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Urkunde

Fair-Trade-Gedanken in Schule verankert

Die Erich Kästner Grund- und Mittelschule in Postbauer-Heng wurde zur Fair Trade School. Die Voraussetzungen wurden erfüllt.
Von Nicole Götz

Das Come Together Team der Erich Kästner Grund- und Mittelschule nahm die Auszeichnung zur Fair Trade School entgegen. Foto: Götz
Das Come Together Team der Erich Kästner Grund- und Mittelschule nahm die Auszeichnung zur Fair Trade School entgegen. Foto: Götz

Postbauer-Heng.Die Urkunde wurde vom Referenten des Vereins TransFair Köln George Meister an das Come Together Team überreicht. Dieses Team besteht aus Schülern, die ursprünglich die Nachbarschaft zum Seniorenzentrum pflegten. Daneben kümmern sie sich heute auch noch zusammen mit Eltern und Lehrern um die Fair Trade Angelegenheiten.

Ein solches Team war auch Voraussetzung dafür, überhaupt als Fair Trade School anerkannt zu werden. Daneben braucht es weiterhin einen regelmäßigen Verkauf von fair gehandelten Waren. Diesen betreibt die EKS bereits seit acht Jahren.

Lehrerin Erika Theil hatte die Idee mit der Einführung der Ganztagesschule. Ihr Herzensthema stieß auch auf Interesse bei den Kindern und Jugendlichen. So stellte sie mit ihrer damaligen fünften Klasse fest, dass jeder von uns Wurzeln in aller Welt habe, die Lebensbedingungen aber nicht überall gleich seien. Sie besuchten damals die Familie Fischer, die einen Eine Welt Laden in ihrem Keller betrieb.

Come Together Team mit kleinem Kiosk

So entstand die Idee, einmal in der Woche einen kleinen Kiosk aufzubauen, an dem fair gehandelte Süßigkeiten, Kaffee und Tee verkauft werden. Als Theil dann in die Babypause ging, übernahm das Come Together Team den Eine Welt Laden.

Stellvertretend für Rektorin Sabine Bodenmeier erläuterte Hans Meier, dass es neben all den Voraussetzungen und guter Teamarbeit aber auch jemanden brauche, der „beginnt, loslegt, andere überzeugt, begeistert, mitreißt, sie ins Boot holt und dafür sorgt, dass der Anfangsschwund nicht erlahmt und das zarte Pflänzchen am Leben bleibt.“

Fairness und Achtsamkeit

Diese Person habe man in der Religionslehrerin Martina Schmidt-Fürsich gefunden. Das Fair Trade Team gestaltete die Auszeichnungsfeier unter anderem durch eine Buchstabenshow mit. Dabei stand jeder Buchstabe des Wortes Fairtrade für einen Begriff, der den Gedanken fair gehandelter Waren auszeichnet, beispielsweise Fairness, Achtsamkeit und Respekt.

George Meister von TransFair führte in seiner Rede aus, dass die Schüler bewiesen hätten, dass sie ein großes Bewusstsein hinsichtlich der Missstände in der Welt erworben hätten. Es gebe auf der Erde fast eine Milliarde Menschen, denen es schlechter gehe als uns. Vieles, das wir konsumieren, komme aus den südlichen Ländern wie Thailand und Bangladesch. In letzterem Land werden beispielsweise für viele Hersteller Klamotten und Schuhe gefertigt. Darunter seien auch namhafte Konzerne.

Die Menschen dort, darunter auch Frauen und Kinder ab zwölf Jahren, arbeiteten ungefähr 14 Stunden pro Tag und bekommen dafür gerade einmal 50 Euro pro Monat. Teilweise hätten die Arbeiter keine Unterkünfte und schlafen auf der Straße.

Meister sagte, wir seien auf der Welt, um glücklich zu sein. Auf die Menschen dort treffe das eher nicht zu. Er ermutigte die Anwesenden beim Einkaufen nachzudenken und nachzuforschen, woher die Produkte kommen. Es sei sinnvoller, einmal etwas mehr zu bezahlen, aber ein gutes Gefühl dabei zu haben, „weil man damit die Menschen in ärmeren Ländern unterstützt“.

Den Gedanken mit tragen

Der Verein TransFair besteht nun seit 25 Jahren. Mittlerweile sind viele mit an Bord, die den Fair Trade Gedanken mittragen wollen. Früher konnte man die fair gehandelten Produkte nur in Eine Welt Länden kaufen. Heute sind auch Supermärkte, Discounter und Mensen mit eingestiegen.

Armin Hückl von der Diözese Eichstätt lobte die Schüler für ihren Einsatz und ist überzeugt davon, dass auch „viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun“ bereits die Welt verändern können. So besage es ein afrikanisches Sprichwort. Pfarrer Markus Fiedler und Pfarrerin Cornelia Dinkel gaben ihren Segen und lobten das Come Together Team für ihren Einsatz. Auch Landrat Willibald Gailler war begeistert.

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