Atmosphäre im Rachental. Zwei Wanderwege führen hier normalerweise vorbei: die König- Ludwig- Schlaufe am Jurasteig und die Jura 2000 –Tour. Diese Wege sind nun bis auf weiteres gesperrt. Und warten, wie viele Wanderer, auf eine Lösung für das Baumsterben. (ugu)

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