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Coronakrise

Essenspakete aus dem Leb-mit-Laden

Mitarbeiter spüren, dass derzeit weniger Nahrungsmittel gespendet werden. Sie appellieren nun an junge helfende Hände.
von Stefanie Roth

Joghurt, Salat oder Eier: Bedürftige erhalten weiterhin Carepakete aus dem Leb-mit-Laden.  Foto: Diakonie AHN
Joghurt, Salat oder Eier: Bedürftige erhalten weiterhin Carepakete aus dem Leb-mit-Laden. Foto: Diakonie AHN

Neumarkt.Der Leb-mit-Laden in Neumarkt hat zwar geschlossen. Bedürftige erhalten trotzdem noch Essenspakete, aber anders als sonst. Etwa 40 Personen standen in den vergangenen Tagen vor der Tür, wie Björn Bracher, Bereichsleiter Soziale Dienste im Diakonischen Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt, auf MZ-Nachfrage mitteilt.

Die Lebensmittel sind bereits in Tüten gepackt, doch in Zeiten der Corona-Krise warten die Bedürftigen außerhalb des Ladens – mit Sicherheitsabstand. Auf diese Maßnahme weisen die Mitarbeiter die Menschen persönlich und mit mehrsprachigen Schildern hin.

Mit Fleisch oder vegetarisch

Einzeln kommen die Kunden in den Laden und wählen je nach Essensgewohnheit Tüten mit oder ohne Schweinefleisch, Brot- und Gemüsetüten und soweit verfügbar auch Hygieneartikel, die für den täglichen Bedarf notwendig sind. Auch hier hat sich der Leb-mit-Laden etwas einfallen lassen: In der Tüte steckt auch ein Hinweis auf Hygiene- und Umgangsregeln in dieser Krisensituation. Auch an den Schutz der Menschen, die sich im Leb-mit-Laden engagieren, ist gedacht worden. Sie arbeiten mit Plastikhandschuhen und halten den Sicherheitsabstand ein.

jeder kann helfen

  • Spendenkonto:

    Geldspenden sind über die Sparkasse Neumarkt, IBAN DE71 7605 2080 0000 0002 40, möglich.

  • Sachspenden:

    Auch Produkte oder Tankgutscheine helfen weiter.

Nicht jeder Bedürftige kann allerdings einfach vorbeikommen und ein Kehrpaket mitnehmen. Bracher weist auf die Kundenkarten hin, die man vorweisen müsse. Derzeit können zwar keine neuen Karten erstellt werden, aber er teilte mit, dass alte Kundenkarten, die bereits abgelaufen sind, nun bis Ende April gelten.

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Dass nun die Nachfrage nach Lebensmitteln besonders groß ist, spürt auch der Leb-mit-Laden. Bracher sagt: „Wir verteilen das, was wir von den Lebensmittelläden bekommen. Wir haben schon gemerkt, dass es zurückgegangen ist.“ Dennoch sei man noch gut aufgestellt. Man könne von der Weihnachtsspende mit Konservendosen und Nudeln zehren. „Das ist ein Puffer“, sagt Bracher. Doch nach etwa vier Wochen werde auch dieser aufgebraucht sein. Dann müssen Nahrungsmittel zugekauft werden.

Fahrer für den Lieferdienst

Weiterhin dringend notwendig sind für den Leb-mit-Laden engagierte Helfer. „Sieben Menschen haben sich schon gemeldet“, sagt Bracher, der kürzlich einen Aufruf startete. Vor allem Fahrer für den Lieferdienst werden gesucht. Der Sprit wird erstattet. Gefragt sind derzeit vor allem junge Menschen, die im Laden Lebensmittel sortieren und einpacken. Denn viele der bisherigen Mitarbeiter habe man nach Hause schicken müssen, da sie mit über 70 Jahren in der Corona-Krise zur Risikogruppe zählen.

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„Wir wollen die Ausgabe von Lebensmitteln an unsere Kunden so lange wie möglich aufrechthalten und sind immer wieder mit den Behörden in Kontakt“, teilt Diakonievorstand Detlef Edelmann mit. Er weist auf das Motto hin: „Nächstenliebe wirkt“. Das sei ein „sehr konkretes Beispiel der diakonischen Kirche“ – und ein Ansporn für alle, sich einzubringen.

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