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Jubiläum

Extremkletterer Alexander Huber zu Gast

Der Sozialpsychiatrische Dienst und der DAV hatten den Profi-Bergsteiger zum 30-jährigen Bestehen nach Neumarkt eingeladen.
Von Doris Distler

Zu einem Erinnerungsfoto stellte sich die DAV-Jugendgruppe mit Alexander Huber in Neumarkt auf, der mit ihnen geklettert ist.  Foto: Doris Distler
Zu einem Erinnerungsfoto stellte sich die DAV-Jugendgruppe mit Alexander Huber in Neumarkt auf, der mit ihnen geklettert ist. Foto: Doris Distler

Neumarkt.Ein großes Ereignis wurde das 30. Jubiläum des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SPDI) der Diakonie Neumarkt/Nürnberger Land, das in der Kletterhalle des Alpenvereins gefeiert wurde. Nicht zuletzt wegen des eingeladenen Gastes Alexander Huber, der abends noch einen Vortrag im Landratsamt hielt.

Als der mit Spannung erwartete Gast eintraf, verblüffte der die Teams von SPDI und DAV mit seiner Offenheit und Natürlichkeit. Wie selbstverständlich ging er auf ein kleines Grüppchen des sozialpsychiatrischen Dienstes zu, mit dem er klettern würde, und besprach in aller Ruhe den weiteren Verlauf. Im Vorfeld hatten die Damen, eine von ihnen vom Beratungsteam, eigens einen Kletterkurs absolviert, um fit für den Tag zu sein.

Karl Gottschalk zeigte Alexander Huber erst einmal das DAV-Kletterzentrum, das der Extrem-Bergsteiger auch gleich zu nutzen wusste: Nachdem Huber den beiden Frauen ein paar Kniffe und Tricks und vor allem Vorsichtsmaßnahmen zum Thema Klettern und Sichern erklärt hatte, kletterten die beiden Frauen nacheinander die 14 Meter hohe Kletterwand hinauf.

Die Angst überwinden

„Angst ist eine natürliche Reaktion, wenn wir so etwas machen,“ sagt Alexander Huber. „Sie schützt uns. Aber wenn wir die Angst überwinden, gewinnen wir Erfahrung. Wir bereichern unser Leben und man wächst an sich. Das gilt für viele Bereiche unseres Lebens.“ Genau deshalb hatte der SPDI den Extrem-Bergsteiger Alexander Huber eingeladen.

Vor dem Pressegespräch macht Alexander Huber selbst noch einen „Vorstieg“ (er klettert ungesichert die Wand hoch und befestigt das Seil an den vorgesehenen Haken), dabei meistert er einen Überhang. Seine Bewegungen sind gleichmäßig und fließend, es sieht mühelos aus und in der Kletterhalle sind alle fasziniert und mucksmäuschenstill.

Der SPDI

  • So geht es

    : Um die Dienste des SPDI in Anspruch zu nehmen, braucht man keine Überweisung,man vereinbart einfach einen kostenloses Termin unter (09181) 4 64 00.

Beim Pressegespräch erklärt Diakonie-Geschäftsleiter Edelmann: „Bei unserem Jubiläum wollen wir aufzeigen, worum es bei uns geht: Wir helfen psychisch Erkrankten oder ihren Angehörigen weiter.“ Der Beratungsservice ist kostenlos und ein kleines, ausgewähltes Team von ausgebildeten Beratern rund um Leiterin Anita Drefs kümmert sich um die Menschen, damit sie wieder am Leben teilnehmen können. „Jeden dritten oder vierten trifft laut Statistik eine psychische Erkrankung, also kennt jeder von uns jemanden,“ erklärt Anita Drefs die aktuellen Zahlen.

Das reiche von Erschöpfungszuständen durch den Beruf bis zu diagnostizierten psychischen Erkrankungen. 2020 soll es eine Notrufnummer geben.

„Ich habe viele solche Einrichtungen schon unterstützt,“ sagt Alexander Huber. Sein persönlicher Anlass dafür: Eine Angststörung - „und ich bin ja nicht gerade ein labiler Mensch“ - habe ihm die Freude am Bergsteigen genommen, das ja sein Leben ist. Er habe sich rechtzeitig gute Hilfe geholt und es so geschafft, wieder heraus zu kommen und sein Leben weiter zu führen. So etwas wolle er fördern, deshalb sei er der Einladung nach Neumarkt gerne gefolgt.

Der Name ist ein Problem

Anschließend sprachen zahlreiche Redner Gruß- und Dankesworte zum Jubiläum für die geleisteten Hilfen: Karl Gottschalk, 1. Vorsitzender des DAV wie auch Landrat Willibald Gailler, Bezirksrätin Heidi Rackl, 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger und Dekanin Christiane Murner erklärten alle auf ihre Art, wie wichtig die Einrichtung des SPDI sei, die dennoch erstaunlich wenig Menschen kennen würden. „Das liegt sicher am sperrigen Namen,“ meint Diakonie-Geschaftsführer Edelmann. „Wir nennen es lieber „Beratungsstelle für psychische Gesundheit“. Später hielt Huber einen vielbeachteten Vortrag.

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