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Donnerstag, 20. September 2018 26° 1

Landfrauentag

Fernseh-Pfarrer Schießler als Star-Gast

Rainer Maria Schießler stellte in Seubersdorf seine Gedanken zu „Heimat“ vor; 700 Gäste sind Rekordbesuch in der Halle.
Von Vera Gabler

Martin Schmid (4. v. l.) erhielt beim Landfrauentag das „Silberne Herz 2018“. Foto: Gabler
Martin Schmid (4. v. l.) erhielt beim Landfrauentag das „Silberne Herz 2018“. Foto: Gabler

Seubersdorf.Nach dem großen und positiven Resonanz am Landfrauentag 2017 in Seubersdorf trafen sich am Freitag die Landfrauen zu ihrem Jahrestag erneut in der Mehrzweckhalle in Seubersdorf. „Mit so vielen Gästen haben wir gar nicht gerechnet“ entschuldigte sich Bürgermeister Eduard Meier als Hausherr dafür, dass noch Biertischgarnituren hinzugestellt werden mussten. Die gute Laune der Kreisbäuerin Sieglinde Hollweck, die zusammen mit ihrer Stellvertreterin Rita Götz versuchte, jede Frau einzeln zu begrüßen, machte jeden Ansatz von Stress wieder wett. Sie habe ja geahnt, dass der Andrang in diesem Jahr groß sein werde, habe sie doch den aus Funk und Fernsehen bekannten Pfarrer Rainer Maria Schießler als Hauptreferent gewinnen können.

Stube der Seele

Pfarrer Schießler bekam ein Geschenk überreicht. Foto: Gabler
Pfarrer Schießler bekam ein Geschenk überreicht. Foto: Gabler

Bevor dieser seinen großen Auftritt hatte, stieg Hollweck in der Begrüßung auf das Thema des Tages „Das ist Heimat“ ein. Sie sei mehr als nur ein Ort, Heimat sei Wohnstube jeder Seele. Man fühle sich da zu Hause, wo man sich auskenne. Dazu gehörten die Nachbarn und die Umgebung wie jeden Hügel, jede Kurve und jedes Haus. „Wenn ich unseren Kirchturm und das Ortsschild sehe, dann weiß ich: Jetzt bin ich in meiner Heimat“, betonte die Gastgeberin im Namen des Bayerischen Bauernverbandes.

Die lange Redner-Liste führte Bürgermeister Eduard Meier an. Vor den rund 700 Gästen, vorwiegend Frauen, dankte Meier allen, dass sie sich Zeit zum Treffen und Austausch genommen hätten. Gleichzeitig verriet er, dass er sehr wohl wisse, über was sich die Frauen austauschen. Zum Beispiel über die Technik des Küchlbackens oder die Apfelsorte, die man für den Kuchen verwende. „Auf alle Fälle sind sie die richtigen Ansprechpartner in der Familie und im Beruf“ lobte er die Anwesenden. Pfarrer Peter Gräff stellte sich als neuer Pfarrer von Seubersdorf und als Vertreter von Dekan Elmar Spöttle vor. Er griff die Spendenaktion des Tages für den erkrankten Alexander Ehrl aus Gimpertshausen auf und lud die Anwesenden ein, ein kurzes Gebet für die Familie zu sprechen.

Bezirksbäuerin Rita Blüml dankte der Wertschätzung, die die Landfrauen heute erfahren durften. Leider stelle sie fest, dass die Arbeit in der Landwirtschaft nicht mehr so geachtet werde wie früher, obwohl es ja gerade die Landwirte seien, die die Heimat schön gestalteten. Landrat Willibald Gailler griff dieses Thema in seiner Begrüßung auf und bestätigte, dass die Landwirtschaft im Landkreis unverzichtbar sei. Mit dem Ziel, die Bäuerlichkeit leben zu lassen, sicherte er seine volle Unterstützung als Landrat zu.

Das Hauptthema, nämlich die Heimat, wurde vom Hauptreferenten Pfarrer Schießler in gut 90 Minuten genau durchleuchtet. In bayerischer Sprache sprach er jedem aus der Seele, als er feststellte, dass die Heimat vergangenheitsselig sei. Die Jugend definiere Heimat anders, nicht mehr so romantisch wie seine Generation. „Aber wir müssen sie unterstützen und für die Heimatliebe von morgen toleranter umgehen“ warb er mit dem Beispiel, wie aus einem traditionellen Wirtshaus nun ein Sporthotel geworden sei.

Zur Heimat gehöre auch die Kirche, wo man in Gemeinschaft in einer vertrauten Welt leben könne, führte er aus, bevor der Pfarrer und Autor Zitate von Friedrich Nietzsche einbrachte.

Beliebter Bauchredner zu Gast

Der Landfrauenchor übernahm den musikalischen Teil des Tages. Foto: Gabler
Der Landfrauenchor übernahm den musikalischen Teil des Tages. Foto: Gabler

Ein weiterer Höhepunkt des Tages waren die musikalischen Darbietungen durch den Landfrauenchor, der im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Bestehen gefeiert hatte. Resi Hierl als Chorleiterin nahm den großen Rahmen zum Anlass, zusammen mit der Kreisbäuerin Hollweck den zwei Mitgliedern Fanny Körner und Anneliese Weihrich (beide aus Röckersbühl) für 25 Jahre Treue zum Landfrauenchor mit einem Silberblatt zu danken.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen konnten sich die Gäste an den zahlreichen Ständen von den Landfrauen und deren Produkte informieren, bevor Humorist und Bauchredner „Aurer-Jackl“ für Unterhaltung sorgte. Der Aurer Jackl ist seit 30 Jahren ein Garant für beste bayerische Unterhaltung. Er hatte schon einmal einen Auftritt beim Starkbierfest in Seubersdorf, so dass viele Frauen auch wegen ihm noch den Nachmittag in der Mehrzweckhalle verbrachten. Bürgermeister Meier hatte den Frauen „bis 24 Uhr Urlaub“ zugesichert.

Ehrungen beim Landfrauentag

  • Silbernes Herz:

    Auszeichnung 2018 von den Landfrauen für Ehrenkreisobmann Martin Schmid. Kreisbäuerin Sieglinde Hollweck zählte in der Laudation unzählige Ehrenämter im Landwirtschaftsbereich bis hin zur Politik auf, die Schmid jahrzehntelang begleitet hat. 2007 bekam Schmid die Ehrennadel des Bayerischen Bauernverbandes, zehn Jahre später wurde er altersbedingt als Kreisobmann von seinem Nachfolger Michael Gruber abgelöst.

  • Rede von Martin Schmid

    : Heimat ist in seinen Augen ein seelischer Anker, den jeder braucht. Er sei stolz, dass man gerade das Thema Heimat an diesem Tag gewählt habe, an dem er auch das silberne Herz annehmen durfte. Die Landwirtschaft gehöre zur Heimat und dazu die Familien. Sein Wunsch sei es, diese wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und Wert zu schätzen für die großartigen Leistungen, welche sie für uns alle und der Natur tagtäglich erbringen. (pvg)

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