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Medizin

FIT und Forschung Hand in Hand

Die Entwicklung von besseren Stents für Herzpatienten wird gefördert. Albert Füracker überreichte den Bewilligungsbescheid.
Von Peter Tost

Finanzstaatssekretär Albert Füracker überreichte OTH-Präsident Dr. Wolfgang Baier (3. v. l.) den Förderbescheid. Fotos: Tost
Finanzstaatssekretär Albert Füracker überreichte OTH-Präsident Dr. Wolfgang Baier (3. v. l.) den Förderbescheid. Fotos: Tost

Lupburg.Der Technologiecampus Parsberg/Lupburg wird zwar erst Anfang Januar 2019 offiziell seinen Betrieb aufnehmen, aber schon jetzt startet ein Kooperationsprojekt der Lupburger FIT AG mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH). Das Projekt „NewGen-Stent“ wird von der Bayerischen Forschungsstiftung finanziell unterstützt. Am Montag überreichte Finanzstaatssekretär Albert Füracker in den Räumen der FIT AG den Förderbescheid der in Höhe von 221300 Euro an Professor Ulf Noster von der OTH Regensburg.

„Ich freue mich sehr, den Bewilligungsbescheid für das Forschungsprojekt NewGen-Stent übergeben zu können“, stellte Füracker als stellvertretendes Mitglied des Stiftungsrats der Bayerischen Forschungsstiftung bei der Übergabe im Rahmen eines Festakts fest. Bei dem geförderten Forschungsprojekt arbeiten Füracker zufolge die OTH Regensburg, die FIT Production GmbH und das Universitätsklinikum Regensburg zusammen.

Strategisch wichtig und praxisnah

Nach dem Festakt führte Carl Fruth die Gäste zur weltweit größten Fabrikanlage für Additive Fertigung.
Nach dem Festakt führte Carl Fruth die Gäste zur weltweit größten Fabrikanlage für Additive Fertigung.

„Die Bayerische Forschungsstiftung steht für strategisch wichtige, anwendungsnahe Forschungsförderung von Verbundprojekten mit hoher Wertschöpfung in Bayern. Durch den raschen und flexiblen Einsatz von Fördermitteln werden in Bayern Zukunftstechnologien entwickelt, die im Anschluss die Märkte erobern. An der Schnittstelle von Wissenschaft zur Wirtschaft entsteht ein Mehrwert durch intensive Zusammenarbeit von Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen“, hob Füracker hervor.

Dabei betonte er ausdrücklich, dass auch die Firmen ihren finanziellen Beitrag leisten müssten: „Jeder Euro Förderung wird von der bayerischen Wirtschaft verdoppelt.“

Beim Forschungsprojekt NewGen-Stent unterstütze die Bayerische Forschungsstiftung die Entwicklung neuer Fertigungsmethoden für Stents. Sie dienten der Bekämpfung der nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation in Industriestaaten mit Abstand häufigsten Todesursache, der Erkrankung des Herzkreislaufsystems, insbesondere der koronaren Herzkrankheit.

FIT-Chef Carl Fruth im Gespräch mit unserem Medienhaus

„Entwickelt wird eine Herstellungsmethode für Stents, die eine gezielte örtliche Einstellung der Dicke der Stege ermöglicht“, erklärte Professor Dr.-Ing. Ulf Noster von der OTH Regensburg. Die Gefäßaufweitung könne durch konvex oder konkav geformte Stents exakter gesteuert werden. Hierdurch soll das über die Länge unterschiedlich Expansionsverhalten bisheriger Stents durch neue Herstell- und Designmöglichkeiten verbessert werden. Ziel sei die Reduzierung von Gefäßverletzungen durch den Stent, betonte Dr.-Ing. Ulf Noster.

Die Motivation für das Forschungsprojekt erklärte es so: „Beim Einsetzen von Stents zur Aufweitung zugesetzter Gefäßwände entstehen neben den überwiegend positiven Effekten der Behandlung leider auch vereinzelt Gefäßverletzungen. Diese gilt es möglichst zu minimieren.“

Im Vergleich zur konventionellen umformtechnischen Fertigung mit folgendem Laserbeschnitt biete die Additive Fertigung die Möglichkeit, gänzlich neue Stentgeometrien herzustellen. Dies soll im Projekt NewGen-Stent gezielt zum Design neuer Stents genutzt werden. Die Gefäßaufweitung könne so exakter gesteuert und das Risiko von Gefäßverletzungen minimiert werden.

Paradebeispiel für Zusammenarbeit

„Im Grunde passiert hier schon exakt das, was wir mit dem Technologiecampus Parsberg/Lupburg anstreben“, sagte Professor Dr. Wolfgang Baier. Laut dem Präsidenten der OTH Regensburg handelt es sich bei NewGen-Stent um ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft.

Carl Fruth, Geschäftsführer der FIT Production GmbH, erläutert die wirtschaftlichen Ziele: „Wenn wir es schaffen, die Stents additiv und mit den angestrebten deutlichen Verbesserungen in der Anwendung zu fertigen, können wir uns ein zusätzliches Standbein für additiv gefertigte Produkte aufbauen, die der ganzen Bevölkerung nutzen.“

„Die Bayerische Forschungsstiftung hat seit ihrer Gründung im Jahr 1990 für 831 Projekte rund 550 Millionen Euro bewilligt. Gemeinsam mit den Co-Finanzierungsanteilen der bayerischen Wirtschaft wurde damit ein Gesamtprojektvolumen von mehr als 1,2 Milliarden Euro angestoßen“, erläuterte Stiftungspräsident Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser. Wichtig sei dabei, dass am Ende des Projekts auch eine Wertschöpfung stehe.

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