MyMz
Anzeige

Wirtschaft

Europoles: Investorensuche beginnt

Das Neumarkter Unternehmen zieht eine positive Bilanz für die ersten Wochen nach dem gestellten Insolvenzantrag.

Europoles ist eines der großen Unternehmen in Neumarkt. Foto: Röhrl
Europoles ist eines der großen Unternehmen in Neumarkt. Foto: Röhrl

Neumarkt.Die beiden neuen Geschäftsführer von Europoles,.Alexander Reus und Vincenz von Braun, die die bestehende Geschäftsführung während der Eigenverwaltung verstärken, ziehen nach einigen Wochen im Unternehmen eine erste Bilanz: „Ohne einen Investor wird es nicht gehen“, werden die beiden in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. Am 10. Oktober hatte die Europoles GmbH & Co. KG mit Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz beim Amtsgericht Nürnberg einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt (wir berichteten).

Restrukturierung läuft seit Monaten

Die beiden Restrukturierungsexperten, beide Partner bei anchor Rechtsanwälte, arbeiteten seitdem intensiv an dem einen großen Ziel, einen Investor zu finden, der dem Unternehmen die beste Perspektive biete: „Wir machen Europoles fit für die Märkte. Die Restrukturierung läuft schon einige Monaten, ohne das Sonderereignis stünde das Unternehmen ohnehin gut da“, heißt es in der Pressemitteilung. Mit „Sonderereignis“ meinen Reus und von Braun den kurzfristigen Stopp eines 110-Millionen-Großprojektes, in das Europoles bereits mehrere Millionen investiert hatte. Die Finanzierungslücke, die entstand, konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht schließen.

Über den Insolvenzantrag von Europoles berichtete die MZ bereits in diesem Artikel:

Insolvenz

Bei der Firma Europoles gibt keiner auf

Die Arbeitnehmerseite setzt darauf, dass es mit dem Neumarkter Unternehmen dank dessen einzigartiger Produkte weitergeht.

„Wir suchen und finden alle Einsparpotenziale, die es im Unternehmen gibt. Wir analysieren, welche Unternehmensteile sehr wertvoll sind und welche weniger“, sagt von Braun, der laut eigener Auskunft bereits mehrere große Sanierungsfälle begleitet hat. „Europoles ist in seinen Kernmärkten wie der Infrastruktur für Mobilfunkstationen in Deutschland unangefochtener Marktführer. Wer Breitbandnetze ausbauen will, braucht Europoles. Bei Beleuchtungsmasten und Energieübertragungsmasten ist es ebenso, da ist Europoles das Maß aller Dinge, in ganz Europa“, betont Reus, der nach eigenen Angaben viel Erfahrung mit Interim-Management in Krisen- und Insolvenzsituationen hat.

Aufträge nehmen zu

Der Auftragsbestand sei in den vergangenen zwei Jahren stetig gestiegen und steige weiter, heißt es in der Pressemitteilung. „Darauf müssen wir uns konzentrieren“, erklären die beiden Geschäftsführer Dr. Martin Prillmann und Michael Schauerte. Die Herstellkosten in einigen Bereichen seien zu hoch, auch die Führungsstruktur müsse verschlankt werden.

„Wir wollen einen Investor finden, und das bis Anfang 2019“, verweist Reus auf den M&A-Prozess, der bereits in Vorbereitung ist. „Die Investorensuche läuft weltweit, wir lassen keine Chance ungenutzt. Wir sind guter Dinge, Europoles steht gut da“, zeigt sich von Braun selbstbewusst. Man stehe natürlich auch in engem Kontakt mit der Münchner Beteiligungsholding VTC, Gesellschafter der Europoles GmbH & Co. KG. VTC begleite die Sanierung konstruktiv, so Reus. Der Geschäftsbetrieb des Mastherstellers laufe derweilen weiter. Die Löhne und Gehälter der 1200 Mitarbeiter seien bis zum Jahreswechsel gesichert – „dann wissen wir mehr“.

Weitere Nachrichten aus Neumarkt lesen sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht