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Feldkreuze, die zum Nachdenken anregen

In der Gemeinde Berching sieht man noch seltene Exemplare. Die drei Steinkreuze wurden im Mittelalter errichtet.
Von Franz Guttenberger

Das Sühnekreuz, oder auch Mordkreuz genannt, am Friedhof in Fribertshofen ist noch am besten erhalten.  Fotos: Franz Guttenberger
Das Sühnekreuz, oder auch Mordkreuz genannt, am Friedhof in Fribertshofen ist noch am besten erhalten. Fotos: Franz Guttenberger

Berching.Steinkreuze gehören zu den markantesten Flurdenkmälern. In der Gemeinde Berching trifft man immer wieder seltene Steinkreuze, Bildsäulen, Bildstöcke, Marterl und Sühnekreuze an, die heute aus der Landschaft nicht mehr wegzudenken sind. Das Kreuz, das Sinnbild des Christentums, sollte gerade in diesen Tagen im Mittelpunkt stehen und zum Nachdenken anregen. Die Fastenzeit und das Kreuz stehen miteinander im Zusammenhang, denn die Fastenzeit führt die Christen zum Kreuz hin. Und seit langer Zeit ist das Kreuz das am weitesten verbreitete aller Symbole.

Die Sühnekreuze, auch Mordkreuze bezeichnet, gab es bereits im Mittelalter. Sie wurden meist durch eine Bluttat veranlasst. So war es in der Zeit vom 13. bis 16. Jahrhundert einem Mörder aufgegeben, am Ort des Geschehens ein Steinkreuz zu errichten. Damit sollte zum einen gegenüber der Gesellschaft ein sichtbares Zeichen der Sühne gesetzt und zum anderen, dem Volksglauben nach, eine schnellere Erlösung der Seele des Toten erreicht werden.

Erinnerung an Unglücksfälle

Das Marterl mit dem Kreuzigungsmotiv in oder auf Stein wurde als Erinnerungsmal für Tote gesetzt, die durch Unglücksfall oder Gewalt aus dem Leben geschieden sind. Marterl sind die zeitlichen Nachfolger der Sühnekreuze und wollen die Vorübergehenden an das Geschehnis erinnern und zum Gebet auffordern.

Bildsäulen und Bildstöcke gehen auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück. Sie dienten sowohl der Markierung von Wallfahrts- und Prozessionswegen als auch der schlichten religiösen Erbauung oder dem Gedenken an ein mit dem Standort verbundenes Ereignis.

Feldkreuze, die in der Gemeinde Berching sehr oft vorkommen, haben verschiedene Anlässe. Anlass für die Errichtung eines Feldkreuzes konnte ein Gelübde, eine Danksagung oder auch die Absicht, die umgebende Flur vor der Einwirkung der Naturgewalten zu schützen, gewesen sein.

Steinkreuze aus dem Mittelalter

Drei Steinkreuze aus dem Mittelalter existieren noch in der Gemeinde Berching. Eines steht auf der Straße von Wirbertshofen nach Fribertshofen, an einem Feldweg. Der Stein besteht aus Kalkstein und ist 112 Zentimeter hoch und 85 Zentimeter breit. Fachleute ordnen diesen Stein den typischen Kalksteinkreuzformen zu. Dieses Kreuz wurde vor einigen Jahren beschädigt und von Steinmetz Johann Schimpl aus Berching wieder restauriert. Starke Verwitterungsspuren wies dieses Denkmal auf.

Das Sühnekreuz auf der Straße von Wirbertshofen nach Fribertshofen wurde vor einigen Jahren restauriert.
Das Sühnekreuz auf der Straße von Wirbertshofen nach Fribertshofen wurde vor einigen Jahren restauriert.

Ein weiteres Steinkreuz wurde vor einigen Jahrzehnten in den Friedhof in Fribertshofen verlegt. Dieses Kreuz stand ebenso auf einem Wegrand. Doch wo genau dieses Kreuz stand, konnte bislang nicht in Erfahrung gebracht werden. Ein weiteres Steinkreuz befindet sich am Ortsausgang von Plankstetten an der Gemeindeverbindungsstraße nach Fribertshofen. Dass gerade in der Gegend Plankstetten, Fribertshofen, Wirbertshofen noch drei Sühnekreuze unweit voneinander entfernt vorhanden sind, ist äußerst selten. In früheren Zeiten gab es mehrere Steinkreuztypen, die jedoch verschollen sind oder einfach beseitigt wurden. So wurde manches Steinkreuz, das am Feld oder Ackerrand lag, gedankenlos weggeräumt, vergraben oder als Trittstufe und vielfach auch als Abdeckplatte verwendet.

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Seltene Kreuze

  • Steinkreuz:

    Das dritte Steinkreuz befindet sich am Ortsausgang von Plankstetten an der Gemeindeverbindungsstraße nach Fribertshofen.

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